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Thema: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken (1774-mal gelesen)
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Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Die Frage der Langstreckentauglichkeit und des Langstreckenverbrauchs ist gerade bei Plug-In-Hybriden und Fahrzeugen mit Range Extendern sehr interessant. Immerhin werden nicht nur zwei Antriebe mitgeschleppt, sondern auch noch größere Traktionsbatterien als in normalen Hybridfahrzeugen. Beim PIP beträgt das Mehrgewicht gegenüber dem normalen Prius (P3) immerhin knapp 60 kg. Daher war meine Hoffnung bei der Kaufentscheidung für den PIP, dass in der Praxis der Langstreckenverbrauch zumindest nicht wesentlich über dem des P3 liegen wird. Die Angaben des Bordcomputers (BC) bei ersten Probefahrten mit einem PIP auf der Autobahn schienen dies zu bestätigen.

Inzwischen können wir auf ein paar längere Strecken mit unserem PIP zurückblicken. Grundsätzlich lassen sich wie beim P3 Langstrecken komfortabel bewältigen. Bis zu 5 Personen finden mit Gepäck genügend Platz. Federung und Innenraumkomfort sind gut, das Innenraumgeräuschniveau ist selbst bei Autobahnfahrten erfreulich niedrig. Die Spur- und Seitenwindstabilität sind ebenfalls gut und besser als noch beim P2. Bei unserer letzten Langstrecke, im März noch bei eher winterlichen Außentemperaturen und mit Winterrädern, lag der Verbrauch laut BC bei 4,4 l/100km. Die Reise führte uns nach Belgien und signifikante Höhenunterschiede waren selten. Der PIP war mit 5 Personen nebst Gepäck vollbesetzt, die Heizung auf 20°C eingestellt und über die 605 km mit ca. 95% Autobahnanteil wurde vom BC eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h berechnet. Es wurde kein Strom nachgeladen. Bei der üblichen BC-Abweichung gemäß meiner Erfahrung über die ersten 10.000 km dürfte der tatsächliche Benzinverbrauch bei 4,6 bis 4,7 l/100km gelegen haben. Für die genannten Bedingungen schon ein recht guter Verbrauchswert. :-)

Unsere aktuelle Langstreckentour über 772 km bei Außentemperaturen über 25°C konnte mit deutlich niedrigeren Verbrauchswerten überraschen. Diesmal waren wir mit 3 Personen unterwegs, die Klimaanlage auf 23°C justiert und wir konnten einmal in Wolfsburg Strom tanken. Auf dieser Strecke waren auf der A1 und A2 einige signifikante Höhenunterschiede zu bewältigen. Allerdings wurde durch zwei längere Staus und zähfließenden Verkehr auf der Hinfahrt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf insgesamt 69 km/h gedrückt. Der Autobahnanteil war diesmal mit ca. 90% etwas geringer. Der Verbrauch lag nun laut BC nur bei 3,7 l/100km, real ca. 3,9 l/100km sowie 0,7 kWh/100km. Wir sind mehr als zufrieden mit diesem Verbrauch. Offenbar kann das HSD-System die leistungsstärkere Batterie auch bei Langstrecken dazu nutzen, den Benzinverbrauch noch unter das Niveau des P3 zu senken. :rspct:

Bei beiden Touren sind wir entspannt mit dem Verkehr geschwommen, sofern es der Verkehr zuließ bei Reisehöchstgeschwindigkeiten zwischen 120 und 130 km/h. Wir sind normal gefahren, also ohne dass ich versucht hätte, durch „EV-Stacking“ die Traktionsbatterie durch gezieltes rekuperieren im EV-Modus bei Geschwindigkeiten unter 93 km/h auf ein höheres Ladeniveau zubringen. Allerdings habe ich bei Steigungen versucht, Beschleunigungen zu vermeiden und die Geschwindigkeit durfte bergauf bis auf 100 km/h fallen.
Welche Erfahrungen machen andere PIP-Gleiter? Mit welchem anderen Plug-In-Hybriden sind (werden) solche niedrigen Langstreckenverbräuche in der Praxis möglich (sein)?

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 1
Das kann sich wirklich sehen lassen diese Werte  :-[

Danke Dir für die Berichte und Erfahrung mit dein Plug in Prius den aus den ich kämpfe immer noch in Gedanken was den nun werden sollte als nächstes Auto ^^

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 2
Ein Nachtrag zum Thema Stau: Grundsätzlich ist Stau natürlich sch… , tote Zeit. Da lassen sich meist selbst Wartezeiten an Bahnhöfen bei verpassten Anschlüssen oder Verspätungen besser nutzen.
ABER wenn mit dem Auto im Stau, dann doch bitte mit einem (Plug-In-)Hybriden oder vielleicht auch mit einem Elektrofahrzeug! Wie verwöhnt ich inzwischen in diesem Punkt durch den PIP bin, wurde mir im Rahmen unseres Urlaubs in England bewusst, als wir dort zwei Wochen lang mit einem handgeschalteten VW-Diesel mit Anfahrschwäche unterwegs waren. Da war ein längerer Stau auf der M5 wirklich kein Spaß, zumal das VW-Rührwerk und ich nicht wirklich zusammengefunden haben. :icon_papiertuete-kopf:

Im PIP überzeugt in solchen Fällen nicht nur die Automatik, sondern auch der Verbrauch. So konnten wir die beiden Staus auf dem Weg nach Wolfsburg rein elektrisch bewältigen, ohne dass die EV-Reichweite drastisch dahinschmolz. Und auch durch die Klimaanlagennutzung sprang der Benziner im Stau nicht an.
PIP: Komfortabel, sparsam, leise.8)

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 3
Danke Dir wieder für den Eindruck ;)

Was für ein VW war das den?

Der Akku scheint ja wirklich gut die Elektronik sparsam versorgen zu können :) Beim  mir war das leider letztes Jahr in Hamburg nicht so wo ich 2h im Stau auf der Autobahn da fest steckte, nach gut 30-45 schmolz der Akku der hin und der Benziner ging aller paar Minuten an wenn ich mal 50-100 Meter weiter rollen konnte.

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 4
Unser Prius 2 ist eben von der Entwicklung her inzwischen 11-12 Jahre alt. Da muss man ihm das eine oder andere Defizit schon verzeihen.  ;)

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 5
Tut ich ja  ;D

Re: Erfahrungsberichte: PIP und Langstrecken

Antwort Nr. 6
Unsere letzte Langstreckentour ermöglicht einen direkten Vergleich von Sommer zu (Spät-)Herbst, Fahrt mit Sommerreifen & Klima gegen Winterreifen & Heizung über jeweils gut 1.300 km:
Identische Strecke, mit 3 Personen vom Bergischen Land / NRW nach Oberbayern und zurück. Jetzt im Sommer nur einmal Strom am Zielort geladen, im Herbst zweimal für ein paar Fahrten vor Ort. EV-Anteil 3% vs. 4%. Überwiegend Autobahn, Verkehr im Sommer etwas öfter stockend, zähfließend. Reisegeschwindigkeit auf freien Strecken meist zwischen 120 und 130 km/h, zwischendurch zum Auflockern auch mal ein paar Kilometer 150 bis 160 km/h  :-[
Ergebnis laut Bordcomputer 4,1 l/100km im Sommer gegenüber 4,9 l/100km im Herbst. Beim Tanken auf der Rückfahrt in Bayern (letzte Woche / Sommer) betrug die berechnete Abweichung zum Bordcomputer knapp 0,3 l/100km (3,7 vs. 4,0).
Für diese Strecke mit einigen Höhenunterschieden unter nicht optimalen Bedingungen sind beides tolle Verbräuche - die bestimmt einige PIP-Piloten noch unterbieten können!  ;)

PS: Sehr schade, dass hier sonst keine PIP-Piloten posten!  :icon_no_sad:
Immerhin gibt's ein paar Leser ...