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Thema: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP (344-mal gelesen)
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Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

heise: Sachverständigen-Anhörung zu CO2-Flottenemissionen

Zitat
An Fantasie mangelt es den Fachgremien der internationalen Autoindustrie nicht. Bei den Verhandlungen über die CO2-Flottengrenzwerte für die Jahre 2025 und 2030 sind die Lobbyisten kreativ. Nach außen entsteht der Eindruck, als würden die Autos in der Europäischen Union gesetzlich verordnet immer sparsamer werden. Ein zweiter Blick aber offenbart: Wenn sich die Beharrungskräfte durchsetzen, passiert wenig. Oder nichts. Vielleicht dürfen Pkw mit Verbrennungsmotor bald sogar mehr verbrauchen – das wäre nicht im Sinn von Halterkaufkraft und Ressourcenschonung.
:icon_doh:

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 1
Einer Analyse der Neuwagen-Plattform Carwow zeigt ebenfalls, wie die Steuern künftig steigen - und dass besonders für Kleinwagen mit Benzinmotor eine deutlich höhere Kfz-Steuer fällig wird, obwohl dies ja eigentlich der vom Staat gewünschten "ökologischen" Lenkungswirkung diametral entgegensteht. Das liegt offenbar an der höheren Durchschnittgeschwindigkeit im WLTP-Testzyklus (jetzt bis 130 km/h). Sie schlägt sich bei Kleinwagen, die nicht für Autobahn-Tempi optimiert sind, besonders auf den Verbrauch nieder. Das führt zu einer bizarren Situation: Während der Staat  auf der einen Seite die Anti-Diesel-Kampagnen mit finanziert und den Umstieg von Diesel auf Benziner so beschleunigt, sorgt er auf der anderen Seite dafür, dass eben diese Benziner höher besteuert werden.

Carwow zeigt unter Berufung auf eigene Berechnung, welche Autos die größten Ausreißer nach oben haben dürften. Vor allem bei Klein- und Kompaktwagen und sogar bei Hybridmodellen schlägt die Steuer-Keule künftig härter zu. Einige Beispiele:

Skoda Fabia Combi 1.0 TSI Cool Plus: Steueranstieg um 141 Prozent (von 28 auf 67 Euro)
Nissan Micra 1.0 Visia 5-Türer: Plus 114 Prozent (von 36 auf 77 Euro)
Hyundai Ioniq Hybrid Premium 5-Türer: Plus 96 Prozent (von 32 auf 62 Euro)
VW Golf 1.0 TSI Trendline 5-Türer: Plus 94 Prozent (von 46 auf 89 Euro)
VW Polo 1.0 l Trendline: Plus 94 Prozent (von 46 auf 89 Euro)
Seat Ibiza 1.0 MPI Start&Stop: Plus 83 Prozent (von 54 auf 98 Euro)
Ford Ka+ 1.2 l Trend: Plus 69 Prozent (von 68 auf 114 Euro)

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 2
mich würden mal die Ergebnisse interessieren, wenn der WLTP die maximale Testgeschwindigkeit anstatt fix auf 130km/h auf z.B. 70% der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit festlegen würde.
beim Yaris wären das dann  ~114km/h
beim 3er BMW so etwa  ~160km/h
das dürfte doch viel eher der Realität entsprechen..

'Dicke' Autos würden dadurch deutlich teurer als Kleinwagen. Zumal Leute, die sich einen schnellen (teureren) Wagen kaufen können, durch die höhere Steuer sicherlich nicht plötzlich am Betteltuch nagen würden.
Andererseits… Bei einer Verdopplung der Steuer auf 60 oder 65€ macht das auf 5 Jahre gerechnet ~150€ aus. Ob das jedoch den Garantieverlust etc. ausgleicht, wenn ich meinen FTH darum bitte, meinen Neuen 3 Monate früher zuzulassen?  ;)

(aber trotzdem ist die neue Regelung schlicht eine Sauerei...)

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 3
Da wär ich auch dafür. Als noch nach Stadt/90/120 (Drittelmix) gemessen wurde, fiel die 120er Messung flach, wenn das Fahrzeug eine nur wenig höhere Höchstgeschwindigkeit hatte; Deine vorgeschlagenen "70% der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit" gehen in diese Richtung ;)

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 4
Das ist ein Jahresbeitrag. Ob ich 28 € oder 96 € im Jahr zahle ist mir schlicht egal.
Es gibt soviel verzichtbares was ich mir anschaffe, da darf ich mich über vielleicht 60 € im Jahr wirklich nicht aufregen.

Wenn ich dafür endlich wieder etwas genauer weiß, was mein zukünftiger Wagen in der Praxis verbraucht, soll es mir recht sein. 

Da spare ich ggf. deutlich mehr wieder ein.

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 5
Zitat
Wenn ich dafür endlich wieder etwas genauer weiß, was mein zukünftiger Wagen in der Praxis verbraucht, soll es mir recht sein.
das ist das Problem: man will immer genau wissen, wie viel ein Fahrzeug exakt verbraucht. Das dies auf Grund der vielen Variablen im täglichen Praxisbetrieb überhaupt nicht geht, spielt keine Rolle, der Autohersteller hat gefälligst exakte Daten zu liefern, egal ob ich im Gebirge, auf dem platten Land oder in der Stadt wohne.
Das die Verbräuche der Fahrzeuge untereinander vergleichbar sein sollen, will hier keiner hören. Dabei ist es auch mit dem noch gültigen Zyklus möglich, die Säufer von den Sparsamen Fahrzeugen zu unterscheiden. Will aber keiner, auch die Gerichte nicht, sondern es müssen halt exakte Werte her. Ich bin mir sicher, dass sich auch beim WLTP wieder welche finden werden, deren Verbrauch in der Praxis soweit abweicht, dass wieder die Gerichte angerufen werden...

Antw.: Im Trickreich: CO2-Flottenemissionen - Umstellung von NEFZ auf WLTP

Antwort Nr. 6
Meiner bescheidenen Meinung nach sollten die direkten ausgestoßenen Abgaswerte über die höhe der zu entrichtenden Steuer entscheiden. Alle bisherigen Messverfahren führen doch bisher zu keiner genaueren Verbrauchs- oder Abgasangabe.
Wenn also dafür gezahlt werden müsste, was an Atemluft "verunreinigt" würde, könnte sich eine umweltgünstige Kettenreaktion einstellen. Nach dem Motto: Es lohnt sich nicht eine Dreckschleuder (man mag mir diesen Begriff verzeihen) zu fahren, oder auch gar diese herzustellen. Allerdings bliebe da noch die Frage, wie ermittelt (misst) man die direkten Abgaswerte.

So... und jetzt könnt Ihr mich ruhig steinigen...  ;D