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Thema: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht (3370-mal gelesen)
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Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

So, das Auto hat jetzt in meiner Hand knapp 2.000km abgespult (insgesamt 2.600km) und ich kann ein erstes Resümee ziehen, bevor mir die Eindrücke in Gewohnheit übergehen.

Was mir beim Losfahren nach dem Kaltstart auffällt, ist dass das Auto beim ersten Beschleunigen aus dem Stand fast ausschließlich elektrisch kräftig beschleunigt, ohne das der bereits laufende ICE die Drehzahl erhöht. Das kann man auch gut an der Akkuanzeige sehen, die dabei schnell an Ladung verliert. Ist das bei euch auch so? Wenn ich ein paar hundert Meter später das erste Mal an der Ampel stehe und dort wieder losfahre, dreht der Motor beim Gasgeben ganz normal höher, voll komisch! Wünschen würde ich mir dieses Verhalten elektrisch stärker beschleunigen zu können auch im betriebswarmen Zustand, denn wenn man rein elektrisch anfährt, ist man schon ein Verkehrshindernis. Da es im Hamburger Berufsverkehr besonders aggressiv und hektisch zugeht, kann man das selbst im Stau nicht immer nutzen, da sonst jemand von der Nebenspur sofort seine Chance sieht, wieder eine Wagenlänge zu gewinnen und einem vor die Nase fährt, was zu Unmut bei den Hintermännern führt. Somit kann ich das Sparpotential nicht zu 100% nutzen, da der ICE dann öfter mal für ein/zwei Sekunden anspringt, bevor man wieder ausrollt. Grundsätzlich denke ich, dass ich den Umgang mit dem Hybriden mittlerweile ganz gut drauf habe wie man an meiner gestrigen Betankung sieht. Ich war selber ganz überrascht, denn der BC hat denselben Wert, wie bei der Tankfüllung zuvor angezeigt. Ich habe nach dem ersten Abschalten der Zapfpistole noch 1,5 ltr. nachgetankt, bevor es mühselig wurde, daran kann es also nicht liegen. Dass im Tank immer noch ca. 6 ltr. Sprit sind, wenn der BC eine Reichweite von null anzeigt, ist ja bekannt. Meine Fahrweise an sich ist durchaus zügig, ich beschleunige an Ampeln fast immer an den Powerbereich ran, fahre aber sehr vorausschauend und wann immer es Sinn macht, rein elektrisch. Das sind bevorzugt die Abschnitte meines knapp 20km (pro Richtung) langes Arbeitsweges, wo es leicht bergab geht. Da fahre ich des öfteren 1,5 bis 2km am Stück ohne ICE-Unterstützung, wenn der Verkehr es zulässt. Meine Tiefstwerte pro Richtung liegen bei den jetzigen Temperaturen bei hin 3,7 und zurück 4,0 ltr./100km. Morgens fließt es besser (zurück brauche ich wegen der Staus immer 10 bis 15min länger) und das Auto ist nicht ganz so kalt, da es in der derzeit ca. 12°C warmen Garage steht.
Damit kommen wir zum nächsten Punkt, der Heizung. Wer Sprit sparen will, muss sich warm anziehen  ;D . So könnte man es zusammenfassen. Ich mache die Heizung immer erst an, wenn der Motor annähernd auf normaler Wassertemperatur ist, da ansonsten das Heizungsgebläse das Wasser so schnell wieder abkühlt, dass der ICE immer wieder läuft, um die Temperatur halten zu können. Da auf dem Rückweg meine ersten 3km die mit den 10min Zeitverlust gegenüber dem Hinweg sind, habe ich keine Chance, den Motor rein durchs Fahren auf Temperatur zu bekommen. Also fahre ich mit Jacke zu, Schal und Handschuhen, bis es endlich mal vorwärts geht...bin gespannt, wie es sein wird, wenn mal richtig winterliche Temperaturen herrschen. Ich habe jetzt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bereits festgestellt, dass selbst nach einer halben Stunde Fahrzeit an Ampeln die Temperaturanzeige immer noch runter geht, wenn man vorher elektrisch auch gefahren ist. Da wird das sicher so nicht gehen, da die Scheiben dann ratz-fatz beschlagen würden. Die Sitzheizung spricht aber schnell an, kostet allerdings ja auch wieder Strom, was den ICE öfter anspringen lässt, daher mache ich sie nach kurzer Zeit wieder aus und hoffe, dass die Restwärme lange hält...
Der ICE selbst arbeitet unauffällig, nur im ganz niedrigen Drehzahlbereich, kurz bevor er abschalten würde, wird er brummig und man spürt auch leichte Vibrationen. Wenn man das Gas mal voll durchtritt, geht der kleine Nasenbär richtig vorwärts, da war ich richtig überrascht!  :rspct:
Die Fahrwerk ist für mein Empfinden sehr komfortabel, man gleitet gut gedämpft über das Hamburger Flickwerk der Strassen. Die Lenkung ist für sportliche Ansprüche gefühllos, aber das ist ja auch nicht das Metier des kleinen Hybriden. Nervig ist, dass die Blinkerrückstellung oft manuell erfolgen muss, da man das Lenkrad verglichen mit meinem Referenzauto (BMW 2er Coupé) schon recht weit einschlagen muss, damit es automatisch funktioniert. Auch vermisse ich ein Tippblinken für den Spurwechsel.
Die Scheinwerfer sind echte Funzeln! Erschreckend, dass so etwas heutzutage bei einem neuen Modell noch angeboten wird und man noch nicht einmal gegen Aufpreis Xenon- oder LED-Scheinwerfer bekommt, die zudem ja auch noch energiesparender wären. Dabei hat der Hybrid ja schon die "besseren" Projektionsscheinwerfer. Ich möchte gar nicht wissen, was man auf dunkler Landstrasse noch mit den Standardleuchten sieht.  :-/  Überhaupt verstehe ich nicht, dass es nur beim Stylemodell LED-Heck- und Tagfahrleuchten gibt. Der Fernlichtassistent funktioniert gut, allerdings ist das Fernlicht sowieso kaum wahrnehmbar, da es kaum heller ist, als das Abblendlicht.
Das Infotainmentsystem ist funktionell, aber altbacken. Das Navi lispelt, braucht nach dem Losfahren ein paar Minuten, bis es die aktuelle Position erkannt hat und sagt in der Stadt zu spät an, wenn man abbiegen muss. Cool ist die Blitzerwarnfunktion. Obwohl mein Coyote-Probemonat um ist, gibt es wohl noch eine andere Funktion, die einen auch vor mobilen Blitzern warnt. Man kann nach dem Passieren bestätigen, ob der Blitzer noch da ist oder nicht.
Das sinnvolle Sortieren/ Finden der Verzeichnisse mit Musik auf meinem USB-Stick hat mich ein paar Wochen gekostet, bevor ich es einigermaßen hinbekommen habe, dagegen ist das bei BMW selbsterklärend. Der Radioempfang ist selbst in der Großsstadt dürftig, der Klang der Anlage an sich hat mich aber positiv überrascht.
So, das soll es erstmal gewesen sein, wenn mir noch was einfällt, werde ich es in diesem Thread ergänzen  ::) .

Einen schönen 2. Advent wünscht euch
Olli
mit dem Toyota Yaris Hybrid 2017    

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 1
 Zwei Sachen fallen mir gerade noch ein: Sporadisch im Bordmonitor angezeigte Fehlermeldungen, den Reifendruck betreffend, oder "Lassen Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig überprüfen". Gehört das so? Nervig sind auch die vor jeder Fahrt wiederkehrenden Warnmeldungen das Navi und das Handy betreffend  :icon_no_sad: .

Was ich noch habe, ist dass der Tempomat oft nicht beschleunigen will, wenn man ihn nur antippt. Erst wenn man den Hebel festhält, gibt er ordentlich Gas, was ich aber ja gar nicht will, sondern nur feinjustieren. Ich meine, das tritt meistens auf, wenn man eine vorher gespeicherte Geschwindigkeit wieder aufgerufen hat (Hebel nach oben) und anschließend eben noch etwas schneller fahren möchte. Scheint ein Softwareproblem zu sein, kennt ihr das auch?
mit dem Toyota Yaris Hybrid 2017    

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 2
Schön, dass du zufrieden bist und dein Verbrauch ist doch für den Anfang auch schon ganz ordentlich!

Der HSD-Antrieb heizt zuerst den Kat auf. Danach kann man dann normal fahren. Also ist das verhalten ganz normal.

Ich habe den Reifendruck im System auf einen Wert unter dem gewünschten gespeichert und dann auf den gewünschten Wert aufgefüllt. Damit kommen die meist temperaturbedingten Fehlermeldungen nicht.


Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 3
Mit Tempomat beschleunigen mach ich auch nicht. Fuß kurz aufs Gas und bei gewünschter Geschwindigkeit festnageln.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 4
...'beim ersten Beschleunigen aus dem Stand fast ausschließlich elektrisch kräftig beschleunigt, ohne das der bereits laufende ICE die Drehzahl erhöht' - uber Flammenwerfermodus wurde hier schon einiges geschrieben- durch Suchfunktion kannst du finden.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 5
Das stärkere elektrische Beschleunigen war wohl nicht Toyotas Entwicklungsziel, sondern ein Verbrenner mit besonders sauberem Abgas und geringem Verbrauch.

Elektrisch fahren solltest du praktisch nie mit EV-Taste, sondern wie es der Wagen selbst will und dann bevorzugt bis ca. 1/3 zwischen Neutralpunkt und "Eco". Darüber leert sich der Akku zu schnell und der elektrische Zweig soll dann ineffizienter werden.

Richtig, wer sparsam fahren will, sollte keine Heizung benutzen oder lange Strecken fahren, wo der Motor warm genug wird.

Deine Meinung zum Fernlicht teile ich nicht, ich finde es durchaus brauchbar, obwohl ich seit 2003 Xenon-Fahrzeuge besitze/fahre.

Ja, des Radios MP3-Wiedergabe ist - höflich formuliert - nicht mehr zeitgemäß.
Sion ist reserviert. Bin zwar nicht voll überzeugt von der Umsetzbarkeit für den Preis, aber er hat ein paar nachhaltige Ideen, die mir gefallen.

Vom 3er BMW (F31) zum Yaris: ein Fortschritt bei Komfort, Verbrauch, Vernunft

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 6
@R1-Rider Glückwunsch, für Hamburger Stadtverkehr genau das richtige Auto.

Haben wir nicht noch jemanden aus Hamburg? Zumindest Umgebung :-)
Ich war das 1. x bei euch in einem Apple Store :applaus:

Ich war bei dir in Hamburg und kann dem Verkehr nur zustimmen.
Aber, bei euch wird gehupt, bei uns wird viel aggressiver gefahren, zumindest für meinen Besuch war das so.
Ich habe sofort den Unterschied gemerkt, als ich wieder in Mecklenburg war.

Denke immer daran "ein Hybrid ist kein Elektroauto".

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 7
Naja, nie mit EV taste ist auch nicht richtig. Um aus der Garage oder vom Parkplatz zu kommen ist das schon ganz gut.  Da muss der Verbrenner nicht laufen.
So ein kleines bisschen was hat sich Toyota da schon gedacht.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 8
ich halte von EV-Taste nicht viel, wenn Batterie voll ist kann ich auch Pedal so halten, dass der Motor nicht einspringt- mache ich jeden Tag, wenn die leer ist- springt er sowieso ein.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 9
Naja, nie mit EV taste ist auch nicht richtig. Um aus der Garage oder vom Parkplatz zu kommen ist das schon ganz gut.  Da muss der Verbrenner nicht laufen.
Richtig, dafür nutze ich es auch. Wenn es zu kalt ist, kann man so das leicht verzögerte Anspringen des ICE länger verzögern. Bei einer Probefahrt vor Jahren hatte ich mal den EV-Modus in der Innenstadt genommen und bin nicht weit gekommen bis der ICE wieder lief. Dafür ist er einfach nicht vorgesehen.

Ich bezog mich speziell auf diesen Satz:
Zitat
Meine Fahrweise an sich ist durchaus zügig, ich beschleunige an Ampeln fast immer an den Powerbereich ran, fahre aber sehr vorausschauend und wann immer es Sinn macht, rein elektrisch.
Sinn macht es IMHO u.a. wenn man nur knapp über dem Neutralpunkt Strom braucht.
Sion ist reserviert. Bin zwar nicht voll überzeugt von der Umsetzbarkeit für den Preis, aber er hat ein paar nachhaltige Ideen, die mir gefallen.

Vom 3er BMW (F31) zum Yaris: ein Fortschritt bei Komfort, Verbrauch, Vernunft

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 10
Also die EV-Taste nutze ich nie, den Ecomodus bisher ebenso wenig.

@ Knauser: Wie kann man denn noch aggressiver fahren, als hier in HH? Ich wurde schon angehupt, es wurde wild gestikuliert und geschimpft, weil ich es wagte langsam auf die rote Ampel zuzurollen. Wenn man nicht jede Lücke dicht hält, gibt es fast immer jemanden, der sie zu seinem vermeintlichen Vorteil nutzen will, geblinkt wird kaum noch und wenn ich bei erlaubten 50 knapp 65 fahre, werde ich morgens noch mit Brass überholt- und das ist die Regel!
mit dem Toyota Yaris Hybrid 2017    

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 11
@R1-Rider ich bin bei euch im Berufsverkehr durch. Und ich weiß ja wie ich fahre :-D Vielleicht liegt es auch am Kennzeichen? Hupen, Lichthupe - alles noch okay.

Bei und wird sehr dicht aufgefahren, so überholt das Unfälle vorprogrammiert sind. Gedrängelt usw.

Wenn es nur Hupen, Lichthupen wäre....
...für mich ist das hier teilweise so gefährlich, dass ich nicht nur Angst um das Auto, sondern um mein Leben haben muss.

Ich empfehle als Hamburger nicht weit weg:
B321 Schwerin-Parchim Montag morgen kurz bevor nichts mehr geht. Oder den Paulsdamm Schwerin-Rampe. Hammer. Das brachte mich beides in den Schlafsack nach der Nachtschicht. Da sind die Reaktionszeiten nicht mehr so dolle :-(

Aber wahrscheinlich kann so etwas jeder von d(s)einer Gegend erzählen. So lange es nur Hupen ist. Macht das Radio lauter  ;D

P.S. Meine Schleichstrecke ist 15 km weit weg.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 12
Ecomodus ist eher für die, die übermäßig alles mögliche einschalten, wenn man Heizung u.a. Systeme normal nutzt und normal beschleunigt - macht Eco kaum unterschied. Ebenso Position B am Gangschalter kann man als unnötiges Verkomplizieren sehen, selbst ein Toyota Mitarbeiter sagte mir, mit dem Bremspedal erzielt man mehr Rekuperierung, die Nadel geht weiter in blauen Bereich- das stimmt.

Antw.: Die ersten 2.000km sind geschafft- ein Erfahrungsbericht

Antwort Nr. 13
Lasst uns aufpassen, dass das hier nicht ein Spritspar oder Ecomode Thema wird. Ich meine ja nur :-) ;-) Ertappe mich selbst dabei. Ecomode haben wir schon viel besprochen.

Sonst kommt wieder jemand um die Ecke und sagt wir schaffen jedes Thema kaputt zu machen.

Und das Team muss wieder aufräumen :-(