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Thema: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In (1369-mal gelesen)
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Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Nachdem mir der Outlander PHEV von Mitsubishi so gut gefallen hat habe ich mich mal bei den Mitbewerbern umgesehen und bin dann natürlich auch über den Prius PHV gestolpert. Ich dachte mir so eine Probefahrt könnte ja für die Horizonterweiterung nicht schaden und habe während mein NX zur Inspektion war bei meinem FTH nach einer Probefahrt gefragt. Leider Fehlanzeige. Man habe lediglich ein Prius PHV verkauft und das gleich kurz nach der Premiere und da die Nachfrage gegen Null geht hat man sich auch keinen mehr auf Lager gelegt. Da war ich schon etwas enttäuscht und habe mich in Köln online zu einer Probefahrt angemeldet. Nach nur einer Stunde hat man mich angerufen und die Daten für eine Probefahrt aufgenommen und mit mir einen Radius zu einem Vertragshändler abgesprochen. Bei 50 - 60 km Radius dachte ich könnte das schon klappen, vor allem da Berlin als Einzugsgebiet dabei gewesen wäre. Heute kam dann der Rückruf und die Mitteilung das es im Umkreis von 100 km von mir keinen einzigen Händler gäbe der einen Plug In für eine Probefahrt hätte. So werden die Verkaufszahlen auch weiterhin in extrem geringer Zahl bleiben.
Der Zufall wollte es dann Heute, als ich ein bestelltes Ersatzteil für meinen NX bei einem anderen AH abholte und noch Fotos für einen Garantiefall gemacht werden mussten, das ich im Verkaufsraum einen Prius PHV entdeckte. Bei einem kurzen Gespräch über den Plug In bot man mir kurzfristig einen Termin für eine Probefahrt an, obwohl der Wagen eigentlich schon fast verkauft ist. Am Montag ist es dann soweit, der ehemalige Vorführer mit knapp 700 km auf der Uhr bekommt für mich Rote Kennzeichen und ich kann mich für ein paar Stunden amüsieren. Am Dienstag werde ich dann meine Eindrücke hier kurz schildern.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 1
Ein echter Exot.  :-D

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 2
Ich habe eben mal nachgesehen, der Bestand an Prius PHV betrug am 01.01.2018 genau 355 Stück. Es scheint sich also wirklich um einen Exoten zu handeln.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 3
Die geplante Probefahrt musste ich leider absagen, da sich mein Dienst verschoben hat und ich dadurch am Montagvormittag keine Zeit hatte den Termin wahrzunehmen. Da der Wagen ja bis zum 23.12. reserviert war werde ich nach Weihnachten nochmal beim Händler nachfragen wie sich der Kunde entschieden hat ( C-HR oder Prius PHV ).

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 4
So, heute den zweiten Termin vereinbart. Der Interessent hat sich wohl noch nicht entschieden und daher habe ich einen Probefahrttermin für Montag erhalten, vorbehaltlich einer Kaufentscheidung des Kunden. Ich hoffe ja das er den C-HR bevorzugt. ;)

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 5
Der reinste Krimi!  :-D


Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 7
Um den Spannungsbogen aufrecht zu halten verrate ich jetzt zwar das die Probefahrt stattgefunden hat, der Bericht kommt aber erst Morgen.  ;D

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 8
Jetzt hat nun doch noch geklappt mit der Probefahrt im Prius 4 Plug In (PHV) . Der eigentliche Interessent konnte sich dann doch wohl nicht entscheiden und so hat er weder den Plug In, noch den C-HR gekauft.
Bei dem Probewagen handelt es sich um den Prius Plug In mit der Comfort-Ausstattung  in Granatapfelrot-Metallic.

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Der Wagen ist recht komplett ausgestattet und als Optionen gibt es noch das Einparksystem IPA+ICS, Einparkhilfe am Heck und WLAN-Hotspot. Die Einparkhilfe braucht man, glaube ich, nicht wirklich, da es eine Rückfahrkamera mit drei verschiedenen Anzeigemodi gibt und die Sicht nach hinten dadurch völlig ausreichend ist. Das Einparksystem kann ich nicht beurteilen, laut gelesenen Bericht soll es mit etwas Übung aber ganz gut funktionieren.
Mir wurde das Auto voll aufgeladen übergeben und die Anzeige prophezeite eine elektrische Reichweite von 51,2 km. Nach einer kurzen Einweisung vom freundlichen Verkäufer wurden zunächst alle Verbrauchsspeicher und Kilometerzähler genullt. Die erste Fahrt führte mich zur Tankstelle, wo ich den Tank bis zum Anschlag mit Kraftstoff auffüllte, um am Ende der Testfahrt zumindest annähernd den Verbrauch ermitteln zu können.

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Auf der Tankstelle individualisierte ich dann noch die Anzeigen im Armaturenbrett, was   eigentlich nur deshalb ganz gut von der Hand ging, da ich mir zuvor die über 750 Seiten starke Betriebsanleitung aus dem Netz heruntergeladen habe und mich eingelesen hatte.
Die Anzahl der Untermenüs ist doch sehr umfangreich und die Menüführung funktioniert nicht immer intuitiv, aber das ist man ja bei Toyota gewöhnt. Interessant fand ich die Möglichkeit sich den SOC ( State of Charge ) des Traktionsakkus in % anzeigen zu lassen, wozu ich bisher immer mein ScanGauge II benötigte. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Anzeige der elektrische Restreichweite im HUD (Head up Display ) und zwar mit einer Stelle nach dem Komma.

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Als Fahreinstellungen wählte ich zuerst den ECO-Modus und den EV-Modus. Der Wagen beschleunigt sehr zügig und durch meinen NX dazu erzogen habe ich das Gaspedal am Anfang eigentlich nur gestreichelt um nicht den Verbrenner zu starten. Das passiert jedoch gar nicht, auch wenn man den rechten Fußhebel mal weiter und schnell durchtritt. Erst wenn man das Pedal fast voll tritt springt der Benzinmotor an und unterstützt bei der Beschleunigung. Durch die Stadt bin dann rein elektrisch gefahren und auch auf der Landstrasse bei Tempo 80 – 100 km/h funktioniert der Tempomat im EV-Modus einwandfrei inklusive des Abstandradars. Die elektrische Reichweite nahm fast proportional zur gefahrenen Strecke ab, sodass die 50 km sicher zu schaffen sind. Ich wollte ja auch noch die anderen Fahrmodi testen und so habe ich nach 30 elektrischen Kilometern mal die Chargefunktion ausprobiert auf die doch sehr gespannt war. Dazu muss man die EV-Taste für ca. 3 s gedrückt halten und danach erscheint im Display „Chargemod“. Der Benziner springt an, unterstütz den E-Motor bei Vortrieb und lädt den Traktionsakku. Das läßt sich ganz hervorragent an der Anzeige der Restreichweite im HUD beobachten, wo sich die Reichweite sukzessive erhöht und zwar um ca. 8oom bei gefahrenen 1000m. Bei eingeschalteter Heizung verringert sich das auf ca. 700m. Was bei diesem Modus besonders auffällt ist, das das Gaspedal jetzt sehr träge ist und wenn man beschleunigen möchte das Pedal mit Nachdruck getreten werden muss. Da es sich ja um meine Heimstrecke handelte wusste ich ja wie viele Kilometer es noch bis zu mir nach Hause sind und so habe ich in der heimischen Garage angekommen eine Punktlandung mit 0 km elektr. Restreichweite und 0 % SOC hinbekommen.
Nach dem anschließen an die Steckdose zeigte mir der Prius eine Ladezeit von 3 h 10 min an.

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Mein digitaler Stromzähler zeigte mir einen Ladestrom von ca. 2,4 kW an. Der dokumentierte Ladungsverlauf war dann wie folgt:
00:00   0,0 kWh  3:10
00:30  1,21kWh  2:50
01:00  2,42kWh  2:10
01:10  2,87kWh  2:00
Das Display bescheinigte mir einen SOC von 36% und eine Reichweite von 19,2 km.

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Auf dem  Rückweg zum Autohaus habe ich dann noch mit der Heizungseinstellung herumprobiert und ließ auch den Motor im Stop and Go Verkehr wider besseren Wissens im Chargemodus laufen. An der Tankstelle wollte ich jetzt natürlich wissen, ob die Verbrauchsanzeige so halbwegs stimmt und fuhr an die selbe Zapfsäule wie vier Stunden zuvor. Bei 2,1 l ging absolut nichts mehr in den Tank und die angezeigten 2,0 l im Display waren nicht so optimistisch wie vermutet. Bei der Abgabe war dann auch wieder eine 1 vor dem Komma nach 102,7 gefahrenen Kilometern.

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Wenn man das jetzt hochrechnen würde käme man auf einen Verbrauch auf 100 km von:
10,56 kWh + 2,04 l Benzin
Das ist auf dem Papier ein schöner Wert, aber bei meiner kurzen Probefahrt nicht wirklich repräsentativ. Durch das herumspielen mit den verschiedenen Modi, Regen und 7 Grad ist da noch deutlich Luft nach unten mit beiden Verbräuchen.
Mein Fazit: Ein sehr interessantes Konzept mit einigen Nachteilen wie z.B. nur vier Sitzplätzen, geringe Zuladung, geringes Kofferraumvolumen und hoher Preis. Dafür bekommt man aber ein fast komplett ausgestattetes Auto mit einem guten Händlernetz und er ist in 16 Wochen lieferbar. Wer wie ich oft nur alleine unterwegs ist, den hält eigentlich nur noch der Preis ab.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 9
Alles toll und vor allem - keine Reichweitenangst.
Aber dann kommt die Gattin und meint, er sähe nicht gut aus, irgendwie komisch, besonders von hinten.
Kannste nix machen, wenn sowas kommt.
 
Gruß
Helmut

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 10
Sehr schöner Bericht, vielen Dank!
Passt zu unseren Erkundungen, und die Bedenken werden leider bestätigt: äußere Größe und innere (Lade-)Kapazität stehen doch in einer gewissen Spannung zueinander. Wir brauchen einigen Platz (Hund und Klapprad ...) und wir möchten eigentlich kein Auto, das noch größere Außenmaße hat als das derzeitige (P II).
Ansonsten ein hochattraktives Angebot, das auf dem Markt seinesgleichen sucht und einfach die (noch) Grenzen der PHEV-Technik erkennen lässt. Bravo Toyota!!!
Aber mal sehen, vielleicht verschieben sich die Prioritäten noch etwas und am Ende wird's doch einer?!

Gruß!
JoAHa

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 11
Zitat
Aber dann kommt die Gattin und meint, er sähe nicht gut aus
Meine Frau findet ihn auch nicht schön. Er sähe aber schon viel besser aus als der P III. ;)

Zitat
Wir brauchen einigen Platz (Hund und Klapprad ...)
Das kommt zwar ein wenig auf die Größe des Hundes an, aber da sehe ich wirklich schwarz für den Plug In, Platz ist so richtig keiner im Kofferraum. Mit runtergeklappten Rücksitzen mag es ja vielleicht gehen.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 12
Kurzer Nachtrag zur Probefahrtanfrage in Köln: Gestern bekam ich einen Anruf von der Toyotazentrale ob ich denn noch Interesse an einer Probefahrt mit einem Prius PHV hätte. Ich bejahte diese Frage reflexartig um dann von der netten Dame am anderen Ende der Leitung zu erfahren, das noch immer kein Prius PHV zur Verfügung steht man sich aber darum kümmern würde. :icon_doh:  Da fragte ich mich was dieser Anruf für einen Zweck hatte. Um die Sache nicht in die Länge zu ziehen erklärte ich, dass man sich nicht weiter um eine Probefahrt für mich bemühen müsste und beendete das Gespräch.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 13
Die Zielvorgabe bei Toyota Marketing heißt wohl:
So wenig wie möglich davon verkaufen! ;-)

Das kann man ja auch an der gesamten Werbestrategie gut erkennen.

Gruß!
JoAHa

Antw.: Probefahrt mit einem 2018er Prius Plug In

Antwort Nr. 14
Dazu passt wohl auch den Corolla hier ohne HUD anzubieten.