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Thema: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft  (677-mal gelesen)
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Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Pütz: Wenn man im Keller mit einem kleinen Verbrennungsmotor elektrische Energie erzeugt und dabei die Abwärme zum Heizen und zur Warmwassererzeugung nutzt, dann spart man sehr viel Energie und CO2 ein. Mit dieser Technik könnten zahllose Öl- und Gasheizungen ersetzt werden, die CO2-Schleudern sind. Schließlich kann man ja nicht alle Häuser in Deutschland mit Strom heizen oder mit einer Wärmepumpe ausstatten. Die benötigt ebenfalls Strom oder man nutzt eine Gas-Wärme-Pumpe, die dann wiederum auf einem Verbrennungsmotor basiert.

[...]

Pütz: Dem Elektroauto gehört in der Tat die Zukunft, aber nicht dem Elektroauto, wie es heute von Tesla und anderen konzipiert wird. In diesen Fahrzeugen stecken sehr schwere Batterien. Das ist so, als würde man noch sechs weitere Fahrgäste in seinem Auto mitnehmen. Das ist nicht nur energetisch ein Problem. Je schwerer ein Auto ist, umso größer ist auch der Abrieb der Reifen. Da gibt es einen linearen Zusammenhang – also doppeltes Gewicht gleich doppelter Abrieb. In den Reifen steckt aber nicht nur Gummi, sondern auch Plastik. Mit dem Abrieb gelangt Feinstaub in die Umwelt und damit Mikroplastik. Dieser Aspekt wird von den Grünen gerne ignoriert. Ein großer SUV mit schweren Batterien an Bord ist eine Unverschämtheit. Das entscheidende Argument gegen eine flächendeckende Einführung von Elektroautos ist aber, dass man in Deutschland niemals so viel elektrische Energie erzeugen kann, um damit alle Kraftfahrzeuge zu betreiben – und nachhaltig schon gar nicht. Wir importieren heute rund 80 Prozent unserer Primärenergie. Ein von Energieimporten unabhängiges Deutschland ist eine Illusion. Wenn man nur die Hälfte der heutigen Elektroautos gleichzeitig ans Stromnetz hängen würde, bräche es zusammen. Mein Eindruck ist, dass Annalena Baerbock den Unterschied zwischen Primärenergie und elektrischer Energie nicht kennt. Wunschdenken allein reicht nicht.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 1
Ich mag ja Herrn Pütz. Ich stimme auch zu, dass der Trend zu immer größeren Autos falsch ist. Genauso, wie zu immer höheren Reichweiten und damit noch schwereren Batterien. 4-500km, 800V-Schnellladesystem, fertig. Aber auf e-Fuels zu setzen, die die dreifache Strommenge zur Erzeugung benötigen, kann ja nicht ernsthaft die Lösung sein, wenn man gleichzeitig behauptet, dass für die Versorgung von reinen BEVs schon nicht genug Strom vorhanden sei. Und eigentlich sollte er auch wissen, dass es extremst unwahrscheinlich ist, dass die Hälfte aller Autos jemals genau zur gleichen Zeit geladen wird.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 2
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Verbrennungsmotor in jedem Keller, der 24/7 läuft[1], so gut für die CO2-Bilanz in den Städten ist.  :-X
Oder gibts da ne Pufferbatterie?

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 3
Was ich gerade erst korrekt gelesen habe: Er sagt, wenn wir nur die Hälfte der HEUTIGEN e-Autos gleichzeitig laden würden, bräche das Netz zusammen. Das fällt schwer zu glauben. Es sind Stand Juli 21 ca. 440.000 e-Autos in Deutschland zugelassen. Die Hälfte davon wären 220.000. Wenn die alle mit 11kW schnarchladen, sind das 2,42GW. In Deutschland sind laut Wikipedia 214GW Kraftwerksleistung installiert. Wir reden also über etwa ein Prozent der installierten Leistung. :-/

Zum Vergleich: würden die Hälfte aller Verbrenner gleichzeitig zur Tanke fahren, wären das bei ca. 48 Mio. Autos also 24 Mio. Fahrzeuge, die zu etwa 14.400 Tankstellen führen. Das wären 1666 Autos je Tanke. Kämen die nicht alle JETZT, sondern über den Tag verteilt, wären das 69 Autos pro Stunde. Pro Tanke. Ist das jemals vorgekommen? Auch nur annähernd?

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 4
Zumal ist in Europa ja auch alles vernetzt. Wir importieren ja nicht nur Strom, sondern exportieren diesen ja auch. Wenn ich das richtig im Kopf habe, produzieren wir insgesamt sogar mehr als wir brauchen.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 5
jede Gas- oder Ölheizung ist ja auch ein Verbrenner, aber eben kein Motor...das ist aber erst einmal egal für die Betrachtung.
Fakt ist doch, das Gsheizungen im Abgasstrom schon lange temperaturbegrenzt sind und sehr effizient (zumindest moderne Anlagen). zB ist bei uns im Mietshaus ein Gasbrenner drin, der sowohl die Heizung als auch das Warmwasser versorgt, und das für 16 Parteien. Ob man so ein Gerät durch einen gasbetriebenen Motor austauschen könnte?

warum denkt der Mann nicht einfach in Richtung Blockheizkraftwerk? oder meint er das zufälligerweise?

und wie ist das mit dem Strom? ex- oder importieren wir mehrheitlich? ich weiß das nicht, aber das Stromnetz in EU ist ja ein riesiges Verbundnetz, da ist beides möglich....Strom wird da sicher hin und her transportiert.


Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 7
Zum Vergleich: würden die Hälfte aller Verbrenner gleichzeitig zur Tanke fahren, wären das bei ca. 48 Mio. Autos also 24 Mio. Fahrzeuge, die zu etwa 14.400 Tankstellen führen. Das wären 1666 Autos je Tanke. Kämen die nicht alle JETZT, sondern über den Tag verteilt, wären das 69 Autos pro Stunde. Pro Tanke.

Rechnen wir doch mal weiter. Nehmen wir an, pro Tankstelle gibt es im Schnitt 6 brauchbare Tanksäulen, welche gleichzeitig genutzt werden können. Dann wären pro Stunde bzw. pro 60 Minuten also 11 Autos pro Tanksäule dran. Die dürfen also maximal knapp 6 Minuten für ihren Tankvorgang inkl. Bezahlen benötigen, sonst gibts Stau. Puh, haut gerade so hin. Hoffentlich werden das nicht mehr Fahrzeuge jedes Jahr, dann brauchen wir weitere Tankstellen!  :besserwisser:

Darin ist noch nicht die Zeit eingerechnet, die der Tanklaster braucht, um die unterirdischen Tanks wieder voll zu füllen. Meist belegt der ein paar Tanksäulen mangels Platz, wie ich das so beobachten konnte. Und es soll sogar Tankstellen geben, welche nachts und sonntags geschlossen sind. Also, hoffentlich fahren die nicht alle an einem Sonntag zum Tanken!


Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 9
@Jorin der Vergleich wird ja gerne mal gebracht. Nun ist es aber so, das e-autos öfters und länger laden, als Benziner tanken.
Äpfel und Birnen...

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 10
Stimmt, der wesentliche Punkt ist aber die Leistung, nicht die Energiemenge. Nur die Energiemenge hängt von der Ladezeit ab. Das Szenario setzt aber voraus, dass die Autos alle gleichzeitig laden könnten, also genug Ladepunkte verfügbar wären. Würden alle gleichzeitig zum Tanken fahren, käme die Tankstelleninfrastruktur genau so - oder gar schlimmer - an die Leistungsgrenze, als das Stromnetz. Da das aber noch nie passiert ist, ist so ein Szenario völlig irrelevant. Der Unterschied beim Strom ist außerdem zusätzlich noch, dass man im absoluten Notfall die Ladeleistung ja sogar reduzieren könnte.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 11
Oder mit intelligenten Stromzählern steuern könnte.
Wir heizen unser Haus mit einer Luftwärmepumpe. Wir bekommen den Strom etwas günstiger, dafür darf der Anbieter 3x am Tag für 2h den Strom abdrehen (nur für die LWP). Das passiert jeweils in den Spitzenzeiten, um das Netz stabil zu halten.
Sowas kann man auch bei E-Autos machen die nachts geladen werden. Die laden i.d.R. ja nicht 10h durch.

Ist ja auch nicht so, dass alle von heute auf Morgen E-Autos fahren. Das passiert Stück für Stück.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 12
ich las heute zu einer TV-Diskussion, dass in DE jedes Jahr die benötigte Strommenge steigt um die Menge, die Hamburg im Jahr verbraucht...und da hat unser bald-ex-Wirtschaftsminister irgendwie keine Ahnung von gehabt...
da muss man sich ernsthaft fragen, ob da überhaupt in irgendeinem Ministerium Fachleute sitzen, oder ob generell die Minister*innen beratungsresistent sind...ich denke da auch so an den Verkehrsminister, der ja nicht nur einen Bock geschossen hat.

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 13
Früher habe ich die Sendungen mit Pütz gerne gesehen.
Er hatte gute Ansichten, aber mir scheint, er hat sich nicht weiterentwickelt.
Was früher gut war, muss heute nicht unbedingt noch gelten.
Gasmotor im Keller, der Wärme für die Heizung und Strom für das Haus abgibt, war mal eine gute Idee.
Aber heutzutage sollte man sehen, dass man aufhört Sachen zu verbrennen.
"Stop burning stuff" Robert Llewellyn"

Gruß
Helmut

Antw.: Jean Pütz findet: Verbrennern gehört die Zukunft

Antwort Nr. 14
Ich habe das Gefühl, er ist irgendwo hängen geblieben.