Zum Hauptinhalt springen
Thema: Tesla Model S 60 - 2/2014 (4838-mal gelesen)
0 Benutzer und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Tesla Model S 60 - 2/2014

Am 26.2.2015 war Stichtag. Ich fuhr das Model S 60 bis dahin genau ein Jahr lang und rund 30TKM.

Hier meine Bilanz nach einem Jahr im Model S 60.


 
Vorwort

Nach einem Jahr und rund 30.000 km mit dem Model S 60 bin ich begeistert wie am ersten Tag. Das Auto ist einfach eine Wucht. Unglaublich, was der Newcomer als erstes eigens entwickeltes Auto auf die Räder gestellt hat! Fahrkomfort, Platzangebot und die Vorteile des elektrischen Antriebs unter Ökostrom sind hier ja schon ausgiebig besprochen worden. Aber auch wenn es noch sehr viele Zweifler gibt: Wenn das Auto zum Mobilitätsprofil passt und man das Model S sich als doch recht hoch subventionierten Firmenwagen leisten kann, gibt es meines Erachtens für diesen finanziellen Einsatz kein besseres Auto auf dem Planeten.

Das Model S setzt Maßstäbe in Fahrgefühl, Bedienung und Service und rüttelt damit dermaßen beeindruckend an den alten Konzepten, dass eine Rückkehr zum konventionellen Auto für mich gar nicht mehr vorstellbar ist. Nur sind die meisten Skeptiker nicht einmal damit gefahren und/oder haben ein dermaßen unpassendes Fahrprofil, dass ihre Skepsis durchaus auch mal begründet ist. Das betrifft aber meist dann doch nur die Tankgewohnheiten, in jedem Fall aber den Autobahn-Bleifußfahrer oder Vertriebler, der sich und das Auto unter Druck von Termin zu Termin hetzt. Technisch betrachtet ist das Model S dennoch jedem anderen Auto haushoch überlegen.

Von der Komfortseite betrachtet machte es mir relativ wenig aus, dass bei den Assistenzsystemen anfänglich noch Nachholbedarf bestand. Klar, mir fehlte der Abstandtempomat, den ich von den Vorgängerfahrzeugen gewohnt war. Aber die prinzipiellen Eigenschaften überwogen auch schon in den älteren Modellen der Model S, zu welchen mein Model S gehört. Das ist nun aber Geschichte, denn seit September 2014 sind alle Model S von der Hardware-Seite für Autopilot ausgerüstet. Einige Features wurden bereits und andere werden noch per Over-the-air  (OTA) Software-Updates nachgeliefert.

Aber nun konkret zu den Vorzügen des Model S,  ganz speziell für mich:


Raumkonzept

Kofferraum
Das Model S erfüllt mir einen Traum: Eine schicke, coupéartig geschnittene Limousine wie ein CX auf der einen Seite, auf der anderen Seite  mit großer Heckklappe und dem Ladevolumen eines Minivans oder großen Kombis.
Kofferraum. Besonders bewährt hat sich das Kofferraumkonzept:

Hinten im Oberdeck der fühlt sich der Wauwau sauwohl. Der Kofferraum ist so hoch, dass ein Hund mit 59 cm Schulterhöhe aufstehen kann um sich mal zu drehen. Die Kabelage und sonstiger Krims-Krams verweilt darunter im Unterdeck, das so große ausfällt, dass es z.B. bei Urlaubsfahrten eine große Reisetasche aufnehmen kann und trotzdem noch Platz für Kabel und andere Kleinigkeiten lässt. Der hintere Kofferraum ist dermaßen groß und vor allem tief, dass ich nie wie bei meinen Vorgängern schon ab und zu mal nötig, die Sitze umlegen musste. Das ist ein Riesenvorteil, wenn man wie ich doch recht häufig Passagieren im Fond unterwegs ist.
Vorne im Frunk werden im Alltag die persönlichen Dinge und die Lebensmitteleinkäufe verstaut. So hygienisch getrennt geht das nur im Model S.
 
Innenraum

Die Türen wirken auf den ersten Blick klein, aber das Auto ist halt sehr groß. So passt der Kindersitz in einem Flutsch durch die hintere Türöffnung, woran ich z.B. beim damaligen Probenehmen des C5II bald verzweifelt war. Vorne ist das Raumangebot prima und die Sitze sind auch auf langen Strecken sehr bequem. Auch die Kopffreiheit ist gut. Ich messe 189cm.

Allerdings ist die Kopffreiheit nur beim Model S mit dem großen Panoramadach besonders gut, denn es hinterlässt einen luftigen Ausschnitt im Dachhimmel, weil es nicht unter den Dachhimmel öffnet, sondern außen über das Dach gleitet. Hier möchte ich gleich noch anfügen, dass dieses riesige Glasdach eine wahre Bereicherung des Model S darstellt und es darunter selbst bei hoher Sonneneinstrahlung niemals thermisch lästig wurde. Eine Jalousie, wie ich sie vom Prius Plus kannte, ist hier nicht nötig.

Es gibt auch Negatives bezüglich des Innenraums. Der Sitzkomfort hinten ist eher suboptimal und einer großen Limousine absolut nicht würdig. Die Beinfreiheit geht in Ordnung, aber die Polster sind zu flach gestaltet und der Kopfraum ist doch ziemlich begrenzt. Die Kopfstützen sind zu kurz und nicht verstellbar. Ersteres wurde mit den neueren Model S nachgebessert. Sie sind nun wenigstens hoch genug ausgelegt. Die Armlehnen sind wie schon im Prius etwas zu hart.

Eine Besonderheit:  Die Türen haben keine großen Ablagen. Das ist dem Soundkonzept des Model S geschuldet, denn der beauftrage Hersteller Sinn durfte die Türverkleidungen frei mitgestalten. Optisch ist das wunderschön, weil die Türverkleidungen ein elegantes, reduziertes Design haben können und akustisch ist das schlicht der Hammer. Vergiss die Ablagen! So ist's  besser. J


Fahreigenschaften


Fahrgefühl
Ich habe noch ein Auto besessen, das sprichwörtlich wie ein Brett liegt. Das Model S ist so ein Auto. Ich habe aber schon Autos gefahren, die wie ein Brett liegen. Die federten dann aber auch wie ein Brett.  Mit dem Model S scheint es erstmals möglich, unfassbare Kurvengeschwindigkeiten mit einem relativ sanftem Fahrwerk zu kombinieren. Das Rezept des tiefen Schwerpunkts durch die im Boden verbauten Batterien ist im Alltag omnipräsent. Das Auto neigt sich nicht in Kurven, zirkelt zielgenau in Kehren und cruist geradezu spielerisch durch den Verkehr. Dabei hinterlässt das Model es stets das Gefühl, nicht in einem Sportwagen, sondern in einer komfortablen Limousine zu sitzen. Wie kann man jemals wieder anders Auto fahren?

Und dann natürlich der Antriebskomfort. Das Auto ist extrem leise. Ob Tempo 100 oder 120: Je nach Asphalt 59 bis 62 dBA. Das können andere zwar auch. Aber nur unter optimalen Bedingungen.
Man stelle sich vor, einen steilen Berg mit der Geräuschkulisse hochzufahren, die ein Verbrennerauto nur erreichen kann, wenn es den selben Berg mit abgeschaltetem Motor hinunterführe. Das stets leise Fahren ist jeden Tag ein Grund zur Freude und zeigt wie unschlagbar der Elektrische Antrieb in Sachen Geräuschkomfort ist. Jedes andere Auto wirkt diesbezüglich wie ein Oldtimer.

Klar können andere Autos auch mal recht leise fahren. Und die Tester messen ja auch immer in der Ebene, unter Teillast in großen Gängen gleitend. Aber diese Ruhe ist dort nicht durchgängig. Man nehme alleine den Kaltstart oder eine längere Steigung.

Auch schafft es keine Automatik, die üppige Antriebskraft dermaßen sanft und direkt zugleich umzusetzen. Kein anderes Antriebsprinzip kann bei Bedarf dermaßen schnell die  Höchstleistung abrufen.  Das ist ein Vorteil, der sich nicht nur bei kindischen Ampelstarts oder kleineren Wettrenen bezahlt macht, zu denen man sich doch mal hinreißen lässt, sondern ein ganz ernstes Argument für einen Sicherheitsgewinn beim Überholen oder wenn man mal schnell beschleunigen muss. Alles in allem sind das Sachen, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

 
Zuverlässigkeit / Wartung

Mein Model S war im ersten Jahr nicht davon befreit, unplanmäßig in die Werkstatt zu müssen. Eine Panne oder einen Defekt gab es jedoch nicht. Auch ein Liegenbleiben wegen einer leeren Batterie war über die 30TKM nicht im Ansatz zu berfürchten

Unplanmäßig in die Werkstatt zu müssen war genau einmal der Fall. Es war aufgrund eines freiwilligen Rückrufs. Grund war der vorsorgliche Wechsel des Kontaktors. Das ist ein Schütz in der Fahrbatterie.  Eine Upgrade-Maßnahme war es noch, die mich in die Werkstatt führte, aber freiwillig von mir vorgezogen wurde.  Ich hätte auch bis zur kommenden Inspektion warten können.

KM 450: Ranger kommt in die Firma zur Nachjustierung des Fahrlichts

KM 2.555: Online-Software-Update 5.88 auf 5.90

KM 4.258: Online-Software-Update 5.90

KM 8.701: Vor-Ort Ranger Service Vorsorglicher Wechsel des Tachodisplays

KM 10.750: Online-Software-Update 5.90 auf 6.00

KM 14.529: Freiwillig vorgezogener Werkstattaufenthalt.  Montage des Titan-Unterbodenschutzes und Retrofit des Doppelladers auf 32 kW 8 (zuvor 26 kW)

KM 20.979: Inspektion

KM 23.493: Winterreifen Michelin A4 montiert (Reifenhändler)

KM 27.816: Online-Software-Update 6.00 auf 6.10

KM 28.573: Garantie: Contactor ausgetauscht, Drive-Unit ausgetauscht. Autobahnpaket als kostenloses Upgrade nachgerüstet

KM 30.181: Online-Software-Update 6.10


Verbrauch / Ökologie / Tankkomfort


Verbrauch

Hierzu muss ich nicht viel schreiben. Ich hänge weiter unten die Daten an und verweise auf meinen Spritmonitor. Eine schwere Limousine mit der vergleichbaren Energiemenge von 1,9 Litern Diesel auf hundert Kilometern zu bewegen, sagt doch schon alles.


Ökologie

Ich lade ich ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen vorrangig tagsüber in der Firma, und die hat eine riesige Dachfläche. Alles voll mit Solarzellen.
Für andere Ladestellen habe ich einen Vertrag mit garantiert 100 Prozent Wasserkraft. Die Diskussion, wie der Stromzertifikatehandel funktioniert, bitte ich hier mal sein zu lassen. Mein Anbieter ist Lichtblick.

Jedenfalls bin ich der Auffassung, dass man ein Elektroauto auch mit Ökostrom fahren sollte. Auch wenn der CO2-Ausstoß selbst mit den Deutschen Strommix weit unter dem vergleichbar großer und starker Autos mit Verbrennungsmotoren bleibt: 110 g/km (Spritmonitor setzt einen veralteten, viel höheren Wert an). Welche Limousine mit gleichen Ausmaßen und Leistungen schafft da in der Praxis weniger als das Doppelte?


Tankkomfort

Als ich das Model S im Juni 2013 bestellte, gab es nicht eine Supercharger-Station in Deutschland. Es kursierten Gerüchte, dass Tesla das Superchargernetz auch für Deutschland plane. Also bestellte diese Option ich vorsorglich für mein Model S.
Klar, auf Langstrecken muss man sich mit dem MS 60 schon mal gedulden. Jedenfalls mehr als mit dem Model S 85. Das kommt aber ganz auf die Reisegewohnheiten an.
Bisher hatten wir es zwar so, dass die Passagiere langsamer und genauso oft pausierten als/wie mit dem Model S 60. Das liegt einerseits daran, dass man, wenn man eh schon mal pausiert, das dann auch gerne ausgiebiger nutzt und etwas zu trinken bestellt. Dann muss erst mal der Service kommen, den Kaffee bringen, wieder zum Zahlen gerufen werden. 
Ein weiterer Grund, warum Pausen eher willkommen als störend sind, liegt in der bei uns gewohnten Reisekultur. Wir hielten auch schon mit den Verbrennern alle spätestens alle 2-3 Stunden an. Ob wegen des Hundes, Toilette oder Zigarettenpausen. 
Gestern war es allerdings erstmalig andersherum. Mitten in der Nacht an einem Supercharger zu laden, wo nachts die größte Attraktion eine Cafetria einer Total-Tankstelle ist, mit krächzendem Radioprogramm aus dem Deckenlautsprecher und einem Automatenkaffee, der einem das Mundwerk verbrüht, wo selbst tagsüber nur ein Mc-Donald's „Restaurant“ als Alternative blüht - das ist auch für den erfahrenen Tesla Model S 60 Fahrer eine Zumutung. So verbrachten wir die 25 Minuten zum Aufladen lieber im schönen Auto und genossen den guten Sound der Anlage und die Annehmlichkeiten von Sitz- und Standheizung. Wir hatten bisher aber viel bessere Erfahrung und nette Erinnerungen an Pausen. Wer einen Tesla fährt, trifft an der Station entweder auf andere Tesla-Fahrer oder auf Tesla-Interessierte. Ein späteres Wegfahren ist somit nie der Betankungszeit, sondern dem Umständen des Pausierens geschuldet gewesen. Das Model S war also immer schneller als wird. Aber so wie eben des nachts passiert beschrieben kann das auch mal sein.
Auf den Langstrecken sind die Ladezeiten nun mal länger als mit Verbrennern. Das kann man mit dem Model S 85 zwar noch mal deutlich relativieren. Aber für  Fahrprofile mit Schwerpunkt auf Langestecke brauchte es dann noch mehr Reichweite und noch schnelleres Laden. Oder ein Umdenken, was nebenbei auch nervenschonende Effekte mitbrächte

Aber im Alltag? Bei meinem Nutzungsprofil ist das Laden ein Gewinn gegenüber vorher, kein Verlust. Mein Auto tankt von selber, während ich arbeite, shoppe, schlafe, am Strand den Lenkdrachen steuere.
Wer solche Rahmenbedingungen hat und sie aus der Ferne schon erkennen kann gegenüber anno dazumal, als man auch im Alltag zur Tanke fuhr und mit den muffeligen Tankrüsseln hantierte, an der Kasse anstand und die EC-Karte zückte, versteht, dass das Betanken im Grunde genommen mehr Fortschritte bietet als üblicherweise angenommen wird. Die Nachteile des alten Betankens sind für mich passé und brauchen auch bitte nicht wiederzukommen.  Ich habe aber auch ein sehr gut passendes Mobilitätsprofil.

 
Fazit

Einmal Model S, wieder Model S.
Wegen des passenden Fahrprofils erwies sich das Model S 60 als durchweg ausreichende Option. Ich werde nur deswegen auf den 85er umsteigen, weil es den 60er leider nicht als Allradversion gibt, auf die ich wirklich scharf bin. Die bahnbrechenden Vorzüge des Konzepts in meinem Alltag überwiegen die wenigen Anpassungen, für welche ich auf den relativ seltenen Langstrecken ab und zu noch bereit sein muss. Alle anderen Anpassungen sind positive: Leiser, sauberer, schneller, komfortabler und mehr Platz im Auto durch Wegfallen des Verbrennungsmotors und seiner komplexen wie platzraubenden Peripherie.

Wer in der Preisklasse jenseits der 65.000 Euro keine Ohnmachtsanfälle bekommt und die Zugänglichkeit einer eigenen Lademöglichkeit herstellen kann, soll das Model S unbedingt in  Betracht ziehen. Denn es gibt auch und vor allem beim Elektroauto: Probieren geht über studieren. :)

Soweit zum Probieren, nun zum Studieren. Zum Abschluss meine Logdaten:

Stromkosten (inclusive Ladeverluste, Standheizung, Bereitschaftsmodus)




Tank-to-Wheel Verbrauch - Gesamt


Saisonbereinigt aufgeschlüsselt











Verbrauch vs Temperaturbedingungen


Jeder Punkt steht für einen Ladevorgang. Die Temperaturen sind nächtliche Tiefstwerte im Taunus.

Verbrauch vs Verkehrsarten


PF= Probefahrten, NL = Niederlande, PS = Pendelstrecke

Verteilung des Fahrstils



Bemerkung:
Der Ecoanteil war vorwiegend auf Autobahnen, also Tempi um 100 und 110,
wenn Bedingungen wie Schneefall, Starkregen oder Kälte die Reichweite beeinflussten.
Die Supercharger lagen 230 km auseinander. Daher war manchmal ein vorsichtiger
Umgang mit dem Gaspedal nötig. Das ist nun mal mit dem Model S 60 noch nötig.
Aber es waren auch ein paar wenige Fahrten im Sommer dabei, um mal zu sehen,
wie niedrig der Verbrauch des Model S bei einem Eco-Fahrstil sein kann, oder weil
Sonntagsfahrer einfach keinen normalen Fahrstil zuließen. :-)

Wer noch ein bissl Fotos meines MS angucken will, kann das hier tun.

Das war's soweit erst mal mit meinem Fazit aus dem ersten Jahr mit dem Model S.

Grüße
Holger


 Jorin hat den Link zu den Fotos korrigiert.

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 1
 :applaus: Danke für dein tolles Fazit. Hätte fast erwartet, dass Du total begeistert bist  ;D  ;D  ;D

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 2
Mit der nötigen Knete hätt ich das genauso gemacht, bis auf die Farbe des Autos. Ein Jahr kein Defekt? Sagenhaft. Kaufen und Ruhe haben. Nach den Bildern scheinen nichtmal die hinteren Bremsscheiben zu rosten. Der Autobahn-Energieverbauch ist mit 20,3 kWh/100 km recht niedig, vermutlich bei mäßiger Geschwindigkeit. Passt einfach. :-)

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 3
@Holger, vielen Dank für den sehr informativen und interessanten Bericht ...

Grüße, Sven

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 4
Ich glaub, ich muss wieder mal Lotto spielen.
Danke für den Bericht.  :applaus:

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 5
Nach den Bildern scheinen nichtmal die hinteren Bremsscheiben zu rosten.

Die Bilder sind vom letzten Winter. Aber nein, sie rosten nicht. Die Bremsen sind von höchster Qualität.
Vermutlich völlig überdimensioniert, aber im Falle des Falles ist das dann doch wichtig.
Allerdings muss man sie noch öfter vom Salz freibremsen, weil die Reku dermaßen stark ist,
dass man auch bei flotter Gangart kaum mal auf die Bremse muss.

Zitat
Der Autobahn-Energieverbauch ist mit 20,3 kWh/100 km recht niedig, vermutlich bei mäßiger Geschwindigkeit. Passt einfach. :-)

Das ist der kleinen Batterie des zum Pendeln angeschafften MS 60 geschuldet. Zwischen den Superchargern muss ich im Sommer je nach Wetter 120-140 einhalten und im Winter 100-120. Mit dem MS 85 kann man höhere Tempi angehen.

Schau mal das Spektrum im Pendelstrecken-Balken (PS) ganz rechts an. :-)


Wenn ich nicht von Supercharger zu Supercharger hangeln muss, dafür steht der reine Autobahnanteil in der Tabelle, kann ich drauftreten, wie es das Herz begehrt.
50% meiner Pendelstrecke ist Autobahnanteil. 50% davon sind zwar auf 100 limitiert, aber die anderen 50% kann man voll drauflatschen. Verkehr gibt es dort auch nicht (A671). Trotzdem habe ich es selbst bei durchgehend brachialstem Fahrstil, auch auf der Landstraße, nicht geschafft, bis zur Stromtankstelle über 25 kWh/100 km (äq 2,5 L Diesel) zu kommen. Auch die Probefahrten mit Demo der Beschleunigung so oft wie verlangt, ließ das bisher nicht zu. Mein Auto fährt halt auf Pendelsstrecken. Wer nur auf der Autobahn bläst, kann auch Werte von jenseits 30 kWh erreichen. Ich denke, dass 40 kWh nicht realistisch auf öffentlichen Straßen darstellbar ist.

Ich möchte noch meine Meckerlliste nachreichen, denn die kam in meiner Bilanz, die natürlich von großer Begeisterung und tiefer Überzeugung geprägt ist, etwas zu kurz.

Prio: Was in der Liste meiner Werkstattbesuche vielleicht nicht so auffallend war: Ich habe eine neue Antriebseinheit (drive unit) erhalten. Bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 120 km traten zunehmend Summgeräusche auf. Leise, aber ehmt vernehmbar. Dann kann man auch gleich wieder Verbrenner fahren. :-)
Das ist eines Elektroautos nicht würdig und wurde von mir reklamiert. Und damit war ich wirklich nicht alleine. Sehr viele Model S erhielten ein neues drive unit.

Meckerliste:

- Eine Abdeckung der Dachträgeraufnahme hatte sich gelöst

- leises Knarzen der Sicherheitsgurtführung in der B-Säulenverkleidung wurde abgestellt.

- Dass die Fronthaube über dem Frunk händisch geschlossen werden muss, ist suboptimal und angesichts des sonstigen Bedienkomforts sehr irritierend, nein, ärgerlich. Tesla empfiehlt sogar, das mit zwei Händen zu machen, damit die Haube keine Beulen kriegt. Daumen runter!

- Das Radio (UKW) braucht man gar nicht erst anzumachen. Unterste Qualität. Und das vor einem Soundsystem, das ansonsten bei Klang und Bedienung Maßstäbe setzt.

- Die Abdeckung des Unterflurkofferraum wird lose in eine Ausparung gelegt. Das wirkt sehr billig und ist nicht schön zu bedienen.

- In dieser Klasse hätte ich ein echtes Kurvenlicht, nicht nur ein Abbiegelicht erwartet. Teure Batterie hin oder her. Den Aufpreis hätte ich inkauf genommen.

- Der Blinkerhebel sitzt zu tief. Altes Mercedes Prinzip. Gewöhnungssache. Das wurde inzwischen geändert. Neues Mercedes Prinzip. :-)

- Die Scheibenwischer und auch die Sensorik könnten besser funktionieren (Mercedes)

- kein LTE für ein Auto, das stets online ist.

Das war's. Dem gegenüber stehen die vielen Sachen, die ich gar nicht erwähnen konnte und wollte, die einfach sehr gut, wenn nicht maßstäblich gelöst sind. Die Liste wäre schier endlos und würde hier den Rahmen sprengen. Damit meine ich nicht nur Funktionen wie die freie Belegung der Display-Anzeigen oder die Bordcomputer, sondern auch ganz banale Features wie z.B. die Lenkung.

Grüße
Holger

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 6
Die Liste der defekten oder potentiell defekten Teile ist absolut gesehen relativ lang, für ein Neukonzept verständlich. Wenn mir so etwas bei der reifen E-Klasse passieren würde, wäre ich ganz schön angefressen. Aber Tesla schafft es hier trotzdem zufriedene und begeisterte Kunden zu haben, Respekt!

- Drive-Unit (das sind die 2 Motoren + Steuerung, oder?)
- Tachodisplay (12"?)
- Kontaktor / Schütz
- Doppellader 32kW
- verstärkte Stabilisatoren / Fahrwerk

zusätzlich noch der Titanboden, aber das war kein Defekt, sondern eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme.

Das sind alles zusammen teure Teile mit komplizierten Einbauten und somit auch ganz erhebliche Qualitätskosten pro Fahrzeug, die Tesla zu tragen hat. Wenn das bei jedem Tesla so oder ähnlich war, weiss ich langsam, wie der hohe Verlust in 2014 zu Stande kam. Im Moment geht es sicher vornehmlich um Kundenzufriedenheit und "keine schlechten Nachrichten".

Für Kunden ist die Situation gerade super, da Tesla alles tut, damit die Model S erfolgreich gefahren werden können.

@e-motion: Was ich super finde: das Du vornehmlich von Deiner Solaranlage auf dem Dach tankst. So ist Deine Bilanz echt blitzsauber. Dafür noch ein  :icon_danke_ATDE:

Gruss

Wanderdüne




Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 7
Die Liste der defekten oder potentiell defekten Teile ist absolut gesehen relativ lang, für ein Neukonzept verständlich. Wenn mir so etwas bei der reifen E-Klasse passieren würde, wäre ich ganz schön angefressen. Aber Tesla schafft es hier trotzdem zufriedene und begeisterte Kunden zu haben, Respekt!

Ich versuch das mal ein bisschen aufzubröseln, um Missverständnissen nachzukommen.

- Drive-Unit (das sind die 2 Motoren + Steuerung, oder?)

Das Model S hat nur einen Motor. Das Geräusch entsteht im Lager des Direktantriebs,
das verkapselt ist, aber leider mit dem falschen Öl versehen.  Ich gehe davon aus, dass Tesla den Austausch zwecks Kundenzufriedenheit vornimmt. Wobei im US-Forum kursiert, dass inzwischen das Lager getauscht wird.

- Tachodisplay (12"?)
Das hinterm Lenkrad. War eine Sache von 10 Minuten.
Tesla wird sich das beim Lieferanten, also dem Hersteller des Displays zurückholen, oder?

- Kontaktor / Schütz

Klarer Defekt. Bei mir Vorsorge, nachdem mehrere Defekte auftraten bei Leuten, die das Auto richtig rangenommen hatten.

- Doppellader 32kW

Sorry, habe ich nicht korrekt geschrieben. 32 A, oder 22 kW

Kein wirklicher Defekt, sondern Korrektur einer Vorsichtsmaßnahme. Die ersten Lieferungen mit (immer aufpreispflichtigem) Doppelllader luden mit 32 A. Dann stellte sich heraus, dass ein Verbindungskabel wohl zu schwach ausgelegt war. Es wurde nicht der Doppelllader, sondern ein Kabel getauscht, Das war keine große Sache, ging aber nur im Service-Center.

- verstärkte Stabilisatoren / Fahrwerk

Freiwillige Option für deutsche Kunden. Elon Musk fuhr auf deutschen Autobahnen und hat eingesehen, dass für Highspeed
eine andere Abstimmung als die weltweite her musste. So kündigte er an, dass er seine Techniker anweisen würde, speziell für deutsche Kunden mit dem Model S 85 ein Autobahnpaket zu entwickeln, das dann kostenlos nachgeliefert würde. Das Model  P85 hatte diese Auslegung schon ab Werk.  Übrigens versprach er auch eine Erhöhung des Top Speeds.

- zusätzlich noch der Titanboden, aber das war kein Defekt, sondern eine zusätzliche Sicherheitsmassnahme.

Ja, nachdem komischerweise 2 Teslas brannten, einmal nachdem über einen LKW-Kotflügel und einmal nachdem über eine Pickup- Anhängerkupplung gefahren wurde, die sich in die Batterie bohrten. Es war seinerzeit eine Handvoll Teslas auf der Straße. Nun sind es zig tausende und anscheinden sind keine AHK und Kotflügel auf US Autobahnen mehr vor Teslas verloren worden.  Ich habe dazu kein Statement, nur die Sicht auf ein statistisches Wunder. Das Titan-Schild ist eine freiwillige Option. Wie auch das Autobahnpaket. Kann man installieren lassen, muss man aber nicht.

Das sind alles zusammen teure Teile mit komplizierten Einbauten

- Das habe ich jetzt ein wenig differenziert. Aber so ist es, wenn man als Newcomer einerseits noch lernen muss, andererseits den Kunden so weit wie möglich davon unbeschadet halten will.

Zitat
und somit auch ganz erhebliche Qualitätskosten pro Fahrzeug, die Tesla zu tragen hat. Wenn das bei jedem Tesla so oder ähnlich war, weiss ich langsam, wie der hohe Verlust in 2014 zu Stande kam. Im Moment geht es sicher vornehmlich um Kundenzufriedenheit und "keine schlechten Nachrichten".

Na klar, nur den "hohen Verlust" bewerte ich anders. Die weltweit getätigten Investionen in die Service-Infrastruktur, Personal, Supercharger sind wieder ausgeblendet, fanden und finden aber statt.

Zitat
Für Kunden ist die Situation gerade super, da Tesla alles tut, damit die Model S erfolgreich gefahren werden können.

Auch andere Hersteller haben Anlaufprobleme. Obwohl sie bereits etabliert sind.
Die Geschichten um die E-Klasse in gewissen Perioden kennt wohl jeder.
Ich kenne jedenfalls die Taxifahrer, die das mitgemacht hatten.
Nicht alles ist Gold was glänzt. Sonst wäre die E-Klasse in der Kundenzufriedenheit sicher besser platziert.
Meine letzte Probefahrt gab ich einem E-Klasse-Fahrer, dessen Motor nach 2,5 Jahren mit 220TKM, O-Ton, "geplatzt" war.
Mercedes übernahm nach seiner Aussage keine Kosten für den Motor, "schenkte" ihm aber die Arbeitszeit und gab sich dabei noch großzügig. Ob das stimmt weiß ich nicht. Aber warum sollte er das erfinden?

Ich finde Werkstattaufenthalte überhaupt nicht witzig. Egal ob bei Tesla oder Toyota. Wie oft unser P2 zurückgerufen wurde und auch Defekte hatte, kann ich ja mal auflisten. Bis zum Totalausfall der Fahrbatterie. Auch der P3 hatte tüchtige Anlaufprobleme und Rückrufe. Der P+ war noch der beste. Den P2 habe ich noch und der P+ läuft noch in der Firma. Vor diesen Autos schlägt sich der Tesla überraschend wacker.
Ich hätte viel schlimmeres erwartet. Auch von der Anmutungsqualität. Die Vorführer waren lausig verabeitet. Das war aber kein Kriterium vor dem revolutionären Konzept. Und siehe da, ich war überrascht. Meiner war fast tadellos. Des Knacksen am Gurt war sehr leise, ein Toyota-Fahrer würde sich drüber totlachen, aber im MS hört man das nun mal und es war genau am linken Ohr, deswegen hatte ich es bei der Montage des Titan-Schilds erwähnt und abstellen lassen.

Übrigens: Windkraft produziert in seiner Kette weniger CO2 als Wasserkraft und Wasserkraft weniger CO2 als Solar.
Wenn die Zellen aus China kommen, sieht's noch schlechter aus :-)
Der Vorteil ist, dass ich immer mittags lade, also wenn die Solarenergie ihre Peaks ins Netz schießt.

Grüße
Holger



[/quote]

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 8
Heute habe ich mir eine neue Ladestation vom Anbieter The New Motion installieren lassen. Die vorherige vom Anbieter Wallb-e war leider vor ein paar Wochen kaputt gegangen und muss eingeschickt werden. Zwischenzeitlich hatte ich mit meiner mobilen Ladebox geladen, was nicht so komfortabel war, wie mit der festen Installation.

Das ist die neue:


Das Highlight an der 22kW Box von The New Motion ist die Online-Überwachung der Box.
Ich kann mir nun die Stromverbäuche und Ladestatistiken bequem am Rechner ansehen,
statt im Anschlussraum am Zähler abzulesen und zu notieren.

Außerdem kann ich meine Station nun anderen Nutzern mit einer The New Motion RFID Karte zur Verfügung stellen
und deren Stromentnahme überwachen, kostenlos abgeben, wenn ich will, oder sie aber auch über the New Motion
abrechnen lassen, die mir den Betrag dann gut schreiben. Andere laden zu lassen ist aber sekundär, es geht mir
vor allem um meine geliebte Statistik:



Das Bild zeigt unsere ersten Ladetests während der Installation der Box.


Grüße
Holger

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 9
Ein Jahr kein Defekt? Sagenhaft. Kaufen und Ruhe haben.
hmm, meinen Prius3 hatte ich 5 Jahre, bzw 185.000 km und hatte auch keinen einzigen Defekt, Es geht schon,...

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 10
Meckerliste:

Ich hatte mir vor 2 Monaten mal den P85 für ein Wochenende ausgeliehen (in München hat die Caro Vermietung ein paar davon), und auf meiner Mängelliste stand danach sowohl das Radio, als auch die uneinheitliche Benutzerführung in teils englisch, teils deutsch, die manuelle (!) Leuchtweitenregulierung (in einem 100.000€ Auto?), und on Top das grottenschlechte Navi. Das ist im Prinzip nur ein Google Maps, funktioniert nur mit aktiver Online-Verbindung (die Funkabdeckung ist ja in unserem technologisch so tollem Land leider nicht überall durchgängig vorhanden, von UMTS oder LTE wag ich garnicht mal zu sprechen), und das nur zu einem Ziel routen kann, Zwischenstops gehen nicht. Das ist besonders doof, wenn man zu Ziel A will, dabei aber noch nen Schlenker zu einem (oder mehreren) SuperChargern mit einbauen möchte.
Das Auto an sich ist technologisch absolut top, da gibt's nix zu meckern. Aber umsomehr tun dann solche Patzer im Bedien- oder Komfortbereich weh.

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 11
manuelle (!) Leuchtweitenregulierung (in einem 100.000€ Auto?)
Das ist von der Zulassung her nicht möglich, alle Fahrzeuge mit besonders lichtstarken Scheinwerfern (Xenon) müssen eine automatische Leuchtweitenregulierung haben. Allerdings kann die Leuchtweitenregulierung auch über die Niveauregulierung des Fahrwerkes realisiert werden, wenn vorhanden. Und so wird das geregelt sein, ist bei Mercedes auch so.

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 12
Hallo,

dann war das keine 100 kEuro Version des Tesla. Mit dem Techpaket kommt ein on-Board Navi und bei der Luftfederung ist keine Leuchtweitenregulierung erforderlich ( und die Version kostet auch keine 100 kEuro!!). Beim Radio gab es wohl ein update, ich habe damit keine Probleme (zumindest nicht mehr als im Prius, der ist ja auch kein Weltempfänger :-) ).
Wenn ich auf Grund des Preises ein Auto ohne Klimaanlage kaufe oder leihe, dann darf ich mich auch nicht beschweren, dass es im Sommer heiss darin ist ;D

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 13
Siehe http://my.teslamotors.com/de_DE/models/design "Tech-Paket mit Autopilot". Über ein on-Board Navi speziell im Tech-Paket steht da nix. Allerdings steht bei der Serienausstattung darüber "Navigation mit Kartenmaterial". Eventuell hat Tesla inzwischen diese oder die Navi-Software aktualisiert. Dass dieses Fahrzeug, vom Fahrer unkontrollierbar, Navigationsdaten an google gesendet haben dürfte oder noch sendet, ist eigentlich ein Unding. :icon_wp-exclaim:

Bei Radio scheint sich auch was verbessert zu haben bzw. zu verbessern, siehe http://tff-forum.de/viewtopic.php?f=57&t=3922
http://www.auto-motor-und-sport.de/testbericht/hifi-systeme-tesla-vs-audi-der-hifi-gipfel-8913934.html

Antw.: Tesla Model S 60 - 2/2014

Antwort Nr. 14
Seit ein paar Tagen ist das Onboard Navi in der Basisversion enthalten!

Zitat
Navigationsdaten an google gesendet
Wenn Google Verkehrsdaten, also z.Bsp. Stau auch auf Nebenstraßen anzeigt, wo kommen diese wohl her?
Da hier auch Stauinfos für wirklich kleine Nebenstraßen vorliegen, liegt fast der Verdacht nahe, das alle Andoid Telefone da was ausplaudern. Teslas fahren ja nicht so viele rum.

Also, wer das nicht möchte, Mobilephone ausschalten, besser noch zerstören und nur noch Oldtimer fahren.