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Thema: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ? (7356-mal gelesen)
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"Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Zitat
Autos mit dem Komfort-Schließsystem "Keyless Go", bei dem der Fahrer keine Tasten mehr auf seinem Funkschlüssel betätigen muss, sind deutlich anfälliger für Diebstähle als Fahrzeuge mit herkömmlichen Schließsystemen. Das zeigt eine Untersuchung des ADAC. Mittels einer selbstgebauten Funk-Verlängerung konnten die mit dem Schließsystem ausgestatteten Autos sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden. Bei den Tests hinterließ dies keine sichtbaren Einbruchs- oder Diebstahlsspuren.

Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/auto/komfort-schliesssystem-keyless-go-macht-autodiebstahl-kinderleicht-1.2910974

Oder direkt vom ADAC:
https://www.adac.de/infotestrat/technik-und-zubehoer/fahrerassistenzsysteme/keyless/default.aspx?ComponentId=257251&SourcePageId=8749&quer=keyless

Was werden die Autohersteller da wohl nachbessern?
Was meint Ihr, Besitzer eines solchen Systems, dazu?

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 1
Im Moment haben die keine Lösung. Mir würde da schon etwas einfallen. Aber letzten Endes kann man jedes System knacken.


Yaris Gerd

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 2
Dieser Angriff ist nicht erst seit Monaten, wie der ADAC schreibt, sondern seit vielen Jahren bekannt. Er liegt ja auf der Hand und ist ziemlich unmittelbar nach Aufkommen der ersten Keyless-Systeme vor einem Dutzend Jahren postuliert worden. Mein Auris ist bereits das zweite Auto, bei dem ich aus diesem Grunde auf Keyless Entry verzichtet habe; die gleiche Entscheidung stand bereits 2004 beim meinem Scenic II an und fiel aus selbigem Grund genauso aus.
Verhindern kann man diesen Angriff ohne grundlegende technische Änderungen am System, welche zwecks Messbarkeit der zusätzlichen Latenz durch die "Relais" eine stark reduzierte und vor allem deterministische Latenz im Schlüssel, also viel höhere Rechenleistungen im Schlüssel und damit verbunden natürlich auch einen wesentlich erhöhten Energiebedarf mitsamt signifikant größerer und schwererer Batterie erfordern würden, wohl nur durch Unterbrechung des Funkbetriebs. Also durch Maßnahmen wie abschaltbare Schlüssel oder abschirmende Schlüsselhüllen, welchen gemein ist, dass sie im Wesentlichen die Keyless-Entry-Funktion unterbinden. Denn entweder muss ich dann vorm Aufschließen doch auf eine Taste drücken, um den Schlüssel wieder anzuschalten, oder ich muss ihn aus der Hülle pfriemeln. Auf absehbare Zeit bleibt also nur Teufel oder Belzebub: Entweder verzichtet man auf den Komfort oder auf die Sicherheit.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 3
Die Problematik ist der Autoindustrie schon länger bekannt, nur richtig was unternehmen tun sie nicht.
Die Sache wird halt ausgesessen. Mich wundert allerdings das die Versicherungswirtschaft da so lange stillhält.
Am Ende ist der Kunde mal wieder der gelackmeierte ...

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 4
@Francek

Die meisten gestohlenen Autos mittels Funkrelay wurden Zuhause in der Einfahrt entwendet. Warum? Weil die meisten Schlüssel in der Nähe der Tür lagern. So steht der Freundliche Autodieb 1 (FA-1) an der Haustür mit seinem Relay-Rucksack, während sein Kompagnon FA-2 mit seinem Relay-Rucksack in sein neues Auto einsteigt und dann abdüst. Irgendwo gibt es dann noch FA-3, der entweder eine Werkstatt betreibt oder mit LKW und Fahrzeuganhänger wartet.

Daher ist es schon mal eine gute Idee, den Schlüssel Zuhause in einem Metallkästchen zu lagern. So mache ich das.

@Sly

Warum soll die Versicherungswirtschaft was tun? Da wird die Einstufung angepasst und fertig. Die machen ihren Schnitt, so oder so.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 5
Warum sollten die Autohersteller etwas tun?
Jeder in D geklaute und ins Ausland verschaffte Wagen führt zu einer Neubeschaffung im Inland :-(

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 6
@Mad55 Ich gebe dir Recht, dass es praktikabel und nützlich ist, den Schlüssel daheim wie an der Arbeitsstelle in einem Metallkästchen verschwinden zu lassen. Das reduziert das Risiko in der Tat deutlich, eliminiert es aber natürlich nicht.
Bezüglich der Versicherungswirtschaft würde ich mir schon wünschen, dass Sicherheitsmerkmale und -risiken bei der Fahrzeugausstattung genauso tarifrelevant gemacht würden, wie derzeit die entsprechenden Merkmale des Versicherungsnehmers, welche ja auch pauschalisiert einfließen.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 7
Das Thema ist wirklich schon lange Jahre am Brodeln, dass es immer noch Fahrzeugkäufer gibt, die dieses System sogar freiwillig dazu kaufen, kann ich nicht verstehen.
Ich gebe absichtlich mehr Geld aus, damit die Diebe schön schnell und zerstörungsfrei mein Auto mitnehmen können?

In meinem Testfahrzeug ist es auch verbaut. Abgesehen von der zusätzlichen Elektronik gibt es über den Wagen verteilt auch noch sechs Sensoren/Taster um den Wagen zu öffen und zu schließen. Und natürlich noch für Zündung und Motor. Das Lenkradschloss wird auch von einem zusätzlichen Aktuator bedient.

Wer braucht sowas? Die alte Lösung mal einen Knopf auf dem Schlüssel zu drücken und sogar noch in einem Zündschloss zu drehen ist so aufwendig doch nun nicht.

Solange ich es vermeiden kann, kommt mir diese Technik nicht in mein Fahrzeug. Anfälliger als bisherige Lösungen, bei defekt kostentreibend und diebstahlfördernd. Bitte entfernen oder wenigstens endlich irgendwie sicher bekommen.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 8
Weiß nicht.

Mein Golf wurde mit einem Schraubenzieher geknackt, den Bauernbenz damals konnte man knacken, indem man einen Tennisball gegen das Schloss drückte und draufschlug. Den Wagen dann fahrbereit zu machen war auch nur eine Sache von Sekunden. Insofern verstehe ich die Entrüstung nicht.

Und selbst wenn die Wagen unknackbar geworden sind, wird die Kiste einfach aufgeladen und abtransportiert. Ist heute auch schon gängige Praxis.

Was mein Kumpel (Mechaniker bei Toyota) mir alles erzählt, wie die mit Sicherungen und anderen Tricks schon die Fahrzeuge manipulieren/sabotieren, damit die nicht geklaut werden...

Einmal haben die nachts nen Baum gefällt, um mit nem Rav4 durch die Hecke fahren zu können.
Beim Nachbarautohaus haben die die Autos über den Zaun gehoben.
Ganz ehrlich... ich glaube KeylessGo macht da vielleicht Nuancen im Unterschied.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 9
@Francek

Wie gesagt, die Sicherheitsmerkmale sind durch die Eingruppierung bereits eingepreist. Sei da mal sicher.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 10
Detailiert eingepreist sind sie wohl kaum, sondern werden einfach auf alle umgelegt, egal ob das Feature vorhanden ist oder nicht. Ich jedenfalls bin in all den Jahren noch nie von einer Versicherung gefragt worden, welche Ausstattungslinie des jeweiligen Autotyps ich erworben habe. Auf der Kraftfahrzeugseite ging es immer schön pauschal nach Fahrzeutyp und Motor; weitere Ausstattungsdetails hingegen bleiben generell unberücksichtigt. Sehr im Ggs, zum Versicherungsnehmer, bei dem ja jeder Pfurz kalkulatorisch einbezogen wird, sei es Laternenparken oder das Alter der automitbenutzenden Kinder...

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 11
Es macht eben kaum Unterschied.

Werden bevorzugt Modelle vom Typ XY geklaut, wird die entsprechende Gruppe eben hochgestuft. Ob es an Austattungsmerkmalen etc. liegt, ist unerheblich. Die anderen Merkmale sind eben für die Versicherung viel entscheidender, was die Schadenswahrscheinlichkeit angeht.

Wird Keyless Go irgendwann mal ein relevantes Merkmal, dann wird auch dieses abgefragt. Ich denke, im Moment versinkt das im statistischen Rauschen oder ist bei Oberklasse (da haben die das fast durchgängig) eh nicht wegkonfigurierbar und somit automatisch eingepreist.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 12

Ganz ehrlich... ich glaube KeylessGo macht da vielleicht Nuancen im Unterschied.

Es sind nicht nur Nuancen. Es geht schnell und ohne Aufwand. Und es wird absolut nichts zerstört. Ein Hänger wird auch nicht gebraucht, der Wagen wird ganz entspannt weg gefahren und fällt noch weniger auf als ein auf dem Hänger transportiertes Fahrzeug.

Und das mit der Versicherung ist noch so ein Thema, die Gemeinschaft zahlt den Mist mit, weil der Wagen durch das tolle Extra einen höheren Wert hat und ggf. schneller verschwindet als das gleiche Auto vom Nachbarn ohne diesen Schnickschnack.

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 13
Festhalten kann man wohl,

dass sich Autodiebe bisher immer an die vorherrschenden Sicherungssysteme angepasst haben. Waren es am Anfang mechanische Schlüssel, deren Funktion von jedem Einbrecher immitiert werden kann, oder mittels leichter Gewalt, siehe Schraubenzieher, unnötig wird, über Lenkradschlösser, die einem beherzten Tritt gegen das Lenkrad nachgaben, elektronische Wegfahrsperre (da lachen die Diebe heute noch drüber) bis hin zu jetzt Keyless... egal, was noch kommen mag, solange die Fenster nicht aus Panzerglas sind, und zur Öffnung eine DNA Probe nebst Irisscan und Fingerabdruck von mindestens 5 Fingern notwendig werden, wird jedes System überwunden werden. Sicherheit vor Dieben ist relativ (es sei denn, man setzt sein Eigentum unter Haushaltsstrom und kratzt dann die verkohlten Diebe von der Seitentür)

Antw.: "Keyless Go" eine Diebstahlhilfe ?

Antwort Nr. 14
Sicherheit vor Dieben ist relativ (es sei denn, man setzt sein Eigentum unter Haushaltsstrom und kratzt dann die verkohlten Diebe von der Seitentür)

In den 90er Jahren hatte ich mal so eine Lösung in der Hand. Eine kleine Platine, die aus 12 Volt Akkuspannung eine unangenehme Hochspannung verursacht, die man an der Karosserie anlegt.
Leider verboten, da ja beispielsweise auch mal schwächliche Rentner oder Herzschrittmacherpatienten sich völlig ohne fiese Hintergedanken am Auto abstützen könnten.  ::)