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Thema: Probefahrt Renault Zoe (4167-mal gelesen)
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Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 15
So, hier nun mein Bericht über den Renault ZOE. Der Verkäufer war sehr kompetent und hat mir eine kurze, für eine Probefahrt aber ausreichende Einführung in den ZOE und seine Funktionsweise gegeben. Beim Erklären der Multifunktionseinheit in der Mitte des Armaturenbretts fiel ihm dann das Fehlen der Speicherkarte für das Navi auf, welche sich dann leider nicht mehr auffinden ließ, schade.
da ich mir am Vorabend die Bedienungsanleitung schon online durchgelesen hatte war ich mit den mir wichtigen Details vertraut und die Fahrt konnte beginnen.
Gleich als erstes suchte ich eine Sitzhöhenverstellung beim Fahrersitz. Fehlanzeige, nicht nur in dieser Ausstattungsvariante ( Intens ) wie sich später herausstellte. Der Akku war voll und die Reichweitenanzeige gab 287 Km an.
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Als Teststrecke wählte ich die erste Etappe meines Arbeitsweges nach Berlin. Fast alles Landstrasse, meistens 80, selten 100 km/h, mit einigen Ortsdurchfahrten. Das Ganze dann auf dem Hinweg im ECO-Modus.
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Der Durchschnittsverbrauch mit 13,6 kWh/100 km liest sich zunächst nicht schlecht, aber ich habe bei einer Außentemperatur von +11°C in der Kiste leicht gefroren. Im ECO-Modus verdient die Heizung leider nicht ihren Namen, die Sitzheizung spricht aber schnell an und wärmt Sitzfläche und Rückenlehne. Das nächste Feature das nicht lieferbar ist, ist ein beheizbares Lenkrad. Bei E-Autos in meinen Augen unverzichtbar.
Auf dem Rückweg wollte ich dann weder frieren, noch nur 95 km/h fahren, wie der ECO-Modus es festlegt.
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Die jetzt angezeigten 15,1 kWh/100 km fand ich dann garnicht so viel, da die Heizung auf 26°C stand und der Tempomat schön die 100 km/h gehalten hat.
Zum Abschluß wollte ich noch wissen wie lange es dauern würde den ZOE an der heimischen Steckdose wieder aufzuladen. In der Garage dann an die Steckdose und siehe da, nach 14h und 20 Min. wäre der Akku wieder voll.
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Überprüft, ob diese Angabe stimmt habe ich jedoch nicht, da ich den Wagen ja wieder abgeben musste.
Mein Fazit:
Das wird wohl nicht mein Auto werden. Wenn ich mich bei +11°C  nicht so richtig wohl fühle, wie soll das dann erst bei -5°C werden?
Das bestimmte Sonderausstattungen nicht lieferbar sind hat mich auch enttäuscht und so bin ohne Wehmut mit meinem NX vom Hof gefahren.

MfG

Lars

PS der max. Ladestrom beträgt 22kW
PPS ich habe mich heute bei Mitsubishi für eine Probefahrt für den Outlander Plug-In angemeldet
 

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 16
Danke für den Bericht.

Hast Du auch gefroren als die Heizung auf 26 Grad stand?

Die 14 Stunden 20 Minuten Ladezeit verstehe ich nicht. Angezeigt wurde ein Verbrauch von 8 kWh.

Selbst bei niedrigen 10 Ampere an der Steckdose sind das immer noch 2,4 kWh. Damit wäre der Akku in ca. 3,5 Stunden voll. Selbst bei Ladeverlusten sollte dann der Akku wieder in 4 Stunden voll sein.

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 17
Auf dem Rückweg war es dann schon angenehm warm. Das funktioniert allerdings nicht im ECO-Modus.
Die 8 kWh bezogen sich nur auf den Etappenverbrauch. Der Akku hatte nur noch eine Kapazität von 49%, welche groß im Display angezeigt wird, und daher müssten ca. 21 kWh geladen werden. Der Ladestrom betrug 2,5 kW. Die Restzeitanzeige hätte sich wahrscheinlich im laufe der Zeit angepasst, dafür fehlte jedoch die Zeit.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 18
Ok. Danke. Dann war es ein Zoe mit 41 kWh Akku.

Sind die 41 kWh eigentlich brutto (Akkukapazität) oder netto (verfügbare kWh, Restkapazität, um Lebensdauer des Akkus zu erhöhen)? Oder gibt es da wie bei Tesla keinen Unterschied und man muss selbst darauf achten, dass der Akku bei den letzten 10-20% nicht so stark belastet wird?

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 19
Ich weiß nicht, ob es hier schon mal Thema war, aber zur Zeit kann man den Zoe bei Renault einen Tag lang kostenlos mieten bzw. Probe fahren.
Z.E. 24 Stunden Probefahrt :: Renault Deutschland AG

 

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 20
Das war bei meiner Probefahrt auch eine Option, aber mein Terminkalender hat mir da einen strich durch die Rechnung gemacht.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 21
Jetzt haben wir auch noch das 24 Stunden Angebot von Renault genutzt und sind mit dem Renault ZOE Probe gefahren.
Z.E. 24 Stunden Probefahrt :: Renault Deutschland AG
Auch wenn Zoe ein weiblicher Vorname ist und oft von der Zoe gesprochen wird, verwende ich die männliche Form, da Renault es auch tut.

Der Wagen wurde uns von einem Autohaus in ca. 25 km Entfernung zur Verfügung gestellt, nannte sich ZE40 mit 65kW (88PS) Motor und 41 kWh Akku.
Da wir einen Ersatz für den Yaris als BEV suchen, wäre der Zoe von der Größe her natürlich der Kandidat schlechthin und ich vergleiche ihn deshalb auch mit ihm.
Unser Ziel, im Winter 250 km und im Sommer >300 km weit zu kommen, sollte den technischen Daten nach und auch lt. dem Fahrbericht in der FAZ (der hier schon mal verlinkt war) gewährleistet sein.
Elektroauto Renault Zoé im Reichweite-Test

Sitzen und Bedienung:
Das Lenkrad ist in der Höhe und Tiefe verstellbar, der Fahrersitz nur nach vorne und hinten. Ich (1,85) habe trotzdem reingepasst und der Innenspiegel war mir nicht störend im Weg.
Das einzige Komfortfeature war ein normaler Tempomat. Den muss man auf der Mittelkonsole einschalten und hat dann die Bedientasten rechts und links auf dem Lenkrad.
Den Bordcomputer bedient man mit 2 Tasten an einem Hebel rechts am Lenkrad.
Die Klimaautomatik ist nur für Fahrer und Beifahrer gemeinsam regelbar und wo die Luft raus kommen soll, kann bzw. muss man an 3 Tasten in der Mittelkonsole wählen. Eine Automatikfunktion ist nicht vorhanden.
Wie im Zeitungsartikel beschrieben hatten auch wir kalte Füße - und dazu noch kalte Knie. Das Innenraumklima war nicht wirklich angenehm. Heizung auf 22°C – oben warm unten kalt, obwohl der Auslass auf unten und Mitte gestellt war.
@ectabane hatte Ähnliches ja weiter oben auch so beschrieben.
Die Bedienung und vor allem die „Gangwahl“ über einen Automatikhebel P-R-N-D erinnert stark an ein Verbrennerauto, ebenso die mechanische Handbremse und auch das Geräusch was das Fahrzeug von sich gibt. Vermutlich ist es die Heizung, die dieses Spektakel veranstaltet. Das Auto ist teilweise lauter als ein Benziner – nur anders – eher so turbinenartig. Dieses zusätzliche Fußgängerwarngeräusch bräuchte es im Winter wohl eher selten. Echt peinlich, wenn man mit einen E-Auto vor der Garage steht und es klingt, als wäre eben ein Flugzeug gelandet.
Die Sitze sind uns zu weich, zu kurz, mir zu schmal und bieten kaum Seitenhalt. Mit dem Yaris sind wir mal 900 km in 2 Etappen zu je 450 km über Landstraßen völlig entspannt in den Urlaub gefahren - und genau so lange wieder zurück. Das möchten wir mit dem Zoe beide nicht.

Fahren:
Das Auto hat einen 65 kW Motor und wiegt ca. 1.500 kg. Dementsprechend sind auch die Fahrleistungen.
Da wir vorher mit dem Nissan Leaf, Hyundai Kona und Kia Niro gefahren sind, hatten wir das Gefühl, dass der Zoe nicht „die Wurst vom Teller zieht“. Bis 50 km/h ist okay, bis 70 km/h geht noch und danach wird es doch ziemlich zäh. Man muss sich schon gut überlegen, ob man einen LKW überholt. Der Yaris ist da flotter.
Der ECO Modus wurde einmal ausprobiert und sofort wieder ausgeschaltet.
Das Fahrverhalten ist ähnlich holperig wie beim Yaris, wobei er vielleicht durch das höhere Gewicht kürzere Schläge besser wegsteckt und bei längeren Wellen stärker aufspringt.

Verbrauch:
Die Testfahrt über 180 km ging - wie bei uns üblich - über Landstraßen, auf denen wenn möglich die zulässige Höchstgeschwindigkeit gefahren wurde.
Hinfahrt 90 km bei -1°C / 5 Stunden Pause / Rückfahrt 90 km bei +8°C
Durchschnittsgeschwindigkeit: 58 km/h.
Nach den gefahrenen 180 km zeigte der BC einen Verbrauch von 17,6 kWh/100 km und eine Restkapazität von 17%.
Umgerechnet nach der Restkapazität wäre der Verbrauch 18,9 kWh/100 km und die Gesamtreichweite 217 km.
Wie viel „Reserve“ bei 0% noch vorhanden ist und mit welchen Werten man rechnen kann bzw. muss weiß ich nicht. Ich bin von 41 KWh Akku und 100% bis 0% ausgegangen. Wie die Tester im o.g. Artikel trotz Autobahn 270 km weit gekommen sind erschließt sich mir wieder mal nicht. Es war wohl ein anderer Motor. Vielleicht lag es daran.
An unserer 11 kW Wallbox wurden dann 37 kWh nachgeladen, was einen zu bezahlenden Verbrauch von 20,5 kWh/100km entspricht.
Dank 3-Pasen-Lader sollte der Akku in gut 4 Stunden geladen sein - so die Anzeige.
Als er geladen war, zeigte er eine Reichweite von 285 km an.

So ist das kein Ersatz für den Yaris. Vom Preis mal ganz abgesehen.
Im Herbst soll ein Facelift mit 95 kW Motor, 400 WLTP Kilometern und CCS Ladeanschluss auf den Markt kommen.

Grüße
Rainer

Antw.: Probefahrt Renault Zoe

Antwort Nr. 22
Vielen Dank für den Bericht, Rainer! Es tröstet mich, daß sie Zoe nicht nur wegen des fehlenden DC-Laders für mich rausfällt. Offenbar wäre das ganze Auto nichts für mich.
Aber ich hoffe auch auf die überarbeitete Version! Etwas mehr Reichweite und CCS. Bisher sind aber nur spärliche Infos vorhanden, siehe z.B. Neuer Renault Zoe soll mit 95 kW und 400 km aufwarten - electrive.net

LG
Klaus