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Thema: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin (25025-mal gelesen)
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Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 180
Plugin = Schönwetterkonzept ?

Durch die Kälte auf dem Land der vergangenen Wochen ist die Reichweite weiter gesunken, sodass ich ohne den Verbrenner morgens nicht mehr zum Bahnhof komme. Nun gut, der P3 PHEV ist mitnichten ein Reichweitenmonster. Er ist in die Jahre gekommen, überholt, aber auch so macht ihm die Physik zu schaffen.
Wenn man wirklich das meiste rausholen möchte, verzichtet man auf Belüftung, Heizung und was in den milderen Jahreszeiten auch nicht sonderlich problematisch ist, wird im Winter und der feuchten Kälte hier auf dem Flachland nur allzu deutlich: Er mag den Winter nicht.

Das Problem liegt auf der Hand, ein Konzept, welches die Verwendung des Motors vermeiden möchte, dessen Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf aber notwendigerweise benötigt wird um den Wagen zumindest gelegentlich mal halbwegs vernünftig aufzuheizen, muss irgendwo mit Nachteilen kämpfen.

Und hat man beim Abstellen am Tag zuvor die Temperatur zu hoch eingestellt und möchte morgens nur die kalte Klimaanlage um Feuchtigkeit aus dem Auto zu vertreiben, springt unweigerlich der Verbrenner an und wärmt sich erst mal auf.

Stören würde mich das auf einer üblichen Pendelstrecke nicht besonders, aber da ich nur 8km zum nächsten Bahnhof fahren muss, ist die knapp die Hälfte der Zeit der Verbrenner an. Oder ich habe genug Restreichweite um heim zu kommen, aber der Wagen muss irgendwie einmal durchgeheizt werden oder man verdrückt sich einmal bei der Belüftung und schon hat man den brummenden Begleiter für einen Teil der Fahrt und kann sich das Laden dann eigentlich fast sparen und direkt im Hybridmodus weiterfahren.

Und wir hatten nicht mal Minusgrade hier. 2°C war das Kälteste bisher.

Allerdings, und da muss ich den Wagen auch etwas loben, wird er durch die Wärmerückführung sehr schnell warm, schneller als meine vorigen Non-Hybriden das geschafft hätten und mit 3,9l/100km Kurzstrecke zu der Jahreszeit kann ich mich nun wirklich nicht beklagen. Gut, dazu kommt natürlich noch Strom, aber da ich derzeit oft auf den Verbrenner angewiesen bin, lade ich nicht mal mehr jeden Tag, sondern nur noch alle zwei Tage oder wenn das Wetter so mild ist, dass ich den Wagen nicht heizen muss um ab und an die ganze Feuchtigkeit rauzubekommen.

Ich hatte einmal vergessen, den Akku abends aufzuladen und der war recht leer. Als normaler Prius war der Verbrauch auf dem 8km-Stück bei ~4° ca. 6l/100km

Ist ein Plugin also ein Schönwetter-Konzept? Eigentlich nicht mehr oder weniger als andere Fahrzeuge auch, nur dass man dort einfach einen Mehrverbrauch verbuchen würde, während man hier zwischen zwei Antriebsarten wählen kann und sich zwischen der richtigen Variante für die richtige Situation entscheiden muss.

Ich tausche also nach wie vor ein paar kWh Ökostrom für ein paar Liter Verbrauch fossiler Brennstoffe ein.

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 181
Das ist halt das Problem eines Plugins ohne elektrische Heizung, womit auch die Vorheizfunktion wegfällt. Sonst würdest du ins warme Auto steigen und auf 8km vermutlich keine weitere Heizung benötigen.

Umso ärgerlicher, dass selbst bei aktuellen Plugins nicht immer eine elektrische Heizung verbaut ist - bei Kia/Hyundai bekommt man diese nichtmal gegen Aufpreis...

Grüße

Fabian

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 182
Mit dem "Problem" kämpfen aber auch die Besitzer eines Toyota nicht Plugin Hybriden.
Der Verbrauch geht bei niedrigen Temperaturen einfach nach oben. Gerade bei Kurzstrecken durch die längere Aufheizzeit beim ersten Start.
Die elektrische Leistung ist bei niedrigen (Akku)Temperaturen auch begrenzt und die übrigen elektrischen Verbraucher brauchen einfach mehr Strom als im Sommer.


Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 183
Da stimme ich zu. So etwas in der Art schrieb ich ja auch im Resümee.

Es kommt auf die Betrachtungsweise an. Wenn ich den Plugin mit der Prämisse fahre, auf den Verbrenner weitestgehend verzichten zu wollen, ist es etwas anderes, als wenn ich lediglich einen geringen Spritverbrauch anvisiere.

Letzteres ist, was ich gerade mache. Sobald es milder wird, kann ich wieder ganz knapp rein elektrisch fahren.
Wir beziehen Strom von Grünwelt. Die wiederum beziehen Strom hauptsächlich aus Wasserkraft aus Europa und ich glaube Windparks. Dummerweise mieten wir den Strom der Ladesteckdose aber von unserem Nachbarn und wo er den Strom herbekommt, kann ich nicht sagen.
Wenn er bei Vattenfall das Lock-Angebot mit Bluetooth-Lautsprecher und allem Drum und Dran genommen hat, oder lediglich bei den hiesigen Stadtwerken angemeldet ist, bin ich voraussichtlich zu einen Teil mit Kohle- oder Kernenergie unterwegs.
Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich wissen möchte.

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 184
Dem Grundtenor kann ich zustimmen.
Für uns passt es mir der EV-Reichweite insofern, als unsere unvermeidlichen Fahrten in der Stadt damit abzudecken sind, sozusagen das "BEV" für die Stadt.
Unsere wenigen etwas längeren Strecken über Land werden im Winter je nach Heizungsbedarf dann mit dem HEV gefahren oder im Sommer in einer Kombi EV/HEV.
Auf den vielen längeren Strecken fahren wir ein supereffizientes HEV-Modell, das sogar gegenüber unserem P 2 noch mal ca 1/2 l/100 km sparsamer ist und damit einfach mehr "kann" als der "Alte" ...
Aber klar, was das Innenraumklima angeht, muss man Kompromisse machen wie auch beim reinen HEV, wenn man den Verbrauch im Blick hat, und unser Vorteil ist der Stellplatz in der Tiefgarage, da hat man ab Start von vornherein erst mal bessere Ausgangsbedingungen und Trocknungsmöglichkeiten für den Innenraum.

Aber beim Fahrradfahren hab' ich auch eine Wetterabhängigkeit. ;-)

Gruß!
JoAHa

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 185
Umso ärgerlicher, dass selbst bei aktuellen Plugins nicht immer eine elektrische Heizung verbaut ist - bei Kia/Hyundai bekommt man diese nichtmal gegen Aufpreis...
Wobei das auch seine Vorteile hat. Der 225xe hat die elektrische Heizung. Allerdings kostet das extrem viel Reichweite zumal das keine Wärmepumpemheizung ist und der Akku PHEV typisch ziemlich klein.

Wenn man die elektrische Heizung nicht hat, hat man als Effekt automatisch eine größere Reichweite. Da ist es effizienter mit dem Verbrenner zu heizen. Könnte man auch als Feature verkaufen....

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 186
Ja, eine elektrische Heizung macht beim Plugin auch nicht wirklich Sinn. Vor allem nicht beim P3 PHEV.
Eigentlich bräuchte man ein Klappkennzeichen, die das „E“ entfernt, sobald der Verbrenner läuft. Deshalb meine These, dass das Konzept eigentlich ein Schönwetterkonzept ist.

Heute bin ich mit 2,8l/100km und ~12kWh/100km zum Bahnhof gefahren. Zum Vergleich: Meine Freundin braucht mit ihrem Picanto für die gleiche Strecke (8km) ca. 7,8l/100km und sie ist absolut kein Rennfahrer.

Für Kurzstreckenwerte finde ich das noch sehr human. Also ohne Sinn das Konzept trotzdem nicht. Man kann sich natürlich die Frage stellen, ob es das Alu in den Türen und den kompletten Antriebsstrang wert war.

Letztens bin ich für einen Tag Aygo mit Faltdach gefahren. Verbrauch war knapp über 5L. Wenn man ehrlich ist, wäre sowas auch keine schlechte Option. Wenn ich mal was Größeres transportieren muss, kann ich mir von dem von der Versicherung gesparten Geld auch was mieten. In der Ressourcengegenüberstellung wird der Aygo kaum schlechter sein bei meiner Fahrleistung.

Thoughtfood.

 

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 187
Bei kurzen Strecken sehe ich den größten Vorteil einer elektrischen Heizung gar nicht beim Heizen während der Fahrt, sondern eben beim Vorheizen. Steigt man dann ins warme Auto, braucht man keine Heizung mehr.

Klar lässt sich das auch mit einem DEFA-Autoheizlüfter realisieren, aber dann muss man immer ein zweites Kabel anschließen und separat steuern. Vorheizen an einer Ladesäule fällt damit auch flach.

Grüße

Fabian


Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 188
So, es ist soweit, wir ziehen tatsächlich wieder um. Wir haben letzte Woche den Vertrag erhalten und nun ist es amtlich. Da unser jetziger Vermieter ein Chauvinist und Exzentriker ist, der sich nicht so sehr an Absprachen und Bestimmungen hält, muss es leider sein.

Was bedeutet das für meine Mobilität in diesem Jahr? Noch weniger fahren. Wir ziehen in Laufreichweite zum Bahnhof und der Wagen wird in der Tiefgarage stehen. Auf meiner Projektliste für dieses Jahr steht nun das Fertigmachen meines Drahtesels und damit ist tatsächlich bis auf Ausnahmen, die weiter weg wohnen, alles in naher Umgebung.
Allerdings kann ich ohne Weiteres in der Tiefgarage nicht mehr laden und ohne zu Hause laden zu können, lohnt es sich bei der Reichweite des P3 einfach nicht, irgendwo zum Laden hinzufahren. Die Reichweite würde sonst für alles in der Umgebung reichen. Mein Plan ist, erstmal mit dem Vermieter zu reden.

Ansonsten gibt es am Bahnhof sechs Ladesäulen, wo praktisch nie jemand steht. Laut der Seite der örtlichen Stadtwerke wird hier mit 30ct/kWh abgerechnet, oder an kombinierten Ladesäulen pauschal 8,95€. Dazu kommt für Kunden eine Jahrespauschale von 50€ (49,95… watn Quatsch) Wäre bei meiner Fahrleistung und E-Auto-Besitz mit >100km Reichweite absolut vertretbar.


Unter den Voraussetzungen machen drei Dinge Sinn:

Wagen abgeben und günstigen Verbrenner kaufen. Sowas wie Smart oder IQ, oder meinetwegen ein Quore oder sogar ein BMW Z3 mit kleiner Maschine.

Auf die erhöhte E-Autosubvention warten und sich was Günstiges anschaffen, was dann irgendwo im Bereich knapp über 10k landet.

Ein gebrauchtes E-Auto zulegen. E-Smart, i3 60Ah, Zoe oder Ähnliches.

Ich dachte sogar schon über einen Twizy nach, aber die Preise sind dafür einfach zu hoch.

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Der Nächste Schritt ist derzeit, den Frontschaden zu beheben und dafür wird die Kasko-Versicherung ertüchtigt. Zeitgleich werde ich dann meinen Freundlichen mal ansprechen, was es für Optionen gäbe. Glaube, wenn er günstig einen IQ findet, würde ich da einen Tausch eingehen.

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 189
IQ ist ein cooles Auto, trauere unserem manchmal nach mgl. nur in der "+" Variante.  :-(
Smart war ein zu teure und schlechtere Alternative.
Einziger Kritikpunkt: Funzlige Innenbeleuchtung und Standard Audio ohne Bluetooth. etc.
Gibt es vielleicht sehr wenig gelaufen.
1.0 l Verbrauch selten deutlich über 5 Liter.

Schade, daß Toyota den eingestellt hat. EV- Variante war auch schon entwickelt... :-(  :-(

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 190
Nach sieben Jahren und mit fast 90.000km ist Soramaru nun über den Tüv gekommen – keine Mängel.
Bisher auch null Reparaturen, die nicht auf fehlerhafte Handhabung zurückzuführen sind. Verbaut sind auch noch die ersten Bremsbeläge, -Scheiben, etc.
Sommerreifen sind auch wieder drauf, die Winterreifen werden jetzt ausgemustert, die sind stolze neun Jahre alt.

Wie die Zukunft für Soramaru aussieht, ist weiterhin ungewiss. Derzeit bin ich noch froh ihn zu haben, da aufgrund Corona und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt die Arbeitsstrecke nur noch per Auto bewältigt werden kann, fallen pro Tag ~160km an. Derzeit liegt mein Verbrauch bei Temperaturen zwischen 1-13°C und der sehr hybridungünstigen Strecke mit 80% Autobahn und den Rest Land/Bundesstraße bei 4,8 bis 5 L/100km um im hektischen Berufsverkehr gut mitschwimmen zu können. Damit bin ich bisher noch zufrieden. Ich erwarte mit den Sommerreifen auch einen leichten Rückgang.

Als Ersatzwagen diente mir übrigens der alte Kia Picanto von Anfang 2000 von meiner Freundin. Keine Ahnung, wie viel Leistung er hat, aber ich vermute irgendwas um die 60 PS. Für 80km habe ich laut Anzeige 1/4 an Tankinhalt verfahren und um etwas mehr als ¾ nachzutanken habe ich knapp 23€ (E10) bezahlt :D
Damit lag der Verbrauch irgendwo bei ~6L/100km. Zusammen mit dem kleinen Tank hat man effektiv die Reichweite eines moderneren Elektro-Autos xD

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 191
Kleiner Nachtrag: Rückfahrt mit Sommerreifen bei 13° und eine andere Route haben mir 4,2 l/100km beschert und das ohne Aufladung. Er kann es also noch.  :applaus:

Antw.: Pers. Erfahrungsbericht Prius 3 Plugin

Antwort Nr. 192
Harte Zeiten brechen nun für Soramaru an.

Eine extra Steckdose in der Tiefgarage würde aufwendige Arbeiten bedeuten; das müsste in der Eigentümerversammlung durchgehen, allerdings ist die Bereitschaft einfach nicht da.
Ein Verlängerungskabel vom Waschraum aus würde natürlich gehen, aber es handelt sich um auch um Feuerschutztüren, die eigentlich geschlossen bleiben sollten, sollten sie nicht genutzt werden.
Verlängerungskabel vom Balkon und dann vorm Haus laden geht theoretisch, allerdings ist dort eingeschränktes Halteverbot. Solange sich niemand echauffiert… mal sehen.

Die örtlichen Ladesesäulen haben alle keinen Schuko-Stecker mehr. Man sollte echt meinen, es kann doch nicht so schwer sein irgendwie an normalen Haushaltsstrom zu kommen. Scheinbar doch.

Eigentlich sollte Soramaru auch kaum noch fahren müssen, aber Corona erteilt dem Plan eine Absage.
Ich werde den Wagen jetzt einfach erstmal wie einen normalen Hybrid fahren und vielleicht traue ich mich ab und an vorm Haus nachzuladen. Ich warte jetzt erstmal bis zum Ende des Jahres ab und checke dann meine Optionen.
Bis dahin sollte das Thema Corona durch oder zumindest die Auswirkungen absehbar sein und ob ich weiterhin am aktuellen Standort weiterarbeiten kann.

Eine Erfahrung kann ich aber definitiv schon für mich verbuchen und die Euphorie über elektrisches Fahren steht und fällt mit den örtlichen Lademöglichkeiten und verfügbaren Konzepten für Autos.
Meine alte Wohnung in Duisburg war machbar, aber nervig, das Laden auf der Arbeit hatte viele Tücken aufgrund der Besetzung des Ladeparkplatzes, die letzte Zeit war sehr komfortabel mit der Außensteckdose und nun tritt der Worst-Case ein.

Insgesamt habe ich für meine Überzeugung viel Geld bezahlt.
Vom Sportwagen zum Hybrid, vom Hybrid zum Plugin, vom Auto zur Bahn und bald wird sich zeigen, welche Anforderungen die Zukunft mit sich bringen wird. Theoretisch war vieles unnötig, praktisch aber dennoch sehr interessant.

Ich hatte viel hin- und herüberlegt, bin mit meinen Gedanken vor und zurück und dabei zeigt sich mittlerweile eins sehr deutlich: Auf den Antrieb habe ich mich noch nicht festgelegt, sehr wohl aber auf die Größe und Luxus: Weniger ist mehr.