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Thema: Aktuelle Luftdaten (3087-mal gelesen)
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Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 15
Mir ist noch nicht klar woher und mit welchem Anteil Stickoxide und Feinstäube kommen: LKW's, Busse, Schiffe, PKW, Kamine, Heizungen, etc?

Hier die Daten aus dem UBA:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/384/bilder/dateien/3_tab_emi-ausgew-luftschadst_2016-05-03.pdf

Stickoxide:
- derzeit zu 40% aus dem Verkehr (Transport, PKW, Landwirtschaft, Militär)
- seit 1990 um -57,6% verändert
- Verkehrsemissionen überproportional um - 66,4% gesunken

Feinstaub PM2,5 und PM10 (2 Tabellen, habe ich addiert):
- derzeit zu 20% aus dem Verkehr (Transport, PKW, Landwirtschaft, Militär)
- seit 1995 um -36% verändert
- Verkehrsemissionen überproportional um - 58% gesunken
Beim Feinstaub ist zu bemerken, dass Brems- und Reifenabrieb auch beim Hybrid und EV lokal weiter anfallen.

Es ist weiterhin für mich unverständlich, wie bei steigendem Verkehrsaufkommen und Kilometerleistungen (+25%) sowie steigendem Dieselanteil und trotzdem absolut reduzierten Schadgasen, die gefühlte und ausgedrückte Bedrohung durch Diesel-PKW-Abgase zunimmt und solche Wellen schlägt. Am Ende stehen wir mit Fahrverboten für Diesel PKW da und wundern uns, dass die Luft nicht entscheidend viel besser ist.

Bin natürlich für optimal gereinigte Diesel und Benziner und Hybride, EVs und FCEVs - keine Frage. Nur bin ich auch gegen die Verteufelung des Diesels an sich und aus Prinzip..

Gruss

Wanderdüne


Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 16
Beim Feinstaub ist zu bemerken, dass Brems- und Reifenabrieb auch beim Hybrid und EV lokal weiter anfallen.

Dank rekuperativer Bremse aber erheblich weniger als beim konventionellen Fahrzeug. Der HSD z.B. nimmt die Scheiben nur unter 7 km/h zum Bremsen, oder eben im Notfall.

Bei normalen Fahrzeugen hat das dank digitaler Fahrweise, Ich-Mentalität und stärkeren Fahrzeugen vermutlich noch eher zugenommen, denn im Verkehr wird heuer stärker beschleunigt und auch später (und stärker) gebremst.

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 17
"Weniger" ist bei Krebs relativ. Bei Feinstaub denke ich nicht, daß der Spruch: 'Die Dosis macht das Gift' Gültigkeit behält.
Ob man (plakativ) an einem 1mg oder 100g stirbt/verkrebst ist im Endeffekt egal. Die Toten/Verkrebsten aus der Statistik z.B. von 1995 (Tabelle oben) kommen erst noch alle verzögert verfrüht in den Sarg.
Dazu sonstige Umweltgifte, Impfungen mit HG/Aluminium/etc, Zahn-Amalgam (Quecksilberlegierung), Pestizide, u.s.w. denen man ausgesetzt wird. Das alles summiert sich. Aber alle Giftmischer haben durch ihr Geschäftsmodell genug Macht, um selbst damit durchzukommen - auch dank des demokratischen wie naiven Wählers.

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 18
Wer im Grünen lebt, lebt länger | Telepolis

"Die Mortalität ist nach einer Langzeitstudie um 12 Prozent geringer als in einer städtischen Umgebung mit kaum einer Vegetation"
+ unsere Dieselstinker -wird wohl mehr als 12% werden.

"Menschen, die in der Nahumgebung von 250 Metern im dichtesten Grünen leben, haben gegenüber denen, bei denen es am wenigsten Vegetation gibt, danach ein 13 Prozent geringeres Risiko, an Krebs zu sterben, und sogar ein 34 Prozent geringeres, an Atemwegserkrankungen zu sterben. Für tödliche Nierenerkrankungen ist das Mortalitätsrisiko um 41 Prozent geringer."

Tja - der arme globalisierte Lohnarbeiter stirbt halt früher.

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 19
Als ich letztens aus dem Haus ging, ist kurz vorher noch Transporter vorbeigerauscht. Da lag erstmal ne Dieselfahne in der Luft.

Sollte ich nochmal dazu kommen, ein Haus zu bauen, wird sich dieses sicher nicht im Herzen einer Metropole befinden.
"What if it's all a hoax and we create a better world for nothing"

Soramaru

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 20
Sollte ich nochmal dazu kommen, ein Haus zu bauen, wird sich dieses sicher nicht im Herzen einer Metropole befinden.
Und da du sicher nicht der einzige bist, der diese Überlegung tätigt, steigt die Zersiedlung, mit ihr die mittleren Pendelentfernungen, damit die akkumulierte Abgasemmission. Und schon ist der Effekt in einer republiküberdeckenden Abgaswolke verpufft. Die bessere Antwort wäre m.E. wieder enger zusammen zu rücken und mehr Strecken ganz ohne Auto oder zumindest im Mittel kürzere mit dann umweltfreundlicheren Autos (leichter E-Stadtflitzer mit knapp bemessener Reichweite statt turbodieselbefeuerter Autobahnbolide) zurück zu legen. Ich habe diese Konzept in den vergangenen 20 Jahren in verschiedenen Städten, in die mich die Arbeit verschlug, durchgängig am eigenen Leibe ausprobiert und es in entsprechend organisierten Städten (allen voran Kopenhagen) als enorme Bereicherung der Lebensqualität empfunden. Die Luft in den wirklichen Zentralbereichen war erstaunlicherweise dank hoher Parkgebühren und weitläufiger Fussgängerbereiche sogar besser als etwas weiter draußen, die fußläufig erreichbare Urbanität ein Genuss, der übers Jahr akkumuliert erhebliche Zeitgewinn durch Verzicht auf langes Pendeln ein Geschenk fürs Familienleben. Ja, Wohnraum war teurer und ein eigener Garten in den größeren Städten undenkbar, aber dafür spart man beim Auto und die Gartenpflege beherrschen die Parkverwaltungen auch viel besser als ich.

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 21
Die Immobilienpreise sprechen derzeit eine andere Sprache. Die Leute wollen eher alle in die Stadt oder zumindest die Vororte, aber ich würde deine angesprochenen Punkte sehr begrüßen. Ich wohne aber auch nicht im urbanen Zentrum, sondern schon Stadtrand. Trotzdem ist die Luft schlecht, es ist trotz allem laut.

Ich bin zwar der Industrieromantik des Potts nicht abgeneigt, aber ich bin kein Stadtmensch.

Solche Projekte finde ich klasse.
Radschnellweg Ruhr - rs1.ruhr

Wir brauchen davon mehr.
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Soramaru

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 22
Zitat von: prius2010
"Die Mortalität ist nach einer Langzeitstudie um 12 Prozent geringer als in einer städtischen Umgebung mit kaum einer Vegetation"
+ unsere Dieselstinker ...

Wie wir ja beim ADAC Ecotest festgestellt haben, werden die in der Studie genannten Feinstäube vor allem von Benzinmotoren verantwortet. Sogar der Prius war um Faktoren höher bei den Feinstäuben als die mit Filter gereinigten Diesel. Also Stinken ja, aber für die Luftverschmutzung und die Toten sind die Benziner genauso mit verantwortlich.

Gruß

Wanderdüne

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 23
@Wanderdüne: Ich glaube nicht, dass WIR das festgestellt haben. Solange, beim Diesel explizit ohne Regenerierungsphase gemessen wird, habe ICH gar nichts festgestellt. Persönlich stelle ich öfter fest, dass Diesel vor mir leicht rauchen (kein typischer Russ) und ganz komisch stinken (nicht der typische Schwimmbad-Geruch vom NOx). Ich wäre gar nicht verwundert, wenn die dann gerade in einer Regenerations-Phase wären. Wenn es so ist, kommt dabei deutlich mehr als heisse Luft raus ...

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 24
Stimmt. Sorry, da war ich etwas vorschnell. Die Regenerationsphase des DPF ist emissionstecnisch noch offen.

Trotzdem sollte es unstrittig sein, dass der hauptsächliche Anteil des Autos an den Feinstäuben nicht von den Diesen kommt, sondern von den Benzinmotoren. Oder?


Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 25
du meinst von denen die aktuell auf dem Markt sind, oder all den anderen Dieseln, die gerade noch rumfahren? Nur weil der ADAC die aktuellen Modelle testet ist ja noch nicht alles im Lot.

(Gilt natürlich auch für Benziner)
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Soramaru

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 26
Ich meine einfach, man sollte nicht nur auf die Diesel zeigen und denken, man selbst ist mit dem Benziner nicht betroffen. Beim Feinstäuben ist es eher anders herum. Bei den Stickoxiden dann der Diesel.

Gruß

Wanderdüne

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 27
Da hast du vermutlich recht. Zumindest wir HSD-Fahrer sind da aber wohl noch ausgenommen. Wenn ich aber lese, dass auch Toyota zukünftig Benzindirekteinspritzer einsetzen wird, wird mir auch etwas mulmig. Der Hyundai/Kia-Hybride war beim ADAC beim Thema Abgase ja kein Engel (Wortspiel, wer hats erkannt?). Aber im Vergleich zum normalen Benziner ist der wenigstens teilweise ganz ohne Abgase unterwegs. Besser geht es aber sicherlich, so gesehen hast du recht.

Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 28
Solange ich mit einem Fahrzeug nach aktueller Abgasnorm noch deutlich unter dem Durchschnittsverbrauch fast aller anderer Fahrzeuge liege, sind meine Abgase halt immer noch deutlich weniger als der Durchschnitt egal ob Diesel oder Benzin.
Ich will jetzt hier nicht über irgendwelche Abschaltvorrichtungen oder sonstige Softwarefeinheiten diskutieren. Aber EU6 Abgasnorm ist von den Grenzwerten strenger als die Vorgänger.

Das da kein Veilchenduft rauskommt sollte wohl allen klar sein.



Antw.: Aktuelle Luftdaten

Antwort Nr. 29
Gerade gestern als Postwurfsendung des City Councils hier in Oxford hereingeflattert: Nachdem im Rahmen des Luftreinhalteplans sämtlichen regelmäßig verkehrenden Busunternehmen in der Innenstadt Maßnahmen der Emissionsreduktion auferlegt wurden, was zu fast ausschließlichem Einsatz von Vollhybridbussen geführt hat, sowie die privaten Funkmietwagen aus Wirtschaftslichkeitsgründen ohnehin weitgehend auf Prius umgestellt haben, sind die NOx-Werte um 34% zurückgegangen. Die Werte sind immer noch hoch, aber offensichtlich geht durch verkehrspolitische Maßnahmen doch so einiges,