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Thema: Nutzung von Ladesäulen (855-mal gelesen)
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Nutzung von Ladesäulen

Warum werden bestimmte Ladesäulen kaum genutzt?

Die Ladesäule von Vattenfall am Alexanderplatz im Zentrum von Berlin steht im Parkhaus von QPARK. Sie hat neben 2 Schoko-Anschlüssen einen Anschluss 16A, Typ 2 Stecker, und einen Anschluss 32A, Typ 2 Stecker. Für diese Ladesäule werden 2 Parklücken mit ausreichender Breite und jeweils einem Reserviert-Schild freigehalten. Man achtet sehr vorbildlich darauf, dass sich kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor auf diese Parklücken stellt.

Die 16A Steckdose wird regelmäßig von einem Dauerparker arbeitstäglich genutzt. Die 32A Steckdose bzw. 2. Schuko-Steckdose hat mindestens seit einem 3/4 Jahr keinen Ladevorgang mehr gehabt. Was läuft hier falsch?

Lohnt es sich noch für das Parkhaus in sehr zentraler Lage 2 Parklücken zu reservieren?




Re: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 1

Die 16A Steckdose wird regelmäßig von einem Dauerparker arbeitstäglich genutzt.

Das ist glaube eine relativ hohe Auslastung für eine Ladesäule. Andere stehen 6 Monate/Jahr ohne Benutzung, besonders wenn nur unter irgendwelchen bürokratischen Umständen nutzbar.


Die 32A Steckdose bzw. 2. Schuko-Steckdose hat mindestens seit einem 3/4 Jahr keinen Ladevorgang mehr gehabt. Was läuft hier falsch?

Z.B. "Ladekarte muss bestellt werden". Warum geht's nicht über den Park-Automaten? Oder der Stecker passt nicht. Oder Nachtstrom genauso teuer wie der Tagstrom.


Lohnt es sich noch für das Parkhaus in sehr zentraler Lage 2 Parklücken zu reservieren?

Wer neue Techniken einführen will, muss vorfinanzieren. Wird noch Jahre ein Zuschussgeschäft bleiben, dient halt dem Image, wenn von Stromkonzernen oder Politik nichts kommt.

Ich würde die Stromkosten mal probeweise mit der Park-Gebür verrechen. Ein verlängertes Kabel, dass für mehrere Parkbuchten reicht, eventuell kombiniert mit Parkzeitbegrenzung für die damit erreichbaren Plätze, könnte auch die feste Reservierung unnötig machen. Oder eine Ampelanlage oder ein Schild, über das der Parkplatz erst nach telefonischer Voranmeldung reserviert wird. E-Auto-Fahrer müssen längere Fahrstrecken ohnehin gründlich planen.


Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 3
Ich glaube der Redakteur hätte mal vorher sich ein BEV oder PHEV holen sollen und versuchen die vielen vielen Ladestationen zu nutzen. Er hätte gemerkt, dass es gar nicht so viele Stationen gibt, die im konkreten Fall auch nutzbar sind. Ich haben mich konkret bei zwei Anbietern hier in der Gegend angemeldet: Innogy und Rheinenergie. Damit kann ich viele Säulen nutzen, aber nicht alle. Die im Nachbarort würden einen weiteren Vertrag erfordern, der aber nur dann zu einem akzeptablen Preis, wenn man dort einen Stromvertrag abschließt....... Wenn ich mehrere hundert Kilometer zu Freunden oder Verwandten fahre, habe ich das Problem, dass ich dort wiederum neue Verträge abschließen müsste. Eine solche Fahrt mit einem BEV benötigt dann erst mal eine genaue Planung und eine Vorlaufzeit von mindestens einer Woche zum Abschluss eines Vertrages. Teilweise geht es zwar mit Roaming mit den bestehenden Verträgen, aber dann fast immer zu horrenden Preisen (doppelte oder dreifache des Haushaltsstroms und damit teurer als mit Benzin).

In der Praxis sieht es dann trotz mehrerer Verträge schlecht aus. In den meisten Fällen parken auf den Ladeplätzen reine Verbrennerautos. Oder es parken BEVs oder PHEVs, die dort schon den ganzen Tag stehen. Teilweise sind die Preise beim Laden immens hoch. Teilweise über das Doppelte von dem was man zu Hause beim Strom bezahlt.

In der Nähe meiner Arbeitsstelle gibt es akzeptabel fußläufig eine einzige Ladestelle mit zwei Anschlüssen. Bei 20 Versuchen konnte ich dort zweimal Laden. Ansonsten durch Verbrennerautos zugeparkt oder es laden bereits Fahrzeuge. Machen kann man da nichts, auch wenn dort Verbrenner-Fahrzeuge stehen, weil die Säulen zwar öffentlich sind (Säulen sind von Innogy), aber auf Privatgrund stehen (ADAC). Die wollen Ihre Kunden nicht vergraulen. Die Parkplätze dürfen zwar nur von ADAC-Kunden der Geschäftsstelle genutzt werden, aber die Besitzer der Verbrennerfahrzeuge sind in den Geschäftsräumen nicht auffindbar.....
 
Mein Arbeitgeber will keine Ladesäule bzw. Strom anbieten. Der Betriebsrat findet auch, dass es keinen Sinn macht eine Ladesä, weil der Arbeitgeber ja auch kein Benzin an die Mitarbeiter verteilt.......

Ähnliches auch bei anderen Ladestationen.

Glücklicherweise bin ich mit einem PHEV nicht auf Ladestationen angewiesen. Ich habe es aber trotzdem probiert, weil ich vorhabe mir ein BEV anzuschaffen.

Ich habe den großen Vorteil, dass ich ein Eigenheim habe und zu Hause laden kann.

Mein Fazit. Ohne Eigenheim kann man BEVs bei der derzeitigen Ladesituation vergessen. Mit Eigenheim braucht man ein BEV mit einer Reichweite, die den schlimmsten Fall abdecken muss, also die weiteste Strecke, die man im Jahr fährt. Auf Ladestationen kann man sich bei der derzeitigen Situation nicht verlassen. Könnte man sich darauf verlassen, bräuchte man ein BEV mit einem wesentlich kleineren Akku, weil man den Extremfall nicht abdecken müsste.

Eine Alternative wäre ein vollwertiges BEV mit zusätzlichem Verbrenner als Reserve. Da gibt es derzeit nur den i3 mit Range-Extender. Der soll allerdings gemäß Foren bei der neuen i3-Facelift mit größerem Akku (120Ah statt wie bisher 94Ah) wegfallen. Alles andere sind PHEV mit zu kleinem Akku.

Wenn sich bzgl. Ladesäulen nicht ändert, bringt auch das bessere Angebot der Hersteller bzgl. BEV nicht viel.

Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 4
Wenn ich mich ab und zu zur Elektrifizierung äußerte, wurde das von einigen als pessimistisch bewertet. Das heißt nicht, dass ich gegen die diese bin - im Gegenteil. Doch auf Teufel komm raus und mit Hauruck, so halb per Anweisung ( 2020 = 1.000.000 E-Mobile ) - das ist mal wieder die WIR SCHAFFEN DAS - Mentalität. Die Praxis mit den Ladesäulen sieht leider anders aus (siehe Beitrag Autor Yaris- und 225xe-Fahrer). Wenn die Reichweite stimmen würde, wäre ich auch schon auf dem E-Tripp. Es müssen leider noch zu viele Faktoren stimmen, um die Sache attraktiv zu machen. Wie z.B. bei meinem Nachwuchs. Wohnort ländlich abgelegen, beide Arbeitsweg, 2 schulpflichtige Kinder. Fahrzeugbestand: 1 Alhambra für größere Touren und Arbeitsweg, 1 E-Golf für Arbeitsweg und den Rest. Reichweite 150km. Ergo - alles was geht elektrisch. Kommen selten mal 80km am Tag zusammen. Rein in die Garage und an die normale Steckdose. Schnellladekabel nicht nötig. Das ist eine Situation, wo ich sage, die schreit förmlich nach einem Stromer. Wenn man dann noch Nebenkosten, Verschleiß, Steuern und hohem Verbrauch wegen vielen Kurzstrecken berücksichtigt, so sind die laufenden Kosten gegenüber dem Vorgänger (Mazda) nur etwa halb so hoch. In dieser Konstellation werden sich E-Fahrzeuge z.Z. wohl viele befinden. Wer dann noch Solar auf dem Dach hat, kann über Elektrifizierung nicht meckern.
PS. In dem von  Yaris- und 225xe-Fahrer erwähnten Artikel wird von 10 Autos auf eine Säule gesprochen. Toll, einer ist vielleicht Pendler und blockiert sie (weil Arbeitsplatz vielleicht 1km entfernt) 9 Std. Dann könnten noch 5 jeweils 3 Std. zapfen. Mir ist bewußt, dass solche Vergleiche Milchmädchenrechnungen sind, aber was machen die restlichen 4?
(Bitte jetzt keine Diskussionen der Art, dass die ja nicht alle an einem Tag müssen - wir MÜSSEN auch manchen Tag mal mehr oder weniger)

Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 5
Das hängt primär mit der Art der Förderung zusammen. In manchen Ländern bekommt der Hersteller/Kunde eine EV-Prämie. Man könnte sagen eine Subvention für die Automobilindustrie. In anderen Ländern wird dem Kunden vergünstigt eine Ladesäule vor die Türe gebaut. Grundsätzlich müsste man unterscheiden zwischen einer Übernacht-Ladestation und einem Schnelllader. Als nächstes wäre noch der Ort wichtig. Der Bürgermeister-Schnelllader vor dem Gemeindehaus hilft weder bei der Fernreise noch beim Laternenladen. Es wird sehr viel gebaut und im Bereich Schnelllader (Ionity, etc.) geht es m.E. auch in die richtige Richtung. Bei den Übernacht- bzw. Langsamladestationen wird leider sehr oft noch mit 22kW Ladestationen gearbeitet. Davon gibt's dann nur wenig und deshalb ist die Ladezeit auf z.B. 3h beschränkt. Wenn ich um 19:00 mein Auto zum Laden anstecke, werde ich das aber sicher nicht um 22:00 umparken wollen. Mal davon abgesehen, dass um 22:00 eh keine Parkplätze zum Umparken mehr frei wären. Es müssten dazu viel mehr Laternen-Lader mit z.B. 3.7kW her. Es gilt also wie @Yaris- und 225xe-Fahrer schon geschrieben hat, wenn man daheim/Arbeitsplatz nicht laden kann, ist es derzeit schwierig mit dem BEV.

Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 6
Wir haben ja hier schon mit einer Ladestation auf der Arbeit Probleme mit insgesamt drei Autos.

Ich wechsle mich mit meinem Kollegen ab. Das Problem ist auch wie @TM beschrieb. Hier ist auch nichts mehr frei bis auf die Kundenparkplätze.

13Km könnte ich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wenn es eine direkte Verbindung gäbe. So brauche ich dafür über eine Stunde.

Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 7
In anderen Ländern wird dem Kunden vergünstigt eine Ladesäule vor die Türe gebaut.
Das sollte man auch in DE machen. Die Förderung der 2.000 EUR durch den Staat und die heuchlerischen 2.000 von der Automobilindustrie (die einfach den Rabatt reduzieren) führen m. E. nicht dazu, dass auch nur ein einziges BEV oder PHEV zusätzlich gekauft wird. 2.000 EUR machen das Auto trotzdem nicht günstiger als Auto 1.0 . Ich hätte mir den PHEV auch ohne 1.500 EUR vom Staat gekauft. Da ich mein Yaris Hybrid noch jung war und mein Euro 4 Diesel-Van 11 Jahre wurde, habe ich diesen gegen einen familientauglichen PHEV-Van getauscht, den ich auch für Urlaubsfahrten nutzen kann. Ein BEV kaufe ich mir sicherlich nicht, weil es 2.000 EUR vom Staat gibt. Die 2.000 EUR schlagen die Hersteller vorher auf....

Zur Zeit warte ich, dass meine Teens in ein paar Jahren in das Führerscheinalter kommen. Dann können die meinen Yaris Hybrid fahren und ich stelle mir ein gebrauchtes BEV vor die Tür (dann vermutlich ein i3 mit 60Ah, der nach Erscheines des 120Ah vermutlich günstig zu kaufen ist) oder ein Neues (Sion), wenn der dann wirklich da ist (an dem reizt mich unter anderem die AHK).

Dagegen gibt es viele, die sich kein E-Auto kaufen, weil keine Lademöglichkeit besteht.

Mit dem Füllhorn den Gemeinden und Städten Geld Subventionen für die Ladeinfrastruktur zu geben führt nur dazu, dass Gemeinden und Städte die so und so etwas für BEVs tun wollen, noch mehr tun. Die die keine Lust oder Geld (es geht ja hier nur um Zuschuss und keine Vollförderung)  haben, tun nichts. Kann ich verstehen: Ist ja auch nicht so einfach bei der häufig herrschenden Parkplatznot einen Platz für eine Ladestation zu finden und dann noch zu planen, dass die Ladestation aufgebaut wird.

Wenn dagegen bei Zulassung eines BEV die Gemeinde des Besitzers in der Nähe etwas tun müsste, sähe das ganz anders aus. Aber das ist ein Wunschtraum.

Antw.: Nutzung von Ladesäulen

Antwort Nr. 8
Ich fürchte, dass die Förderung nicht zufällig so ist, wie sie ist. Da hat die Industrie der Politik wieder klare 'Vorschläge' gemacht. Am lustigsten finde ich den den Gesetzesentwurf der GroKo mit dem halben Bruttolistenpreis für die 1% Regelung (private Nutzung, geldwerter Vorteil). Das soll für alle ab dem 1.1.2019 neu in Verkehr gebrachten Fahrzeuge gelten. D.h. wer seinen Diesel bereits durch ein BEV/PHEV ersetzt hat, darf weiterhin den vollen Betrag versteuern. Was für Drogen nehmen die denn? Oder liegt's daran, dass die Industrie in DE noch nicht so viel in dem Bereich lieferbar hat und die Kunden lieber noch warten sollen?