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Thema: Dons Umbaupläne des eRetro Star (2473-mal gelesen) - Abgeleitet von China Böller Nova Mot...
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Dons Umbaupläne des eRetro Star

Hallo Leute, hallo Mombi,

ich bin neu hier und suche einen Rat zum Thema Umbau meines bei Aldi geschossenen eRetro Star von Blei auf Lithium.
Leider ist der von Nova Motors angebotene offizielle Umbausatz nicht mehr verfügbar.
Daher habe ich mich mit meinem "gefährlichen" Halbwissen und unter anderem euren Informationen selbst auf die Suche gemacht.
Mit z.B. diesem Akku

https://www.akkushop-24.de/Lithium-Ionen-Akkupack-Varianten-60V-20Ah-Box

habe ich ein scheinbar grundsätzlich passendes Angebot gefunden mit 60V, 20Ah, eigenem Batterie Management System, Ladegerät und passenden Einbaumaßen.

Um ganz sicher zu sein habe ich noch bei Nova Motors rückgefragt, ob dieser Akku technisch passt (z.B. auch zum Thema benötigter Dauerstrom und/oder Spitzenstrom). Dort gab man mir aber die Info, dass angeblich KEIN anderer als der von ihnen nicht mehr angebotene Lithium Umbauakku verbaut werden kann, da die Steuerplatine herstellerseitig nur darauf eingeschränkt sei.

Hier nun die Frage an Euch: Ist das tatsächlich so dass kein anderer Akku passt? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Oder muss man eher noch auf andere Themen Acht geben wie z.B. Realisierung der 60V mit 16s oder 17s damit das zum Steuergerät passt oder sogar das Steuergerät irgendwie umprogrammieren?

Ich hätte jetzt gedacht, dass ich "einfach" nur
- die 5 Stück 12V Bleiakkus physikalisch durch den neuen Lithium Akkupack im Fach unter dem Sitz ersetze,
- diesen gut befestige
- die Stromversorgung des Motors an den neuen Akku anklemme und
- den neuen Akku nur über das mitgelieferte Netzteil (z.B. über in den Stauraum rausgeführtes Anschlusskabel ) lade
Oder muss ich noch etwas anderes beachten? Würde ungerne für ungerade 500 EUR den Akku kaufen um dann festzustellen, dass das doch irgendwie nicht klappt, verboten ist oder sonstwie....
Vielen lieben Dank für Eure Hilfe,
Don_Seblinski
 

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 1
Ist Quatsch was Nova Motors da von sich gibt... .
Du brauchst einen 17S LiIon Akku (das ist auch so einer der von Nova Motors angeboten wurde) oder einen 20 S LiFepo4 Akku.
Dann passt die Spannungslage zu den 5 x 12V AGM Blocks.

Der von Dir verlinkte Akku ist ein 16S Akku. Das erkennst Du an der Ladeendspannung.
67,2 V / 4,2 = 16 Zellen.

Das wäre z.B. ein 17s Akku:
tzipower - 60V 25AH 17S Li-ion Akku e-bike Scooter Boot Akkupack Umbausatz...

Wichtig ist noch der Zulässige Dauerstrom den der Akku kann. Der Roller zieht berghoch so um die 30 A. Die Angaben der Akkuhersteller ist da eher sportlich. Ein BMS mit min 40 A besser 50 A ist hier zu empfehlen.

Du brauchst für den neuen Akku natürlich auch das passende Ladegerät.

Ist der Umbau ohne Eintragungen zulässig?
Ich würde sagen Nein. Da Du elektrische Komponenten tauscht weist Du nicht mehr ob der Roller die aktuellen EMV Richtlinien (Elektrische Emissionen und Störanfälligkeit gegenüber Immissionen) noch einhält. Das müsstest Du eigentlich mit einer teuren Messung nachweisen.
In der Praxis ist mir aber kein Fall bekannt wo sich daran jemand gestört hätte.


Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 2
Vielen Dank für das Verschieben und die schnelle Antwort!
Dann schaue ich mir mal den von Dir genannten 17s Akku näher an bzw. mach mich in dieser Richtung auf die Suche.
Sobald ich was hinbekommen habe melde ich mich nochmals.
Viele Grüße!

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 3
Habe mich jetzt umgeschaut in Richtung 17s Lion Akkus mit entsprechenden Spannungswerten. Leider passt der von Mombi als Beispiel genannte Akku von den Maßen her nicht in das untere Fach des eRetro Star und die Auswahl an 17s Varianten scheint insgesamt eher eingeschränkt.
Daher habe ich eine neue Frage: was wäre beim Einbauen eines 16s Akkus im Vergleich zu 17s zu erwarten, wenn die anderen Themen wie Dauerstrom, BMS etc. passen würden bzw. gleich bleiben?
Funktioniert dies wegen falscher Spannung gar nicht im Zusammenspiel mit der Steuerplatine oder gibt es „nur“ Einschränkungen?  Und wenn ja, welche? Müsste ich dann z.b. mit Aussetzern rechnen oder geringerer Endgeschwindigkeit oder kleinerer Reichweite..?
Vielen lieben Dank für eure Einschätzung und viele Grüße, Don Seblinski

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 4
Habe mal eine kleine Grafik für Dich gebastelt:
X

Es funktioniert schon so mehr oder weniger, allerdings kannst Du nur einen Teil der Kapazität nutzen. Wenn Blei z.B. noch 57,9 V Spannung hat ( Enspricht 30 % SOC) dann hat Lithium 16S noch ca. 50 % SOC. Du "verschenkst" also etwas von Deiner Kapazität. Beim 17S liegst Du dafür schon im Bereich um 10 % SOC bei der Spannung von 58 V.

Praktisch sieht das dann so aus:
16S:
-Kapazität nicht voll nutzbar
-Etwas weniger Endgeschwindigkeit
-Reduzierung der Leistung durch den Controller schon bei 50 ... 60 % SOC

17S:
-kapazität voll nutzbar
-Etwas höhere Endgeschwindigkeit
-Keine reduzierung der Leistung durch den Controller bei niedrigem SOC. D.h. der Roller bleibt irgendwann stehen wenn der Akku Leer ist und das BMS des Akkus abgeschaltet hat.

Blei:
-Kapazität voll nutzbar (aber nicht zu empfehlen!)
-Normale Endgeschwindigkeit
-Reduzierung der Leistung durch den Controller bei 20 ... 30 % SOC

Wenn Du Jemand findest der das passende Kabel und die Software hat kannst Du den Controller am Roller übrigens umprogrammieren damit es auch auf die 16S Spannungswerte passt.

BTW: Die Höhere Spannung des 17s bei 100 % ist kein Problem.
Die Bleiakkus beim E-retro Star werden auf 71,75V voll aufgeladen. Der Controller geht mit den Blei Standard Einstellungen allso nicht in die Überspannungsabschaltung.

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 5
Mittelfristig sehe ich solch einen Umbau ja auch auf mich zukommen, will den eRetro ja am Leben halten.
Neben Langlebigkeit lege ich besonderen Wert auf Reichweite, die jetzigen maximalen 40 km entsprechen eigentlich nicht meinem Fahrprofil.
Deshalb würde ich derzeit diesen Akku favorisieren:
60 AH Akku

Mechanisch kriege ich den schon (irgendwie) unter, Schweissen, Biegen, Kanten, Drehen, Fräsen sind keine Hürden.

LG
Berni

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 6
Mit 60 Ah dürftest Du locker 100 km schaffen.

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 7
Zwischendurch erstmal Dank an euch beide!
Mombis Antwort war so schnell und kommt so auf den Punkt, das ist echt klasse!
Und sie beantwortet sogar bereits vorab Fragen, die ich mir noch gar nicht gestellt hatte.
Sobald ich weiß wie es weitergeht, melde ich mich nochmals mit Details.
Viele Grüße!

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 8
Hallo Leute,
so wie es aussieht wird es wirklich schwer einen 17s Akku hier zu bekommen. Ein Händler führt diese Sorte gar nicht, ein anderer nur ein zu großes Modell.
Daher nochmals ein/zwei neue Fragen:

Hat von euch jemand (hoffentlich gute) Erfahrungen mit Bestellung eines 17s aus China gemacht? Und wenn ja, von wo? Ich hatte schon schlechte Erfahrungen mit einem iPhone und scheue mich, das zu wiederholen.

und

Wie läßt sich der Controller des eRetro umprogrammieren auf passende Werte für 16s Lion? Was benötige ich und welche Werte?

Vielen lieben Dank,

Don_Seblinski
 

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 9
Moin, ich habe die letzten Wochen zwei eRetro Star umgebaut, daher kann ich was beitragen ;-). Ich hatte genau dieselben Gedanken wie Ihr (vgl. China Böller Nova Motors Elektroroller eRetro Star). Auch die TZI hatte ich mir damals mal angesehen.

Geworden ist es zunächst ein 17S Li-Ion-Akku von 60V Ebike Battery – BtrPower (konkret der 60V 30Ah). Der passt aber nur IN das Helmfach, für den Kasten darunter ist er zu groß (vielleicht passt der 20Ah Li-Ion, habe ich nie geschaut).

Später habe ich diesen gegen 20 60Ah-LiFePo4-Zellen von Aliexpress getauscht (Link spare ich mir, die leben sowieso nur wenige Wochen, einfach nach LiFePo4 60Ah 3.2V suchen, dann findet Ihr die). Die Akkus konnte ich so im Roller verstauen, dass das Helmfach freibleibt. Wenn man genau weiß, was man tut (! identisches Ladeniveau, sonst knallt's !), kann man sogar beide Akkus parallel hängen und hat dann 90Ah zur Verfügung. Elektrisch ist das klein Problem, natürlich darf man dann den LiFePo4-Akku NICHT auf 73V vollladen, sondern maximal auf 71,4V (einfach nur das Ladegrät für den Li-Ion-Akku benutzen).

Den zweiten Roller habe ich dann mit 20 80Ah-LiFePo4-Zellen (Hersteller EVE 80Ah, interne Bezeichnung LF80, gibt's auch bei Ali) ausgestattet, ebenfalls unter Beibehaltung des Helmfachs. Ist ein grenzwertiges Gefummel, aber es passt. Auch hier kann der Zusatzakku für dann 110Ah dazugepackt werden.

Alle Einzelzellen haben Schraubanschlüsse, so dass das Konfektionieren des Akkus sehr einfach ist (kein Punktschweißen, kein Löten). Als BMS habe ich ein aktives JK-BMS mit 2A-Balancer-Strom genommen, das hält mir die Zellen jederzeit wunderbar auf Stand und hört automatisch mit Balacen auf, sobald der Drift unter 0,01V liegt (dauert meist nur wenige Sekunden nach dem Abstellen). Interessanterweise verrät mir das BMS (es hat eine BT-Anbindung), dass beide Roller bis zu 40A (nicht 30A) ziehen und den 2KW-Motor mit eigentlich 2,5KW befeuern. Das passt auch zum Controller, dessen Typenbezeichnung von 30A auf einen mit 40A überklebt ist. Keine Ahnung, warum. Die Roller sind aus derselben Charge, BJ 2019.

Alle Akkus, insbesondere auch der Btrpower, funktionieren tadellos. Ich fahre immer Vollgas (durch die 10% höhere Spannungslage sind es dann 49 km/h), man will ja auch mal ankommen :-) und der Verbrauch beträgt dabei in bergigem Terrain ca. 4 kWh / 100 km und bei konstantem Dahinrollen in der Ebene ca. 2,5 kWh / 100 km. Daraus könnt Ihr die Reichweite selbst ausrechnen: (64V * <Kapazität in Ah> * <Durchschnittsgeschwindigkeit in km/h>) / (<Verbrauch in kWh> * 1000) = maximale Reichweite in km. Im Eco-Modus (Stufe I mit 25 km/h vervielfacht sich die Reichweite um Faktor 2-3, aber das ist langweilig :-)).

Dadurch, dass die Lithium-Akkus keinen merklichen Spannungseinbruch unter Last haben, liegt die Steigleistung um 40km/h bei 8% Steigung und 20km/h bei 15% Steigung (jeweils ein Fahrer, bei zweien halbiert sich das etwa). Letzteres kann man vermutlich nicht kilometerlang machen, weil ich davon ausgehe, dass der Motor dann heißläuft.

Insgesamt bin ich super happy mit dem Umbau und werde noch viele tausend km mit den Retros fahren, so Gott will und ich lebe ;-). Bei Fragen einfach fragen.

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 10
Wenn die Leistungsangaben nicht mehr stimmen, dürfte die Betriebserlaubnis dahin sein und deine Anleitung für dieses Forum vllt ein bisschen illegal.

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 11
Ich vermute Du beziehst Dich auf den Maximalstrom? Der wird aber nicht vom Akku, sondern vom Controller bestimmt und der zieht die 40A auch aus den originalen Blei-Akkus. Wenn die randvoll waren, hatten sie auch über 60V und entsprechend fuhr der Roller. Ich bin zwar bei Dir, dass das irgendwie nicht zur COC passt, aber so hat Nova das Ding gebaut und erfolgreich in Verkehr gebracht. Was ich natürlich auch nicht weiß, ist, wie groß die Verlustleistung innerhalb der Roller-Elektrik ist. Die 40A sind ja eingehend. Was habt Ihr denn für eine Typenbezeichnung auf Euren Controllern stehen?

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 12
Spannend! Hast Du die eRetros mit dem 30Ah LiOn Akku mit dem originalen Controller laufen lassen?

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 13
Ah, OK. Ich hatte das jetzt so verstanden, das du die Motoren mit mehr Leistung fütterst.

Antw.: Dons Umbaupläne des eRetro Star

Antwort Nr. 14
@bakerman23: Nein, ich habe lediglich eine 60V-Quelle gegen eine andere getauscht, der Rest blieb original. Wenn der Controller also tatsächlich mehr an den Motor gibt, war das schon vorher so. ;-)

@berni51: ja, das geht ohne Probleme, weil die Voll- und Leer-Zustände von 12S Blei-AGM, 17S Li-Ion und 20S LiFePo4 sich sehr gut entsprechen (s. auch die Tabelle von Mombi). Am Controller muss da nichts gemacht werden, das ist wie Plug&Play.