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Thema: Der e-Niro von RaiLan (577-mal gelesen)
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Der e-Niro von RaiLan

Hallo Interessierte!

Seit Mitte Oktober haben wir nun unseren e-Niro und da wird es doch Zeit, mal einen kurzen Zwischenbericht abzugeben.
Angefangen hat alles im Februar 2019, als wir so ein Auto von einem KIA Autohaus für eine 24-Stunden Probefahrt zur Verfügung gestellt bekamen.

Den Bericht dazu gibt es hier:
Meine Probefahrt mit dem Kia e-Niro Spirit - 64 kWh

Aus mehreren Probefahrten und Mieten von E-Autos kristallisierte sich der e-Niro als das für uns brauchbarste aller Fahrzeuge heraus. Warum wir ihn damals nicht gekauft haben, steht im Artikel. Zudem betrug die Lieferzeit ca. 1 Jahr.

Nachdem nun dieses Jahr die Förderprämie erhöht und die MwSt. gesenkt wurde und zudem das Modell 2020 einen 11 kW Lader, Verkehrszeichenerkennung und eine App spendiert bekam, stellte sich die Frage: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Also im Juli bei Carwow einen Vergleich gestartet und mit diesem Wissen hin zu dem Autohaus, das uns damals das Probefahrzeug überlassen hatte.
Die Lieferzeit eines Individualfahrzeugs sollte immer noch ca. 6-9 Monate sein, aber es gab Fahrzeuge aus einem Pool, die innert 2-3 Monaten geliefert werden konnten. Natürlich ausschließlich die teuerste Variante, meist in Grau, Schwarz oder Weiß. Wir haben uns dann für einen Spirit in Rot mit 64 kWh Akku entschieden.
Geliefert wurde das Auto dann Mitte Oktober.
Parallel dazu stand noch der ID.3 zur Debatte, denn der auch Probe gefahrene e-Golf gefiel - bis auf die Reichweite - ausnehmend gut.
Allerdings hat uns das Bedienkonzept nicht zugesagt. Das liegt halt am Alter, dass wir lieber Schalter, Tasten und Drehknöpfe bedienen.

Wir sind jetzt knapp 1.000 km damit gefahren und ich werde hier ab und zu was dazu schreiben.
Vielleicht trägt sich ja der eine oder andere mit dem Gedanken, so ein Auto zu kaufen.

Als genial empfinden wir nach wie vor den geringen Stromverbrauch für dieses doch recht geräumige Auto, auch wenn der aktuelle Verbrauch bei Spritmonitor das nicht vermuten lässt. Dort trage ich den real geladenen Strom ein. Also inklusive der Ladeverluste von ca. 10% an der Wallbox und bei vielen kurzen Fahrten kommt natürlich die Energie zum Heizen verstärkt zum Tragen.

Tägliche Fahrten sind dann doch anders, als eine euphorische Probefahrt und deshalb hier zuerst mal eine Positiv- Negativliste, was nach 1.000 km so aufgefallen ist.

Was gefällt:
* Gutes Platzangebot
* Man sitzt richtig gut - trotz der Ledersitze, die wir nie wieder haben wollten.
* Alle wichtigen Infos hat man als Fahrer sofort im Blick.
* Sehr sparsam im Verbrauch. Ich bin kürzlich bei 20°C 52 km mit 10% Stromverbrauch gefahren - ergibt über 500 km Reichweite.
* Der Bordcomputer rechnet ziemlich genau, eher etwas konservativ und zeigt verlässliche Werte.
* Beschleunigung und Fahrverhalten empfinde ich als gut.
* Nur ca. 10-11% Ladeverluste an der heimischen Wallbox
* Das etwas konservative Bedienkonzept mit Schaltern und Drehreglern inkl. der gut bedienbaren Tasten auf dem Lenkrad.

Was nicht gefällt:
* Das Gedudel beim Starten und Ausschalten
* Das zischende Lenkrad, also wenn man lenkt und über das Leder streicht - okay, das fiel bei der Probefahrt schon auf.
* Ein leichtes Heulen zwischen 60 und 75 km/h.
* Geräusche aus dem Kofferraum (z.B. quietschen der 6er Pack Wasser) werden durch diese Zugabdeckung fast nicht gedämmt.
* Der Spurhalteassistent ist auf Landstraßen nicht wirklich zu gebrauchen und fährt viel zu weit links. Beim e-Golf war das um Längen besser.
* Eine Fahrt im Regen und das Fahrzeug ist hinten und auf der Seite total verdreckt.
* Bei Regen ist die auch Rückfahrkamera schlecht zu gebrauchen. Beim e-Golf ist die Kamera unter dem Emblem geschützt und das klappt bei Rückwärtsfahrt hoch.
* Den Keyless Knopf am Türgriff empfinde ich als antiquiert. Selbst der Toyota Yaris 2014 hatte einen Sensor und man musste nur die Tür aufziehen.
* Die Uhrzeit kommt per GPS, aber die Sommer-/Winterzeit muss man von Hand umstellen?!
* Bei dem aufgerufenen Preis für die Spirit Version, wäre Matrix-LED schon schön.
* Beworben wird eine 2-Zonen Klimaanlage, was sich dann als "Driver only" entpuppt...!
* Jede Menge Getränkehalter, aber wenig andere sinnvolle Ablagemöglichkeiten. Das "Loch" in der Armlehne habe ich damit ein bisschen brauchbarer gemacht.
www.amazon.de/gp/product/B08DRHDRNQ
Leider passen in das offensichtliche Kartenfach keine Karten (es ist 2mm zu kurz) nur hinter den Gummi kann man welche klemmen.

So, das war's für's Erste.
Wenn sich neue Erkenntnisse ergeben, wird das hier fortgesetzt.  :-)

Grüße Rainer

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 1
Ein kurzer Zwischenbericht, wie sich das Auto im Winter so schlägt, wobei wir zurzeit fast nicht fahren.
Der jährliche Winter-Kur-Urlaub im November/Dezember ist Corona-bedingt gestrichen und sonst werden praktisch nur Einkauftouren oder mal eine Fahrt in der näheren Umgebung getätigt.

Die letzte Ladung war vor 2 Wochen und immer noch war Strom für 130 km drin!  :-)
In der Zeit bis heute wurden 221 km Kurzstrecken zwischen 15 und 35 km bei Temperaturen von 0 bis +5°C gefahren, das Fahrzeug jeweils 5-10 Minuten vorgeheizt und die Sitz- und Lenkradheizung verwendet.
BC: 18,1 kWh/100 km
Akkustand 35% = 41,6 kWh Verbrauch auf 221 km = 18,8 kWh/100 km
Geladen wurden diesmal knapp 50 kWh = 20% Ladeverluste! Der Akku war kalt, vielleicht lag es daran.

Ich bin mal bei -3°C meine „Teststrecke“ gefahren, die ich auch mit den gemieteten Autos zurückgelegt hatte. Die Strecke ist hügelig mit 2x ca. 50-60 Meter Höhendifferenz.
Mit dem Vorheizen auf 21° Innentemperatur und Sitzheizung hat der e-Niro für die 35 km lange Strecke einen Verbrauch von 18,4 kWh/100 km angezeigt.
Das ergäbe eine Reichweite von ca. 350 km und deckt sich mit der Anzeige vom Akkustand. Der sank auf den 35 km um 10% von 45% auf 35%. Auf Langstrecken dürfte man noch etwas weiter kommen.
Rechnet man die üblichen ca. 10 % Ladeverluste ein, sind bei diesen Temperaturen um die 20 kWh/100 km zu zahlen.

Damit ist der Niro das e-Auto mit dem geringsten Winterverbrauch das ich bisher gefahren habe und es erfüllt unsere Erwartungen, im Winter zumindest 250 km und im Sommer mindestens 350 km weit zu kommen, vollends.

Heute hat es geschneit und der BC hat auf schneebedeckten Straßen einen Verbrauch von 23 kWh/100km angezeigt. Das deckt sich mit dem berechneten Verbrauch von ca. 9% der Akkukapazität auf 26 km. Auch hier wieder mit Vorheizung und Sitzheizung.
Die Motorsteuerung bzw. Antischlupfregelung auf schneebedeckten Straßen regelt sehr angenehm, allerdings schiebt das übergewichtige Kerlchen mit dem übergewichtigen Fahrer ganz ordentlich aus der Kurve.  :-D

Grüße Rainer

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 2
Womit laedst du - Wallbox oder Schuko? Steht deiner im Freien/Carport/Garage?

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 3
Wallbox im Carport.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 4
Dann, finde ich, sind 20% Ladeverlust schon recht viel.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 5
Normalerweise waren es auch bisher immer 10%, wenn ich direkt nach einer Fahrt geladen habe.
Deshalb die Vermutung, dass die sehr kalte Batterie die Ursache sein könnte.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 6
Beim Ioniq soll es laut Handbuch einen "Wintermode" geben, der den Akku ab einer bestimmten Stromstaerke beheizt. Du kannst ja mal versuchen, mit weniger Strom zu laden. Wenn ich mich recht erinnere, war beim Ioniq die Grenze bei 12A.

BTW, die kritisierte, fehlende 2-Zonen-Klimaautomatik gibt es nur bei den Hybriden. Sollte beim Elektro also auch nicht beworben worden sein.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 7
Wie berechnest Du die Ladeverluste jeweils? Die unterschiedlichen Ladeverluste könnten auch damit zu tun haben, dass der Bordcomputer den Ladestand nicht genau anzeigen kann. Das sind ja eher Schätzungen auf Basis der Zellspannungen. Genau ist das nicht. Je weniger Du lädst, desto höher können die Abweichungen sein.
Dazu kommt, dass es sein kann, dass der e-Niro im kalten Wetter den Akku zusätzlich temperiert. Dann hast Du in den Ladeverlusten auch die Akkuheizung beim Laden drin.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 8
Ich rechne halt, wenn der Akkustand beim Laden z.B. 35% ist, habe ich 65% verfahren und müßte 65% von 64 kWh nachladen.
Aber klar sind das alles keine absoluten Werte und auch nicht linear.
Die Akkuheizung war aus.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 9
Im Winter sollte man gleich nach der Fahrt laden. dann ist der Akku noch warm. Das stresst den Akku weniger.

Gerd

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 10
Normalerweise mache ich es auch so.
Es hat mich interessiert, ob und wie sich das auswirkt und werde es bei passender Gelegenheit noch mal wiederholen.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 11
Im Winter sollte man gleich nach der Fahrt laden. dann ist der Akku noch warm. Das stresst den Akku weniger.
 
 
Haben nicht alle rezenten BEVs eine elektrische Akkuheizung? Die steigert natürlich die Ladeverluste bzw. erzeugt einen parasitären Stromverbrauch während des Ladens, reduziert aber den Akkustress während des Ladens auf ähnliche Weise auch dann, wenn er selbst nicht mehr warm ist. Gleichzeitig wärmt diese Heizung den Akku für den Einsatz vor, falls man die Ladezeit auf unmittelbar vor statt nach der Fahrt einstellt. Insgesamt dürfte der Ladestress also beim just-in-time Laden eher geringer ausfallen.

Antw.: Der e-Niro von RaiLan

Antwort Nr. 12
Die automatische Akkuheizung wird, soviel ich weiß, nur beim Laden am Schnellader aktiviert.
Prinzipiell stresst Kälte (im Gegensatz zu Hitze) einen Akku ja nicht so, außer, dass er sich langsamer laden lässt.

Unabhängig davon gibt es einen Wintermodus, aber leider von Kia (oder Hyundai) keine schlüssigen Informationen dazu, was der überhaupt bewirkt und man munkelt, dass er erst ab -5°C, andere meinen ab -10°C überhaupt eine Auswirkung hat.

Kia schreibt dazu:
Ihre Batteriekapazität ist empfindlich auf extreme Temperaturen. Für den Winter bieten Hersteller nützliche Ausstattung an, um die Batterie zu schonen. So gibt es einen Kia Winter Modus, um die Batterie bei extremer Kälte zu schonen und die Reichweite konstant zu halten.

Und im Handbuch:
Der Wintermodus ist zur Winterzeit wirksam, wenn die Temperatur der Hochvolt-Batterie niedrig ist. Dieser Modus wird empfohlen, um die Fahrleistung und die Gleichstrom-Ladeleistung im Winter durch eine höhere Batterietemperatur zu verbessern.
Dieser Modus kann jedoch die Restreichweite signifikant verkürzen, da die Hochvolt-Batterie deutlich mehr Elektroenergie abgeben muss.
Auch wenn die Batterietemperatur während der Fahrt oder bei der geplanten Aktivierung von Klimaanlage/Heizung niedrig ist, kann mit diesem Modus das Fahrverhalten verbessert werden.


Aha... und was ist "extreme Kälte"? Kurz bevor der Elektrolyt einfriert?
Ich habe gestern mal den Wintermodus eingeschaltet. Mal sehen, was passiert.
Bis heute ist der Ladestand gleich geblieben.