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Thema: Elektroauto und Behinderung (374-mal gelesen)
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Elektroauto und Behinderung

Heute habe ich dieses CarManiac-Video gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=zojnmI4qeLw Es beleuchtet die Schwierigkeiten, die sich für (schwerst-)behinderte Menschen ergeben, wenn auf E-Mobilität umgestellt wird. CarManiac stellt eine deutsche Firma vor, die sich auf den behindertengerechten Umbau von Autos spezialisiert hat und - laut eigener Aussage - der einzige Produzent eines zertifizierten und für den Straßenverkehr zugelassenen Drive-By-Wire-Systems sind.
Mich hat das Video und diese Firma schwer beeindruckt, so dass ich es euch nicht vorenthalten will - auch wenn es über eine Stunde lang ist. Ich finde, es lohnt sich.
Ich weiß, dass es manche gibt, die CarManiac und seine Art/Videos nicht so mögen, aber ich halte ihm sehr zu Gute, dass er sich nicht nur auf Auto-Tests beschränkt, sondern auch die Schwachstellen und Problembereiche der E-Mobilität aufzeigt. Auch ich habe das ein oder andere Mal an der Ladesäule schon gedacht, „Hm, für nen Rolli-Fahrer dürfte das hier schwer werden“, aber als selbst Nicht-Betroffener legt man so etwas ja oftmals schnell - vermutlich zu schnell - zu den Akten. Insofern finde ich es gut, dass CarManiac das mit seiner Reichweite aufgreift und thematisiert. :applaus:  :wldn: :icon_dafuer:

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 1
Wenn ich daran denke, wie schwer und knapp bemessen hpc charger sind, dürfte das fast unmöglich für Rollstuhlfahrer sein. Von der Bedienung ganz zu schweigen.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 2
Muss allerdings gestehen, dass ich noch nie einen Rollstuhlfahrer an einer Zapfsäule einer Tankstelle gesehen habe, aber da hat man ja wenigstens nach hinten hin Platz um rauszukommen.

Ich glaube ich kenne bei uns im Umkreis keine Ladesäule, bei der man mit Rollstuhl irgendwie drankommen könnte, wenn alles normal zugeparkt ist.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 3
Positiv am Elektroauto ist aber, dass Menschen mit Behinderung in vielen Fällen zu Hause laden könnten mit einem entsprechend angepassten Parkplatz. Bei Verbrenner Autos ist zu Hause tanken ja eher schwierig…

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 4
Das stimmt, schränkt den Betroffenen dann aber auf einen Umkreis <= der halben Reichweite des Autos ein.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 5
Da es inzwischen Lader an Aral- und weiteren Tankstellen gibt bleibt zu hoffen, daß man als Mensch mit Handicap auch hier z.B. mittels Hupzeichen Hilfsbedürftigkeit signalisieren kann und jemand vom Personal den Stecker einsteckt. Und beim Strom ist der Bezahlvorgang einfacher, weil er z.B. per App abgewickelt werden kann.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 6
Das mag ja innerhalb eines Ortes noch funktionieren, aber was macht man des nächtens an der Autobahnraststätte? Die Säulen stehen a) oft so weit weg, dass niemand das Hupen hört, und b) kann das Personal kaum seinen Platz hinter der Kasse oder dem Verkaufstresen verlassen. Das sind also viele Wenns, auf die sich der Behinderte dann einlassen müsste. Nein, die Säulen (oder mindestens eine pro Standort) müssen barrierefrei zugänglich werden.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 7
es sollte doch möglich sein, das Auto so zu laden, dass man eben nicht nachts irgendwo nachladen muss. Oder seine Reise so zu planen. Macht man mit nem Verbrenner doch auch, wenn es irgendwie möglich ist.

Antw.: Elektroauto und Behinderung

Antwort Nr. 8
Naja, das eine ist, was man freiwillig so macht, das andere, was einem durch schlecht umgesetzte Lösungen aufgezwungen wird. Auch tagsüber kann es nicht sein, dass ein e-Auto-Fahrer mit Behinderung darauf angewiesen ist, dass ihm irgendwer vielleicht zufällig zu Hilfe kommt, nur um sein Auto zu laden. Und, je nachdem, wo man wohnt und wohin man will, bleibt einem vielleicht auch nichts anderes übrig, als nachts zu fahren, wenn man keine extra Übernachtung machen will? Natürlich muss man sich auf die Rahmenbedingungen des gewählten Verkehrsmittels einstellen, aber solche Basics wie Nachladen müssen für jeden zu jeder Zeit durchführbar sein. Zumal es ja oft mit relativ kleinen Änderungen barrierefrei möglich wäre: Verzicht auf Bordsteinkanten, Sicherungspoller so platzieren, dass ein Rolli drum herum manövrieren kann, Stellplatz mit genügend Breite. Wie gesagt, nicht jeder Ladepunkt an jedem Standort muss so ausgebaut sein, aber ein wenig mehr als heute wäre schon nicht schlecht. Gerade bei Neuanlagen wäre es doch simpel barrierefrei zu bauen.