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Thema: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In (858-mal gelesen)
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Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Nachdem ich ja vom Renault ZOE nicht so überzeugt war habe ich mich nach einer Alternative umgesehen und da fiel mir der neue Mitsubishi Outlander PHEV ins Auge. Der 2,0l Motor wurde durch ein 2,4l Motor ersetzt und der Akku wuchs um 1,8 kWh auf 13,8 kWh. Die äußeren Veränderungen liegen wohl nur im Detail und der Preis wurde wohl um 2000,00 € gesenkt. Im Gegenzug wurde allerdings die Umweltprämie von Mitsubishi um ebenfalls 2000,00 verringert, nun gut.
Im Internet habe ich mir dann auf der Mitsubishi-Homepage den nächsten Händler für meine  Probefahrt herausgesucht, welche nur 16 km von mir entfernt ist. Am Sonntag abgeschickt, sofort eine automatisierte Rückemail erhalten und gestern schon ein Anruf vom Verkäufer. Das nenne ich mal schnell. Der Verkäufer erzählte mir dann am Telefon das durch dieses spezielle Konzept des Fahrzeugs er mir den Wagen für zwei, drei Tage geben würde, damit ich mich auch mit der Ladetechnik vertraut machen könnte. Wir haben uns dann als Termin auf das WE vom 10.11. bis zum 13.11. verständigt und ich freue mich schon auf dieses WE, da ich mit dem Outlander dann auch eine Fahrt zur Arbeit unter Realbedingungen machen kann.

MfG

Lars

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 1
Super Service! Ich bin gespannt auf deinen Bericht, gehen die Meinungen zu diesem Fahrzeug doch ziemlich auseinander.

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 2
Hi,

als ehemaliger Outlander PHEV-Fahrer kann ich eigentlich fast nur positives zum Fahrzeug sagen.

OK, sexy war unser nicht, und auch das Facelift-Modell gewinnt kein Schönheitswettbewerb, aber die Technik hat uns sehr gefallen, und jetzt wenn endlich auch in EU das ursprünglich vorgesehene "Powertrain" drinkommt wird's schon richtig gut.

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 3
Powertrain?
Sind das die von Punch Powertrain?
Produkte | Punchpowertrain

Dann wäre das das gleiche Prinzip, das in den Automatik Trikes von Rewaco seit ein paar Jahren eingebaut wird.

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 4
Hehe @Stilgar  :applaus:

- du würdest sicherlich auch um 2 Uhr morgens sofort den 100% korrekten Begriff in deine vierte/fünfte/sechste Fremdsprache finden, gell ?

Der Outlander PHEV war das bisher unbestritten ökonomischste Fahrzeug, die wir besessen haben: 4,4 l/100 Realverbrauch.

Klar, die Teslas schneiden dort eben besser ab, weil die Ladekosten schon voraus im Fahrzeugpreis pauschal bezahlt worden sind - aber das gibt's ja nicht mehr, leider  :-P .

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 5
War nicht so gemeint.
Die Firma heißt halt so und angeblich hat da Mitsubishi seine Finger drin.

 

Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 6
@Stilgar ,

meinerseits war's auch humoristisch gemeint  ;D ! Den Link zu folgen war interessant!!

Wenn ich mich richtig erinnere hatte der Outlander ursprünglich schon ein 2,4 l Verbrenner, aber da in einige EU-Mitgliedstaaten Hubräume über 2 l heftig besteuert werden hat man einfach ein schon vorhandener 2,0 l Verbrenner drin gebaut.


Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 7
Hier jetzt mein Erfahrungsbericht über den Mitsubishi Outlander PHEV.
Meine Erwartungen an dieses Auto waren nicht ganz so hoch, nachdem ich verschiedene Testberichte im Netz gelesen hatte. Der Händler fragte in einem kurzen Vorgespräch nach meinen Erfahrungen mit Hybriden und meinem Nutzungsprofil. Er sagte ganz klar das dieses Auto für Nutzer die viel Autobahn fahren nicht die richtige Wahl wäre, sondern eher für die Stadt und Überlandfahrten.
Den ersten Dämpfer bekam ich bei der Übergabe des Fahrzeugs, da es nicht die erhoffte Ausstattungsvariante ` Plus´ war, sondern nur die Variante ´ Basis´ .  Dadurch fielen einige erwünschte Extras wie die in meinen Augen unverzichtbare Lenkradheizung, die LED-Scheinwerfer, die 360° Kamera und die elektrische Standheizung weg. Ansonsten ist der Wagen für diesen Preis eigentlich komplett ausgestattet. Die Sitze sind bequem und der Fahrer sitz lässt sich manuell in der Höhe und das Lenkrad in Höhe und Abstand verstellen. Der Verkaufspreis für diesen Outlander beträgt echte 29950,00 € .

Der Akku war zur Übergabe voll und die elektrische Reichweite wurde mit 55 Km angezeigt.
Der Verkäufer räumte jedoch gleich ein, das bei den momentanen Temperaturen von 11°C nur ca. 45 Km möglich sein werden. Ich hatte dann genügend Zeit um mich mit den digitalen Anzeigen und Schaltern vertraut zu machen, da sich jeder Hersteller da etwas unterscheidet.
Mein erster Weg führte mich an eine Tankstelle um den Tank randvoll zu tanken und am Ende der Probefahrt einen realistischen Wert des Benzinverbrauchs ermitteln zu können. Der Outlander fährt grundsätzlich elektrisch und der Benziner kann nur durch einschalten der Heizung oder der Charge-Funktion zur Mitarbeit gezwungen werden. Der mit dem Verbrenner verbundene Generator lädt dann den Akku auf und ab ca. 85 km/h wird eine mechanische Verbindung zwischen dem Motor und der Vorderachse hergestellt und treibt dann den Wagen an.
Meine erste richtige Teststrecke war dann die Fahrt zu meiner Dienststelle nach Berlin. Den Akku hatte ich inzwischen an der heimischen Steckdose aufgeladen. Nach gut zwei Stunden wurden genau 5 kWh in den Akku geladen und eine Reichweite von 55 km standen im Display. Zur genauen Erfassung der geladenen kWh habe ich jedes mal einen digitalen  Stromzähler zwischen Steckdose und Ladegerät geschaltet.
Die Öko-Information zeigte mir in Berlin angekommen einen Benzinverbrauch von 3,2 l/100km und einen Stromverbrauch von 17,9 kWh/100km an. Beides musste ich so erst mal hinnehmen ohne es wirklich nachprüfen zu können.

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 Die Angabe, dass ich 75% der Strecke elektrisch gefahren bin entsprach einer Strecke von 50,2 km, wobei die elektrische Restreichweite noch 14 km betrug. Schon hbei dieser ersten Fahrt zeigte sich, dass ein realistischer Verbrauchsnachweis von Strom und Benzin nur durch exakte Buchführung möglich sein wird.
Die Rückfahrt am nächsten Morgen bin ich dann ohne den Akku aufzuladen angetreten um den Verbrauch ohne die momentan regulär nicht mögliche Aufladung aufzuzeichnen.
Zu Hause angekommen war die elektrische Reichweite auf 1km zusammengeschrumpft und die Öko-Information zeigte einen Verbrauch von 3,8l Benzin und 17,1kWh auf jeweils 100km. Der Anteil des elektrischen Fahrens senkte sich auf  70%, das entspricht 94,5km. Ein recht erstaunlicher Wert in meinen Augen. Die Bezugsgröße des Benzinverbrauchs erschloss sich mir zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich. War es der Verbrauch der unter Benutzung des Verbrenners entstand oder gemessen an der Gesamtfahrstrecke.
Mit leerem Akku ging es jetzt an das Aufladen, was wirklich sehr einfach ist und niemanden überfordern sollte. Schukostecker in die Steckdose in der Garage, Ladestecker in die Steckdose hinter der Klappe auf der rechten Seite hinten am Auto. Das Diplay im Wagen zeigt dann die voraussichtliche Ladezeit an. In meinem Fall 5h 45min.

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Der Wagen lädt sich anfangs mit ca. 2,4 kW und nimmt ganz am Ende erst ab. Beträgt die restliche Ladezeit weniger als eine Stunde zeigt die Anzeige leider nur noch - - : - - an und ich musste an meinem Stromzähler den Ladestrom kontrollieren. Der Akku war nach 5h 35min voll und zeigte zu meinem Erstaunen eine wohl unrealistische Reichweite von 67km an.

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Um nun den Realverbrauch an Strom zu messen fuhr ich rein elektrisch ohne das der Benzinmotor hilft. Es war schon dunkel und die Außentemperatur betrug ca. 11°C, das hieß
Licht und Sitzheizung an. Die Sitzheizung hat zwei Stellungen und beide reagieren schnell und wärmen sowohl die Sitzfläche, als auch den Rückenbereich. Nach 22,5 km habe ich dann meinen rein elektrischen Ausflug beendet und den Akku des Outlander wieder aufgeladen.

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Die angezeigten 17,1 kWh/100km machten mich dann doch neugierig auf den Realverbrauch.
Rein rechnerisch hätten 3,85 kWh in den Akku passen dürfen, mit 16 % Ladeverlusten 4,46 kWh. Als der Zähler dann bei 5,05 kWh erst stoppte wurde ich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und errechnete einen Verbrauch von 22,44 kWh/100km. Zugegeben das ist jetzt nicht ganz repräsentativ und es wird auch noch Unterschiede bei sonnigem, warmen Wetter geben, aber ich hatte auf  weniger gehofft. Man darf aber auch nicht außer Acht lassen, das der Wagen auch knapp 2 Tonnen wiegt.
Gespannt war ich nun auf den Besuch an der Zapfsäule um den Benzinverbrauch ermitteln zu können. Nach der Ernüchterung mit dem Stromverbrauch dachte ich mir, das bei einer Gesamtfahrstrecke von 206 km als unter 10l mich dann doch noch Überraschen würde. Und siehe da, an der Tankstelle konnte der Outlander noch mal richtig punkten. Bei 6,5 l Super ging kein Tropfen Benzin mehr in den Tank.
Die Gesamtverbrauchsrechnung sah nach diesen 206 km wie folgt aus:

26,6 kWh + 6,5l Super

Das entspricht auf 100km :

12,9 kWh + 3,16 l Super

Das kann sich meines Erachtens sehen lassen, vor allem vor dem Hintergrund, das ich auch fast alles an dem Wagen ausprobiert habe und man sich auf dieses Antriebskonzept mit seiner Fahrweise anpassen muss. Dann sind sicherlich auch niedrigere Verbräuche zu realisieren, besonders in den warmen Jahreszeiten.

Mein Fazit:
Meinen NX kann der Outlander nicht ersetzten, als Nachfolger wäre er bei mir momentan in der Ausstattungsvariante PLUS mit dem Fahrassistenz-Paket die erste Wahl.

MfG

Lars



Antw.: Probefahrt mit dem 2019er Mitsubishi Outlander Plug-In

Antwort Nr. 9
Das entspricht auf 100km :

12,9 kWh + 3,16 l Super
Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen sollte. Das ist der Stromverbrauch eines sparsamen BEV plus der Benzinverbrauch von @Knauser. Aber ok, wenn jemand mit dem Outlander im Jahresschnitt auf diese Werte käme, wäre das für so ein Auto schon recht gut.
Danke für den Bericht!