Zum Hauptinhalt springen
Thema: Von Honda CRV Diesel auf Honda CRV Hybrid (133-mal gelesen)
0 Benutzer und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Von Honda CRV Diesel auf Honda CRV Hybrid

Nachdem ich zufrieden mit Honda den Vorgänger CRV BiTurbo 2 Jahre gefahren bin, bin ich nach ausführlicher Recherche und Probefahrten nun zum Hybrid gewechselt (dank eines guten Angebots und meiner emotionalen Kaufbereitschaft, seien wir mal ehrlich), und nun möchte ich über den CRV Hybrid berichten.

Mein Wagen ist ein 2WD Lifestyle in dunkelgrau, ein ein Monat alter Vorführwagen. Ich habe hin und her überlegt, ob ich den "Abstieg" vom Executive AWD (Vollausstattung) auf den Lifestyle wahrnehmen möchte. Ich würde halt eine elektrische Heckklappe, el. Fahrersitz, AWD, 100l Kofferraum, ein Reserverad und das Sonnendach abgeben. Aber AWD brauche ich im Grunde nicht (war halt damals dabei), den elektrischen Fahrersitz habe ich äußerst selten verwendet und die elektrische Heckklappe bereitete mir trotz des netten Komforts auch schon mal Kopfschmerzen (wegen des Schlüssels in der Hose). Das Panoramadach werde ich aber vermissen. Auf der Habenseite des Hybrid stehen das (für mich stimmigere) Design (Auswulstungen an der Seite, Haubengestaltung am Rand, vor allem die gelungene Heckgestaltung, Lampendesign, Innenraumdesign), die ziemlich ausgefuchste Hybridtechnik (mit dem leisen und elektrischen Fahrgefühl), die Sensing Nettigkeiten mit ACC, Kollisionsassistent, LKAS und Verkehrszeichenerkennung, LED-Licht, modernere Einbindung des Smartphones, besseres Leder auf den Sitzen. Entscheidung gefallen.

Nun, nach 310km ersten Kilometern die ersten Eindrücke.
Ein auch auf den zweiten Eindruck seeeehr sparsames Auto. Heute getankt, insgesamt in unserem Landkreis 5,3l laut Bordcomputer gebraucht, Landstraßen, Ortschaften ein wenig Autobahn (nicht über 110). Es sieht so aus, als könne der Wagen mühelos unter 6 Liter gefahren werden. Ich hatte sogar eine 3,6l Etappe dabei. Das ist krass für ein Auto dieser Größe. Er scheint deutlich sparsamer als der Biturbo Diesel zu sein (bei gleichen Strecken geringerer Verbrauch). Ich wohne im westlichsten (mittlerweile berühmt-berüchtigten) Landkreis.
Das Fahrgefühl ist grandios. Der Hybrid lädt ein zum weichen Gleiten und laufen lassen, er ist überaus leise und damit meine ich richtig leise, teilweise lautlos, man hört nur das Laufgeräusch der Reifen und dieses spacige Raumschiffgeräusch im Hintergrund, das Fußgänger warnen soll (so spacig, dass es wieder cool ist, aber auch bei Fahrtantritt deaktivierbar). Allerdings wenig auf der AB gefahren. Keine Schaltvorgänge vorhanden, kein merklicher Übergang zwischen EV, Hybrid und Verbrennungsmotor, direktere und leichtere Lenkung als beim Vorgänger (mit einem sehr griffigen Lenkrad), direktere und deutlicher zupackende Bremse. Sehr sattes Abfedern auf Unebenheiten und komfortable Federung. Die Sitze sind bequemer als beim IVer und das Leder ist wirklich dicker und spürbar hochwertiger. Der haptische Eindruck des Wagens ist sehr überzeugend. Die Mitfahrer lobten unisono das hochwertig wirkende Ambiente.
Die Ablagemöglichkeiten im Innenraum sind reichhaltig. Nur der Kofferraum ist nicht nur kleiner (aber breiter) als im Nonhybrid, sondern hat auch den Nachteil der fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten für Kleinzeug. Wir sprechen hier allerdings von rund 500l Kofferraum und der Kofferraum ist für ein Familienfahrzeug vonnöten, denn es soll ja auch für Urlaubsfahrten herhalten. Allerdings hat der Wagen einen Bordwagenheber, weswegen, erschließt sich mir nicht, denn er hat kein Reserverad, sondern ein Pannenkit, vielleicht nutze ich diesen Raum als Kleinkramunterbringungsfach. Das Batteriepack liegt genau in dem Bereich, wo bei jedem anderen CRV das Reerverad ist.
Viele Kleinigkeiten sind gut gelöst. LED Lichter an der Decke,  LEDs für Kennzeichen, für alle Blinker und natürlich fürs normale Licht...und ja, das ist eine deutliche Verbesserung, weiß, hell und ein sehr überzeugendes Fernlicht mit gleicher rücksichtsloser Automatik; einzig ein deutlich abgegrenzter Dunkelraum vor der Motorhaube irritiert auf den ersten Kilometern, ist aber Gewöhnungssache. Beleuchtung des Handschuhfachs, (LED-)Beleuchtung im Mitteltunnelfach. Alles gut. Verschließen der Tür (die satt ins Schloss fällt) mit einem Sensor außen oben am Türgriff.
Das Frontdisplay ist informativ aber auch nicht ganz so übersichtlich. Da braucht es etwas Gewöhnung. Die Verkehrszeichenerkennung scheint gut zu funktionieren, die Anzeigen sind übersichtlich. Es fehlen: Motortemperatur und Drehzahl. Damit wird ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass der 2l Atkinson Benziner eine hintergeordnete Rolle spielt. Tut er auch (akustisch). Bei 16 Grad Außentemperatur startet er mit, läuft leise konstant mit, damit die Klimaanlage gespeist wird und der Kat vorgewärmt wird. That's it. Erst wenn man wild Gas gibt, wird er wohl präsenter...wilde Autofahrer und Motorsportler lassen die Finger vom Hybrid. Der ist für Cruiser und technikaffine Fahrer.
Das Navi wirkt auf den ersten Eindruck ein wenig umständlich (Einspeichern von Favoriten, Sprachsteuerung funktioniert immer noch nicht auf Anhieb, Android Auto ist mir noch nicht gelungen einzubinden), aber die Navigation durchs Land funktioniert problemlos. Viele individuelle Einstellungen fürs Auto werden über das Navidisplay gemacht.
Die Audioanlage erkannte den USB-Stick.  Wiedergabe via Bluetooth problemlos, mein LG G8 ThinQ wurde problemlos eingebunden, Telefonbuch usw integriert. Das Display selbst ist reaktiv, könnte aber größer sein. Vorallem hängt es nicht wie ein nachträglich angeklebtes Tablet am Armaturenbrett, was ich potthässlich finde (aber eine gute Küchenpapierhalterung ist). Und ja, ein Lautstärkedrehknopf ist vorhanden.
Bislang macht jede Fahrt eine Riesenfreude und das Rekuperieren ging schnell von der Hand. Wenn man sich die Testverbräuche der Honda Hybriden in den diversen Tests ansieht, fragt man sich aber schon, wie die gefahren worden sind. Mir war klar, ein Hybrid will wie ein Hybrid gefahren werden. Und ein sparsames Auto braucht auch einen analogen Fahrer, das woran unsere Gesellschaft oftmals krankt. Der Honda ist halt ein wenig anders. Er ist ein Elektrofahrzeug mit Verbrennungsmotorunterstützung und das mekrt man beim Fahren sehr angenehm. Man wird von Nachbarn angesprochen, denn man fährt elektrisch los und kommt elektrisch an, mit dem leichten Sirren eines Autos wie aus einem Sci-Fi-Film...
Ich freue mich auf die nächste Fahrt...
kein Abstieg