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Thema: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht (2584-mal gelesen)
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3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Die Zeit für Wehmut ist gekommen – nach rund 1095 Tagen muss ich nun den VW-Hybriden am Ende des Leasingvertrages zurückgeben. Am Ende standen 101.260 km auf dem Tacho. Am Anfang waren es nur 12 km.
Als kurzes Fazit kann ich nur sagen: ich habe keinen Tag und keinen Kilometer meine Entscheidung für das Fahrzeug bereut. Und entgegen der Kassandrarufe musste das DSG-Getriebe NICHT nach 35.000 km gewechselt werden. Auch nicht später. Auch zum Zeitpunkt der Rückgabe waren keine Probleme am Getriebe bekannt.
Auch sonst machte der zugkräftige Hybride keine Probleme. Außer einem Auffahrunfall durch einen zu geringen Sicherheitsabstand eines Hintermannes und einem teuren Parkrempler eines Rowdies mit Fahrerflucht gab es keine außerplanmäßigen Werkstatttermine.
Es gab nur folgende kleine Punkte:
- Zweimal musste die Tankklappe nachgeölt werden, da sie sich nicht wie vorgesehen öffnen ließ
- Zweimal waren Ventile am Reifen undicht.
In alle Fällen konnte durch die Werkstatt im Rahmen der Turnustermine eine Abhilfe vorgenommen werden.

Schön fand ich neben den sportlichen Fahreigenschaften auch die ruhige Fahrweise mit den guten Segeleigenschaften auch im Stop&Go Verkehr.
Mit den richtigen Rahmenbedingungen war es durchaus möglich, an zwei nacheinanderfolgenden Tagen einmal „normal“ die Strecke zu fahren und einmal mit über einer Stunde längerer Fahrzeit wegen Stau – und der Kraftstoffverbrauch war identisch. Das war schon beeindruckend.
In Spritmonitor wurden für eine Strecke von 98.520 km 5.622 Liter getankt. Das entspricht einem Verbrauch von 5,71 Litern pro 100 km.
Der Jetta war – im Vergleich zu anderen Hybridfahrzeugen – ein richtiges Platzwunder, obwohl er eine Wagenklasse kleiner als die normalen Limousinen geführt werden. Er ist ja in der Golf-Klasse geführt. Allerdings ist der Radstand größer, was vor allem auf der Rückbank zu deutlich mehr Platz führt.
Die im Kofferraum vorhandene Stufe, die durch die rauskuckende Batterie entsteht, war letztlich nie ein großes Problem. Sie war oft sogar vorteilhaft, weil dann die Gegenstände nicht in den hinteren Tiefen des Kofferraum unerreichbar verschwunden sind. Auch mehrere Wasserkisten waren im Kofferraum kein Problem. Wir sind auch öfters (2-Personen) dick bepackt in Urlaub gefahren und haben alles hinten reinbekommen. Okay, wer früher Tetris gespielt hat, war leicht im Vorteil… aber intelligentes Packen sollte ohnehin jeder Autofahrer beherzigen. Wirklich sperrige Gegenstände konnte man auf den Rücksitzen am besten transportieren. Das ist beim Jetta Hybrid quasi genauso wie bei den anderen Limousinen mit Stufenheck – egal ob da nun eine Batterie ist oder nicht.

Noch ein Punkt zur Batterie: ganz am Anfang schaffte man mit der vollen Batterie ca. 4,3 Kilometer.
Nun, rund 100.000 km später habe ich erneut gemessen, was die Batterie voll geladen noch leisten kann. Mehrfach gemessen, das Ergebnis immer gleich. Nun sind nur noch 3,7 bis 3,8 km Reichweite drin. Mir war bei Zwischenmessungen aufgefallen, dass die Batterie vor allem im dritten Jahr etwas stärker nachgelassen hat. Nun kann die Batterie ca. 13% weniger leisten als eine Neubatterie. Ich halte den Rückgang aber noch für plausibel, und an den Verbräuchen konnte ich keinen Unterschied messen. Soviel zur Frage, was man von dem Fahrzeug als Gebrauchten hält. Nun, ich würde keinen mehr kaufen, der 6 Jahre oder älter ist.
Zumindest nicht, ohne die Restkapazität der Batterie zu prüfen. Aber bei meinem 3 jährigen sehe ich keine Bedenken. Könnte ich jedem wie er jetzt ist ohne Bedenken weiterempfehlen/weiterverkaufen.

2 Tage bevor ich mir einen weiteren Jetta-Hybrid als Nachfolgefahrzeug bestellen wollte, nahm VW den Jetta Hybrid aus dem Programm. Eine Bestellung war nicht mehr möglich. Da mich die anderen VW Modelle nicht überzeugen konnten (höherer Verbrauch, fehlende Regelungen in der betriebsinternen KFZ-Anweisung für PluginHybride) habe ich mich dann letztlich anders auf dem Markt umschauen müssen. Der neue Prius hatte mir da leider gar nicht zugesagt. Letztendlich wurde es nun ein Fahrzeug eines anderen Anbieters – ohne alternativen Antrieb, dafür aber ein Spaßauto vor dem Herrn.  :icon_dito:
So sehr ichs auf der einen Seite auch bedaure – auf der anderen Seite muss man sich entscheiden.

Zur näheren Auswahl bei den Hybriden wären es bei mir noch der Audi A4 etron oder der Golf GTE gewesen. Beide nicht wirklich sparsame Hybride und ein bisschen zu wenig Auto fürs Geld. Ich hätte mir durchaus den Hyundai Ioniq angeschaut, der macht für mich einen soliden Eindruck. Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung war der aber noch nicht auf dem Markt.

@Jorin: Du kannst übrigens die Kategorie abändern. Muss heißen: Jetta Hybrid 2013-2016.
Der Jetta allgemein wurde 2016 endgültig in Deutschland delisted.


Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 1
Danke für den schönen Bericht!

Das entspricht einem Verbrauch von 5,71 Litern pro 100 km.
Da hätte ich wesentlich mehr vermutet. Mein kleiner Yaris Hybrid ist im Februar auch 3 Jahre alt. Bisher habe ich 4,99 l pro 100 km. verbraucht.

Bei der von Dir angegebenen elektrischen Reichweite bin ich erstaunt. Finde ich enorm viel. Mein Yaris Hybrid hat nur eine sehr geringe elektrische Reichweite.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 2
Vielen Dank für das Feedback hier im Forum - was ist es denn nun für ein Wagen geworden? *neugierig frag* :icon_daumendreh2:

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 3
Als kurzes Fazit kann ich nur sagen: ich habe keinen Tag und keinen Kilometer meine Entscheidung für das Fahrzeug bereut.

So muss das sein. Dann hast du alles richtig gemacht.  :applaus:

Zur näheren Auswahl bei den Hybriden wären es bei mir noch der Audi A4 etron oder der Golf GTE gewesen. Beide nicht wirklich sparsame Hybride und ein bisschen zu wenig Auto fürs Geld. Ich hätte mir durchaus den Hyundai Ioniq angeschaut, der macht für mich einen soliden Eindruck. Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung war der aber noch nicht auf dem Markt.

Ja, leider setzen sich die Hybride und auch die deutschen Plug-ins bisher nicht wirklich durch. Wir werden wohl noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, durchhalten müssen, bis es alternative Fahrzeuge (und damit meine ich auch EV) in allen erdenklichen Größen und Leistungsklassen geben wird, die man sich auch wird leisten können. Das ist sehr traurig, denn wie bestimmt sehr viele hier genieße ich die Stille im Auto, wenn es elektrisch fährt oder an der Ampel steht, sehr. Fände ich das Gesamtpaket des Prius 4 nicht gelungen, würde es mir wohl wie dir gehen: Es gäbe kaum etwas, was in Frage käme.

Zu schade, dass du nun wieder zurück zum konventionell angetriebenen Fahrzeug musstest. Auch mich würde interessieren, was es letztendlich wurde und ob du in ein paar Jahren bei einem besseren Fahrzeugangebot, welches auch in die Firmenflotte passt, wieder wechseln würdest, hin zu einem alternativ angetriebenen Fahrzeug. Ich hoffe, du bleibst uns dennoch erhalten und berichtest hier ab und zu über deinen Neuen oder hilfst solchen Mitgliedern, die Fragen zum Jetta Hybrid haben.

@Jorin: Du kannst übrigens die Kategorie abändern. Muss heißen: Jetta Hybrid 2013-2016.
Der Jetta allgemein wurde 2016 endgültig in Deutschland delisted.

Erledigt, danke!

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 4
Danke für den Bericht. Ich freue mich, dass der Wagen so problemlos lief. Zumal ich einer der Wenigen war, die von Anfang an die Möglichkeit in Betracht gezogen haben, dass der Jetta Hybrid uns alle noch überraschen könnte.

Das hat er geschafft. Und den Verbrauch finde ich wirklich angemessen für das gebotene Gesamtpaket. :)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 5
Danke für den Bericht!
Wenn es den als Kombi gegeben hätte, wäre er bei mir auch in der engeren Auswahl gewesen.

Letztendlich wurde es nun ein Fahrzeug eines anderen Anbieters – ohne alternativen Antrieb, dafür aber ein Spaßauto vor dem Herrn.  :icon_dito:

Darf ich Lösen :icon_wp-question:

Alfa Romeo - Giulia  Diesel :icon_wp-exclaim:

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 6
Anscheinend schöne drei Jahre mit NULL Mängeln trotz DSG und downsizing Turbo Benziner. Das der Jetta einen längeren Radstand hat, wusste ich nicht. Wie der Octavia?

Ich hoffe, du bleibst uns auch mit dem Auto 1.0 erhalten. Denn ein Fahrzeug 1.0 bewegt mit dem erfahrenen Gasfuss eines Hybrid-Piloten ist ja auch ein alternativer Antrieb - irgendwie

Behauptet

Wanderdüne

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 7
Der Octavia hat nochmals deutlich mehr Radstand. Der Jetta liegt knapp auf halbem Wege vom Golf zum Octavia.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 8
Ein schöner Bericht, solltest du an die Presse weiter reichen. Bin positiv überrascht. Wenn VW das Auto einstellt, liegt es immer noch am Markt. Die Menschen die VW kaufen, wollen so etwas nicht.

Wünsche dir viel Glück mit deinem neuen Auto und wenig Reparaturen.
Habe jemand in der Familie, mit Alpha Romeo, als Benziner und über Freisprecheinrichtung höre ich öfters "wo der Spaß ist" ;-) Meine Worte dazu sind dann immer "lass mir ein paar Tropfen Benzin übrig, damit komme ich noch 100 km" :-D

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 9
Wenn VW das Auto einstellt, liegt es immer noch am Markt. Die Menschen die VW kaufen, wollen so etwas nicht.

Die Menschen wollen hauptsächlich Hatchbacks (fünftürige Kompake) oder SUVs... Da VW den damals einzigen bezahlbaren Hybriden nur als relativ kleines Stufenheck anbot, ist nicht der Markt für den Misserfolg verantwortlich.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 10
Du meinst, dass lag nur am Stufenheck? :-/

Interessant diese Denkweise, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Aber, wenn man sich anguckt, was mit VW drauf an einem vorbei fährt, vorzugsweise links auf der Straße und dann vor mir, hast du Recht.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 11
Dazu kann ich mich nur wiederholen, wie ich es bereits im Batterie-Thread dieser Tage schrieb:
Das größte Hindernis in der Vermarktung von Hybridfahrzeugen liegt beim Hersteller selbst.
Sie (VW) tun, als wenn sie umweltfreundlichere Fahrzeuge fördern wollen, aber eigentlich tun sie genau das Gegenteil, sie behindern, ja verhindern den Markterfolg!
Genau wie bei meinem AUDI A2 vor 12 Jahren: das war auch ein ökologisch sinnvoll entwickeltes Fahrzeug, aber in der Werkstatt wurde man angeschaut, als wenn man eine obszöne Frage gestellt hätte, wenn man Auskunft wollte, Wartunganliegen oä hatte.  Der Umgang mit Kunde und Fahrzeug war unterirdisch, irgendwann fragte man sich dann, warum man genau dieser Firma eigentlich sein Vertrauen geschenkt hatte.
Da fiel der Wechsel zu Toyota sowas von leicht ,.,, Tschüss AUDI, "öko" geht anders ... und siehe da, es gibt überzeugende und langlebige Konzepte.
Insofern setzen die Hybridkunden auf ein innovatives Konzept, das mE überzeugt, aber auf den falschen Hersteller, der vom eigenen Produkt gar nicht überzeugt ist ;-)
Das ist der eigentliche Skandal! (Ich war früher jahrelang sehr überzeugter VW-Kunde!)

Trotzdem danke für den sehr interessanten Bericht - vielleicht macht er ja den einen oder die andere Skeptiker/-in doch mal nachdenklich?! ;-)

Gruß!
JoAHa

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 12
Deutschland ist Kombi-Land. Gerade Eigenheimbesitzer sind oft auch Familien mit Kindern, also potenzielle Kombi-Käufer. Und die bekommen nichts der Richtung.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 13
Der Jetta Hybrid war von VW sicherlich primär für den amerikanischen Markt gedacht, wo kompakte Stufenhecklimousinen viel populärer als kompakte Hatchbacks und Kombis sind. Dort wollte man dem trotz seiner von Amerikanern ungeliebten Karrosserieform erfolgreichen Prius ein Mainstreammodell entgegen setzen. Das ist eine durchaus verständliche Produktentscheidung. Dass damit die Wahl auf eine auf den europäischen Märkten als Nischenprodukt anzusehende Karrosserieform fiel und mithin ein in Europa absehbar erfolgsarmes Produkt entstand, war in Hinblick auf die seinerzeit -und heute bis auf UK und NL immer noch- ausgesprochen geringe europäische Marktakzeptanz von Vollhybriden wohl nebensächlich.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 14
Der Octavia hat nochmals deutlich mehr Radstand. Der Jetta liegt knapp auf halbem Wege vom Golf zum Octavia.

Stimmt. War mir beim schreiben natürlich auch klar. Aber den gabs nicht als Hybrid. Kann mich noch gut an das Grinsen des Skoda-Verkäufers erinnern... ;)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 15
Ein schöner Bericht, solltest du an die Presse weiter reichen. Bin positiv überrascht. Wenn VW das Auto einstellt, liegt es immer noch am Markt. Die Menschen die VW kaufen, wollen so etwas nicht.

Nun, für den Otto-Normal-Menschen sind das gleich zwei Begriffe, die er nicht hören will. "Jetta" und "Hybrid".
Dieses Image wurde das Auto nicht los. In Deutschland war dafür kein Markt. Und in den USA will seit Dieselgate eh keiner mehr einen VW fahren. Und in Deutschland keiner mehr Jetta bzw. wollen die Händler den auch nicht verkaufen. Scheinbar sind die Gewinnspannen beim Passat höher. Deshalb kriegt man eher einen Passat aufs Auge gedrückt. Hilft dem Händler natürlich auch bei seinen Umsatzzielen. Im Rahmen der VW-Notlage wurde nun ja das gesamte Sortiment umgekrempelt und man steigt komplett auf Plugin- oder Rein-Elektro um. Deshalb wurde der Jetta Hybrid total heimlich still und leise aus dem Programm genommen. Ach ja, es gab auch Berichte, wonach VW das Patent eines Zulieferers geklaut hätte und es dort zu Klagen in den USA kam. Viel mehr konnte ich dazu nicht mehr lesen. Aber nach allem, was wir schon über VW wissen...

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 16
Der Jetta Hybrid war von VW sicherlich primär für den amerikanischen Markt gedacht, wo kompakte Stufenhecklimousinen viel populärer als kompakte Hatchbacks und Kombis sind. Dort wollte man dem trotz seiner von Amerikanern ungeliebten Karrosserieform erfolgreichen Prius ein Mainstreammodell entgegen setzen. Das ist eine durchaus verständliche Produktentscheidung. Dass damit die Wahl auf eine auf den europäischen Märkten als Nischenprodukt anzusehende Karrosserieform fiel und mithin ein in Europa absehbar erfolgsarmes Produkt entstand, war in Hinblick auf die seinerzeit -und heute bis auf UK und NL immer noch- ausgesprochen geringe europäische Marktakzeptanz von Vollhybriden wohl nebensächlich.

Gebe ich Dir vollkommen recht. Dass es so kommt, war eigentlich absehrbar. Und das obwohl bisher nahezu alle deutschsprachigen Fahrberichte, die ich zum Fahrzeug gelesen hatte, sehr positiv ausgefallen lassen.

Das Stufenheck in Deutschland nicht mehr geht, halte ich aber für ein Gerücht. Schau Dir mal die Zulassungszahlen von BMW und Audi an, die verkaufen sehr viele Limousinen. Man könnte jetzt sagen: ja, aber die sind ja größer... was aber z.B. beim 3er BMW nicht zutrifft, der genau die gleiche größe wie der Jetta hatte. Die Form des Jettas und die Gewichtsverteilung war auch erstaunlich viel "Sportlousine", also fast das, was BMW verkäuft. Was hier den Unterschied macht ist das Image/Marke und Marketing. Und natürlich den Quanten Luxus und Exklusivität, was dem Jetta im Vergleich gefehlt hat, Aber schon alleine die Tatsache, dass man das Fahrzeug erst über zwei Querverweise auf der VW-Webseite erhalten hatte und im VW Newsletter das Fahrzeug noch nicht mal erwähnt wurde, spricht schon Bände. Auch dass man attraktive Farben wie Silber und schöne Felgen bewusst NICHT mehr im deutschen Konfigurator angeboten hatte zeigt schon, wie lieb VW-Deutschland das Fahrzeug hatte.  In den USA wurde er hingegen sehr starkt und vielfältig beworben.
Da ist das aktuelle Vermarktungsmodell doch viel interessanter. Wir verkaufen den Leuten einen Plugin-Hybrid, auf den er 1500 Euro Händler-Prämie bekommt. Natürlich wurde die Händlerprämie vorweggenommen, indem der Verkaufspreis entsprechend angehoben wurde (Tatsache!). So kann sich VW den gleichen Betrag einsäckeln und die Kunden haben dabei sogar noch ein glückliches Gesicht gemacht.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 17
Och Mist, jetzt gabs beim Upload der Bilder ein Problem und nun ist der ganze Text weg. Jetzt schreibe ich aber nicht nochmal alles.

Also ja, die Detektive hier waren schon gut. Es ist die neue Alfa Romeo Giulia geworden. In klassischem Rot. 180 Diesel PS, 8-Gang-Automatik, 450 NM über einen großen Drehzahlbereich. In 7,0 Sekunden auf 100, 230 km/h Spitze.

Und wenn man den Angaben es Herstellers trauen darf nur 109 g CO² pro km  ;)

Ich dachte mir, bevor ich mich den Rest meines Lebens ganz auf E-Fahrzeuge und Brennstoffzellenautos konzentriere, darfs nochmal ein Spaßauto der alten Generation sein.

Wegen Alfa bzw. wegen der Kinderkrankheiten der komplett neuen Baureihe mache ich mir keine großen Sorgen. Der Vorteil des Vollleasings. Am Anfang steht die Rate, und dann kann kommen was will. War beim Jetta Hybrid ja im Prinzip ähnlich. Man kanns dann etwas entspannter angehen, wenn man weiß, dass der Ersatzwagen auch schon mitgeleast ist. Beim Jetta habe ich den quasi nie gebraucht. Beim Alfa - naja mal sehen. Bis jetzt habe ich 4.400 km drauf und alles ist noch perfekt und zur vollsten Zufriedenheit.

Das Fahrzeug hat nicht nur einen ordentlichen Forttrieb, es besticht vor allem durch seine erstklassige Kurvenlage. Auch schnell durchfahrene Kurven sind wie auf Schienen. Kein Übersteuern, kein Untersteuern. Einfach Lenkrad rum und festhalten - eine wirklich coole Straßenlage. Anders als beim 3er BMW ist das Fahrwerk dabei etwas weicher abgestimmt ohne die Sportlichkeit zu verlieren.

Absolutes Jagdrevier des Fahrzeugs sind Mittelgebirgsstraßen mit unterschiedlichen Kurven und Steigungen und Gefällen. Hatte noch nie ein Fahrzeug gehabt, auf denen sich diese Straßen so präzise und flott fahren lassen. Übrigens, der Jetta war dafür auch schon ein guter Kandidat, aber bei weitem noch nicht so leichtfüßig.

Als ehemaliger Hybridpilot lässt sich das Fahrzeug auch im Ökomodus sehr sanft bewegen, allerdings nervt dort auf die Dauer das Getriebe, was sich immer wieder auskoppelt (zum gleiten) und dann wieder einkoppelt. Deutlich entspannter ist das Fahren im Normalmodus, auch wenn da das Fahrzeug schon leicht ruppig reagiert, weil bereits dort das Gaspedal nur noch getreichelt werden darf. Dann sind aber die Verbräuche ähnlich denen im Öko-Modus.

Das Fahren im Dynamikmodus ist keineswegs mehr entspannend. Das ist Rennfieber pur - und ist nicht zu empfehlen, wenn noch Beifahrer im Auto sind  ;D

Auch die Lenkung ist dann göttlich. Sehr scharf und bissig, wie auch der Motor. Das Fahren in diesem Modus ist höchstens den oben benannten Landstraßen vorbehalten, wenn einem danach mal die Lust steht. In 97% der Fälle ist der Normalmodus der geeigneteste. Dann übrigens sind die Drehzahlen sehr gering, sie sind in der Regel immer unter 2000 Umdrehungen, meist nur bis 1800 Umdrehungen. Zu verdanken hat die Giulia dies dem langhubigen Motor, der bereits bei niedrigen Drehazhlen ordentlich Drehmoment hat. So ist auch das Fahren im 6. Gang bei 1100 Umdrehungen ohne Probleme möglich und von der Automatik entsprechend gewählt. Meistens hält sich die Drehzahlnadel zwischen 1200 und 1400 Umdrehungen auf.
Hier kann das Fahrzeug denn nun für meine kleine grüne Seele und meine weiten Fahrstrecken wenigstens ein bisschen mit 2 umweltfreundlichen Argumenten punkten.
1.) die lange Übersetzung im größten Gang hat bei 130 km/h nur 1.600 Umdrehungen. Der vergleichbare BMW 320d Steptronic muss hier schon mit 1.950 Umdrehungen drehen.
2.) der CW-Wert liegt bei 0,25  - und spiegelt damit also durchaus das schnittige Design wieder

Der bis jetzt ermittelte Verbrauch in Spritmonitor sind 6,1 bis 6,2 Liter Diesel. Also 10% mehr Verbrauch als der Jetta, dafür ist der Kraftsoff 20% günstiger.

Ich danke euch, dass ich 4 Jahre lang im Forum Mitglied sein konnte, und ich werde sicher auch ab und zu nochmal reinschauen.
In nur 3 Jahren werde ich sicherlich wieder ein E-Fahrzeug, ein Plugin-Hybrid oder ähnliches fahren. Ich würde hierfür auf dem deutschen Markt aber gerne noch Folgendes sehen:
1. Bezahlbare Autos
2. Fahrzeuge mit schönem Design
3. Verbrauchskosten, die wirklich attraktiv sind
4. mehr Ladestationen in Deutschland mit weniger Tarif-Wirr-Warr und bitte ohne Apothekenpreise
5. klarere steuerliche Regelungen, z.B. was ist, wenn ich meinen Firmenwagen an meiner privaten Steckdose lade. Absetzbar?

Wenn man die Programme der deutschen Automobilhersteller studiert kann man noch recht zuversichtlich sein, dass die Punkte 1 bis 3 Realität werden könnten.

Natürlich könnte es dann auch ein Prius 5 sein. Mal schauen, was uns da die Zeit noch bringt.

Ach ja, und last, but not least. Wenn Ihr diesen roten Flitzer im Rückspiegel seht, bitte rechts ranfahren. Danke!  ;D

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 18
Die rote "Nudelschüssel" sieht schick aus! Viel Spaß damit, alles Gute und immer knitterfreie Fahrt.
Dann sieht man sich ja, so wie es sich anhört, in spätestens 3 Jahren hier wieder  :-)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 19
Och Mist, jetzt gabs beim Upload der Bilder ein Problem und nun ist der ganze Text weg. Jetzt schreibe ich aber nicht nochmal alles.

Scheint ja doch noch geklappt zu haben. Du hast vermutlich den Entwurf gefunden?  ;)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 20
Glückwunsch zum roten Flitzer! Einmal muss man es sich antun. Tolle Dienstwagenregelung, bei uns ginge der nicht.

1994 hatte ich mal einen roten Alfa 145 mit dem "schnief" letzen 1,4 l Boxer Motor. In rot. Straßenlage war erste Sahne, Lenkung ein Traum und was sagte der Alfa Händler zum Einfahren: die ersten Kilometer nicht zu lange im roten Bereich ;-)

Alfa Romeo 145 – Wikipedia

Die Heizung war grottenschlecht. Unterm Gefrierpunkt wurde der Wagen erst nach 25 km einigermaßen warm. Naja, wozu braucht man eine Heizung in Italien?

Zuverlässigkeit war erstaunlicherweise gut. Bis auf einen Liegenbleiber wegen undichtem Kühler war nix dran. Der Motor startete schon, wenn der Schlüssel nur in die Nähe kam! Wir haben ihn geliebt und fast 10 Jahre und 140.000 km gefahren.

Nun noch der Spruch zu Alfa, der mich immer begleitet hat (aus dem Gedächnis ein Leserbrief zu einem Alfa-Test in der ams, bei dem der Alfa verrissen wurde):

"Alfas sind nicht dazu da getestet zu werden, sie existieren, weil es sie gibt. Sie entziehen sich unserer rationalen Welt und jeder Beurteilung. Alfas sind wie Frauen: wir lieben sie wegen einiger nichtiger Kleinigkeiten und nehmen den Rest schreiend in Kauf. Es wird eine Verbindung fürs Leben oder die Scheidung ist vorprogrammiert."

Viel Spaß und ich ziehe gerne nach rechts

Gruß

Wanderdüne

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 21
Alfa Romeo baut meines Erachtens schöne Autos. Gute Fahrt!

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 22
Ein schönes Auto, da schließe ich mich an. Da können sich einige Hersteller eine Scheibe von abschneiden. Ich mag auch den Prius 4. Rundungen sind nicht nur gut fürs Auge, zum anfassen. Sondern auch für den CW-Wert. Das hat einigen Herstellern noch keiner gesagt, die immer noch eckig bauen. Hat schon mal jemand ein eckiges Tier gesehen, was schnell unterwegs ist :-/ :-D

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 23
Ja, ich: Das unterschätzte Tier: Dieser Giftfisch ist plump, aber windschnittig...:

Zitat
Obwohl augenscheinlich eckig und eher plump, hat der Kofferfisch einen besonders niedrigen Strömungswiderstand. So niedrig, dass das nach seinem Vorbild gebaute Bionic-Car sogar den windschnittigen Porsche hinter sich lässt .

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 24
Ich mag auch den Prius 4. Rundungen sind nicht nur gut fürs Auge, zum anfassen. Sondern auch für den CW-Wert. Das hat einigen Herstellern noch keiner gesagt, die immer noch eckig bauen.
OT: Rundgelutscht führt aber nicht automatisch zu den besten cw-Werten. Da ist auch viel Schliff an Kleinigkeiten und dem Unterboden notwendig. So ist die viel eckigere E-Klasse im cw-Wert mit 0,23 besser als der Prius 4 mit 0,24 und opfert doch nicht komplett das Design der Aerodynamik. Wobei ich bei Daimler als Grund nicht nicht die Verbrauchseffizienz vermute, sondern die verringerte Geräuschentwicklung bei hohen Geschwindigkeiten.

Gruss

Wanderdüne

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 25
Jep, an Mercedes dachte ich auch. Trotz eher kantigem Design (mehr noch der Vorgänger statt der aktuellen Modelle) waren die cW-Werte immer top!  :applaus:

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 26
Schicke Kiste, gefällt mir auch. Alfa hatte schon immer ein gutes Händchen, für's Design.
Viel Spaß damit.

Gruß

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 27
Glückwunsch zum schicken roten Alfa und viel Spaß damit.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 28
Schön können die bei Alfa. :)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 29
Und endlich scheint er auch innen schön zu sein! Nichts mehr mit silber-matter Mittelkonsole mit drei schwarzen Gucklöchern.  :applaus:

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 30
Viel Spaß mit dem Neuen.  :applaus:

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 31
Jepp. Also letztlich gabs schon Gründe fürs zuschnappen.

Übrigens: war heute beim Händler. Der war total überrascht vom Verbrauch, die anderen Giulia Käufer würden ihm was von 7-8 Litern Verbrauch vorjammern.

Da haben wir wohl wieder das Gasfüßchen eines Hybridpiloten  ;)

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 32
Hier nochmal zwei Fotos vom Cockpit aus dem Netz.
Einmal mit Handschalter und einmal mit Automatik-Joystick,

Übrigens, genau wie beim Prius ist P(arken) ein separates Knöpfchen. Des weiteren hat der Schalthebel einen Trigger-Knopf.
Wenn man den beim Schalten drückt, wird direkt von D auf R und umgekehrt geschaltet. Sehr praktisch beim einparken und wenden.

Mit den Lekradpeddals ist Schalten natürlich auch jederzeit möglich. Mit den Pedals lässt sich auch auf N schalten oder von N den ersten Gang einlegen.

Des weiteren sorgen konfigurierbare Assistenten dafür, dass mit dem "P" Modus automatisch die elektrische Handbremse gezogen wird. Man kann auch einfach den Motor ausmachen, dann macht das Fahrzeug automatisch P+Handbremse.
Kannte ich so bisher noch nicht von anderen Autos. Halte ich für sehr praktisch.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 33
Besonders in der weißen Farbvariante erinnert mich die Front der Guilia an eine Scream Maske.  ;D
Ghostface Scream Maske
Einfach verblüffend. ;)


Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 35
Hier nochmal zwei Fotos vom Cockpit aus dem Netz.

Hätteste besser nicht gezeigt, nun gefällt mir der Wagen nimmer.  :-D

Des weiteren sorgen konfigurierbare Assistenten dafür, dass mit dem "P" Modus automatisch die elektrische Handbremse gezogen wird. Man kann auch einfach den Motor ausmachen, dann macht das Fahrzeug automatisch P+Handbremse.
Kannte ich so bisher noch nicht von anderen Autos. Halte ich für sehr praktisch.

Zumindest P macht ein HSD mit Joystick beim Ausschalten des Autos ja auch automatisch, das ist also so gesehen nichts Neues. Natürlich nicht konfigurierbar, sondern als Standard immerzu. Die Handbremse ist ja bei uns noch eine mechanische Fußbremse und kann natürlich deswegen nicht automatisch angezogen werden.

Aber die Sache mit dem Hin- und Herschalten zwischen R und D klingt wirklich durchdacht. Kann der Joystick-HSD aber auch. Ohne zusätzliche Trigger-Taste. Ist eben by-wire. Das soll die gute Umsetzung nicht schmälern. Wirklich schön, dass ein konventionell angetriebenes Fahrzeug ebenso durchdacht und easy zu handhaben ist.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 36
Na, dann denke ich doch lieber an einen Frauen-Ausschnitt als an eine Scream-Maske...  :-)
Jorin, ich habe vergessen dazuzuschreiben, dass das Cockpit mit Handschalter aus der QV-Variante stammt, also dem 510 PS-Sportwagen. Das ist auch nicht ganz mein Geschmack.

Sehr schön ist auch die Sonderausstattung mit "Lusso" Paket. Dann sieht alles sehr hochwertig aus. Gibt's in Nussholz oder in Eichenholz. Ist bei mir aber nicht onboard. Lusso kostet ca. 1100 Euro Aufpreis.

Antw.: 3 Jahre und 100.000 km VW Jetta Hybrid – Mein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 37
Danke für den Bericht!